Nikolaus (d. i. N. Niembsch Edler von Strehlenau) Lenau

Lenau, Nikolaus (d. i. N. Niembsch Edler von Strehlenau)

Dichter (1802–1850). Eigenh. Gedichtmanuskript mit U. („Nicolaus Lenau“). O. O. u. D. Bl. 1 recto mit kl. Notiz von fremder Hand in Bleistift: „1838“. 4 SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
8.000 € (13258)

Vollständige Niederschrift des großen, Polens Schicksal thematisierenden Gedichts „ Die nächtliche Fahrt“ (27 Strophen zu je vier Zeilen): „Zu öd und traurig selbst den Haidewinden | Sind diese winterlichen Einsamkeiten, | Nur Schnee und Schnee ringsaus in alle Weiten, | Nur stiller, keuscher, kalter Tod zu finden. || Hier ist’s umsonst, nach frohem Ton zu lauschen; | Singvögel sind gefloh’n von diesem Grabe, | Den Schnabel in die Federn hüllt der Rabe, | Und eingefroren ist der Bäche Rauschen.

|| Sieht man den Wald so tief in Tod versunken, | Will man’s nicht glauben, daß er jemals wieder | Aufgrünt im Lenz, daß je hier seine Lieder | Ein Vogel singt, vom Frühlingshauche trunken. || Es glänzt der Eichenwald in Eisesklammern; | Jetzt Wölfe heulen am verschneiten Grunde, | Wie Bettler, hungerwach, in nächt’ger Stunde | Am Grabe eines milden Königs jammern. || Dort fährt ein Schlitten auf der blanken Wüste, | Der Kutscher treibt die ausgestreckten Pferde, | Als ob mit seinem Fuhrwerk er die Erde | Vor Sonnenaufgang noch umrennen müßte. || Drei Hengste sind’s, rasch wie des Nordens Lüfte, | Ein jeder trägt das werthe Probezeichen | Der Schnelligkeit im rüstigen Entweichen: | Die Narbe des Wolfsbisses an der Hüfte […]“. – Mit Abweichungen gegenüber der Druckfassung in: Nikolaus Lenau: Sämtliche Werke und Briefe. Bd. 1. Leipzig und Frankfurt a. M., Insel-Verlag, 1970, SS. 247–250. – Mit kleinen alt hinterlegten Einrissen in den Faltungen (dort leicht verfärbt)..

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Lenau, Nikolaus (d. i. N. Niembsch Edler von Strehlenau)

Dichter (1802-1850). Eigenh. Widmung mit U auf einem Kartonstreifen. [Wohl Stuttgart. 176:93 mm.
800 € (15114)

„Meinem Freunde G. Schwab zum Andenken | Niembsch (Lenau)“. – 1831 hatte sich Lenau in Stuttgart aufgehalten und im Schwäbischen Dichterkreis um Justinus Kerner, Ludwig Uhland und Gustav Schwab verkehrt; danach war er zur Fortsetzung seines Medizinstudiums nach Heidelberg und 1832 nach Amerika gegangen. – Mit kleinem e. Vermerk des Militärs, Diplomaten und Schriftstellers Anton Graf Prokesch von Osten (1795–1876) am linken unteren Rand der Recto-Seite „Erhalten von Professor Schwab.

1862. von Prokesch“. – Die Autographensammlung des mit der Schauspielerin Friederike Gossmann (1838–1906) verheirateten Grafen wurde 1921 bei Henrici, Berlin, versteigert. – Leicht stockfleckig; die Verso-Seite mit Stempel der Sammlung Gottfried Doehler (1863–1943), des ersten Verwalters der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz – Stiftung der Älteren Linie des Hauses Reuß und Herausgebers der Zeitschrift „Unser Vogtland“..

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