Ernst Ludwig Kirchner

Maler und Grafiker, 1880-1938

"Ernst Ludwig Kirchner zählt zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus. Kirchner war ein Gründungsmitglied der Künstlergruppe ""Brücke"". 1937 wurde sein Werk durch die Nationalsozialisten als „entartet“ gebrandmarkt. Über 600 dieser Werke wurden daraufhin verkauft oder zerstört. Ein Jahr darauf nahm er sich mit einer Schusswaffe das Leben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Kirchners Arbeiten zunächst nur in Einzelausstellungen gezeigt. Erst nach der anlässlich seines 100. Geburtstages organisierten Retrospektive Ernst Ludwig Kirchner 1880–1938, die zuerst in der Nationalgalerie in Berlin gezeigt wurde, ist eine stetige Zunahme von Ausstellungen zum Werk des Künstlers zu beobachten."

Quelle: Wikipedia

Kirchner, Ernst Ludwig

Maler und Graphiker (1880-1938). Eigenh. Brief mit U. Chemnitz. 1 S. Gr.-4to.
6.500 € (72999/BN47244)

An Friedrich Schreiber-Weigand, den Direktor der Kunstsammlungen Chemnitz, betr. einer Abendeinladung; geschrieben während eines Besuches bei seiner Mutter zur Jahreswende 1925/26: "Natürlich gehe ich sehr gern mit Ihnen am Mittwoch abend zu Herrn Esche. Ich hole Sie dann wohl am besten nach 5 Uhr in der Kunsthütte ab und gehe mit Ihnen zusammen hin. Bitte danken sie auch in meinem Namen für die freundliche Einladung […]". - Während der erwähnten Abendgesellschaft in der von Henry van de Velde erbauten Fabrikantenvilla Herbert Esches kam es, nach Jahren der Entfremdung, zu dem bekannten Zusammentreffen mit Karl Schmidt-Rottluff.

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Kirchner, Ernst Ludwig

Maler und Graphiker (1880-1938). Eigenh. Brief mit U. ("EL Kirchner"). Davos. 5¼ SS. auf 3 Bll. 4to.
9.500 € (79235/BN51271)

Eindringliche kunst- und lebenspädagogische Worte an den damals kunstinteressierten Abiturienten Ernst Buchholz (1905-67), später Jurist und Kunstförderer, der Kirchner zuvor eine Graphik geschickt hatte und nun ein zweites Mal um dessen Urteil bat: "Ihre Karte erhielt ich und will Ihnen auf sie die Antwort geben, die ich auf Ihren ersten Brief nicht gab, weil sie nicht erfreuend ist. Es giebt kein grösseres Unrecht als junge Menschen nicht die reine Wahrheit wissen zu lassen […] Ihre Graphik [...] interessierte mich nicht, denn sie enthielt noch nichts Eigenes.

Eine geschickte Hand übersetzte Eindrücke des ethnographischen Museums in den Stil Schmidt-Rottluffscher Arbeiten. Das Eigentliche und Wertvolle: eigene Phantasie und das Suchen nach Formen dafür fehlte. Dazu und jetzt wieder auf der Karte ein Schwall unangenehmster Complimente aus der modern conventionellen kunsthistorischen Erziehung. Ich sah, dass Ihnen meine Arbeiten im Grunde gar nichts gesagt haben. Das ist nicht ermutigend für einen Menschen wie mich, dessen schönster Lohn es ist, wenn junge Menschen meine Arbeiten gern haben […] Der viele Umgang mit Älteren tut Ihnen nicht gut. Sie sind so auf dem besten Wege zu einem Menschen von dieser modernen Reussirtheit zu werden, deren innere Leere, Eitelkeit und gänzlich verkehrte Ansichten über Leben und Kunst, aus Unerfahrenheit verkehrt, sie unglücklich und unzufrieden macht. Haben Sie gleichaltrige Freunde? [...] Treiben Sie gern Sport, nicht zwangsläufig, sondern mit Lust und Liebe […] Haben Sie ein Mädel, das Sie gern hat und Sie sie? Sie werden sagen, was geht das den an. Aber sehen Sie, meine jungen Freunde haben das alles [...] Wenn die malen und zeichnen dann entvölkert sich die Erde und der Himmel und die Figuren tanzen auf den Blättern und sind ungeschickt und verzeichnet und ohne Stil und Gott sei gedankt, ohne 'Kultur' [...] Und ich würde bei Ihnen alle Reputation verlieren, dass ich das gut finde. Aber das wäre kein Schade, der Titel 'Hochverehrter Meister' schmeckt mir sowieso wie erfrorene Kartoffeln […] Wir sprechen oft von den jungen Malern in Deutschland, denn mancher studiert drüben. Und immer immer kommt die Frage: Warum und woher kommt das unehrliche gespreizte und schwülstige Getue? […] man muss reden können, wie einem der Schnabel gewachsen ist und das lernt man nur im Verkehr mit Gleichaltrigen. Frei und offen im Verkehr ohne anzustossen und ohne zu kriechen und ohne Hochmut und Verstellung leben und arbeiten, das macht das Leben reich und schön […] Versuchen Sie das und versuchen Sie auch zu zeichnen, wie Sie wirklich aus Eigenem können. Ihre Eitelkeit wird vielleicht ein wenig leiden müssen, aber Sie gewinnen viel viel mehr: Wärme und Leben […]"..

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Kirchner, Ernst Ludwig

Eigenh. Brief mit U. ("E L Kirchner").
Autograph ist nicht mehr verfügbar

An den Berner Maler Alexander Müllegg (1904-1982), der ihm ein Bild abkaufen will: "[...] Ich bin nun leider mit einer schweren Erkältung angekommen und liege augenblicklich[.] Ich will Ihnen nur schnell schreiben, dass Sie also das Bild um 2500 frcs bekommen können, im Handel sind es MK, aber das macht nichts. Am besten senden Sie also per Chargébrief das Geld[.] Soll das Bild denn an Ihre Berner Adresse gehen? Es geht per Post gut verpackt. Malen Sie nur, das giebt Kraft [...]". - Bei dem fraglichen Bild handelt es sich vermutlich um das "Selbstbildnis" von 1925 (Gordon 802).


Kirchner, Ernst Ludwig

Eigenh. Manuskript (Fragment).
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Beschreibung eines Traumes: "die Bauern aus seinem Dorf suchen in einem reifen Maisfeld seine Leiche. Giovanni der Bauer von nebenan nimmt einen ganzen Maisstock und öffnet der Längseite [sic] entlang den Schaft im innern [sic] kommt das Bein der Leiche zum Vorschein und oben wird ein grosser weisser Phallus sichtbar. Ich erwache ganz plötzlich".


Kirchner, Ernst Ludwig

Eigenh. Bezeichnung und 2-facher Namenszug auf der Rückseite einer Photographie.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

„E L Kircher | Liebespaar 30 (Le couple) | gr 100 x 150 cm | Photo zurückerbeten an E L Kirchner | Davos-Platz.“. - Die Vorderseite zeigt die Photographie von Kirchners Gemälde „Liebespaar“.