Hermann Wilbrand

Wilbrand, Hermann

Ophthalmologe (1851–1935). Eigenh. Brief mit U. Hamburg. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
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Hermann Wilbrand (1851–1935), Ophthalmologe. E. Brief mit U., Hamburg, 15. Juni 1920, 4 Seiten auf Doppelblatt. 8°. – An einen Kollegen: „Meine klinischen und anatomischen Erfahrungen über die tabische Sehnervenatrophie lassen sich dahin zusammenfassen, daß eine einfache Degeneration eines Gliamantel der Sehnerven unter der Pialscheide beginnt und zwar mit Vorliebe in der Nähe, wenn nicht gar in der Pupille. Als anatomische Beweise gelten die Figuren 156 u. die folgenden im V. Bande der Neurologie.

Jede Figur entstammt einem gesonderten Falle. Da der Kliniker nie die ersten Anfänge der tabischen Sehnervenatrophie zu Gesicht bekommt, hatte ich durch viele Jahre hindurch einem jeden Tabiker, der auf dem Seciertische lag, die Sehnerven und das Chiasma entnommen, um dieselben später bei Bearbeitung des betreffenden Bandes zu schneiden [...] Die positiven Resultate zeigen die Bilder. Da nun zu jener Zeit eine specielle Nervenabteilung im Krankenhause St. Georg nicht existi[e]rte, die Tabiker aber auf den inneren Abteilungen sehr unbeliebte und wenig beachtete Gäste waren, können Sie sich vorstellen, von welcher Beschaffenheit die Krankengeschichten waren. Daher der Mangel an begleitenden klinischen Notizen bei den Bildern im V. Bande der Neurologie. Als klinische Beweise, daß die tab[ische] Sehnervenatrophie an der Peripherie der Sehnervenquerschnitte und nahe oder in der Pupille beginnt, rechne ich folgende [...]“. – Wilbrand war Vorstand der ophthalmologischen Abteilung des Allgemeinen Spitals in Hamburg und Verfasser zahlreicher einschlägiger Arbeiten; die erwähnte „Neurologie“ ist sein gemeinsam mit Alfred Saenger verfaßtes Standardwerk „Die Neurologie des Auges. Ein Handbuch für Nerven- und Augenärzte“ (Wiesbaden, Bergmann, 1900–1922; 9 Bde.).

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