Bruno Walter

Walter, Bruno

Dirigent (1876–1962). 3 ms. Briefe mit eigenh. U. München, [New York und Beverly Hills]. Zusammen 3¾ SS. auf 3 Bll. 4to. Mit 2 (1 eh. und 1 ms. adr.) Kuverts und zahlreichen Beilagen (s. u.).
$ 835 / 750 € (11757)

Bruno Walter (1876–1962), Dirigent. 3 ms. Briefe mit eigenh. U. München, [New York und Beverly Hills], 1920 und 1957. Zusammen 3¾ SS. auf 3 Bll. 4°. Mit 2 (1 eh. und 1 ms. adr.) Kuverts und zahlreichen Beilagen (s. u.). – An den Dramaturgen und Theaterdirektor Karl Zeiss (I) sowie an die Schauspielerin Hedwig Wangel (II) und den Autographen- und Literatursammler Hans Krafft (III). – I: „[...] Von hier aus [d. i. München, wo Walter seit 1913 als Generalmusikdirektor am Nationaltheater wirkte], unter meiner Mitwirkung, ist eine Anregung an die Vereinigung künstlerischer Bühnenvorstände in Berlin gegangen, die ganz in der Linie unserer damaligen Unterhaltung in Frankfurt liegt.

Wir erstrebten einen Zusammenschluß aller künstlerischen Bühnen-Vorstände als Zwangsorganisation und zwar so, dass kein dem Bühnenverein angehöriger Theaterleiter einen Kapellmeister, Regisseur, Dramaturgen, Chordirektor oder Ballettmeister engagieren darf, der nicht dieser Organisation angehört. Durch die Zugehörigkeit der Kapellmeister zu dieser Organisation ist ihre Macht verbürgt [folgt eine eh. Ergänzung am unteren Blattrand: „denn ohne Kapellmeister kann keine einzige Vorstellung stattfinden“] und wäre dem Hang zur Unordnung ein Damm gesetzt. Ausserdem aber wäre ein Ausschuss und aus [„aus“ eh. eingefügt] dieser mit Hintansetzung wirtschaftlicher Ziele, nur zum idealen Zweck der Erhaltung der Ordnung und Disziplin im Kunstbetriebe [folgt eine eh. Ergänzung am unteren Blattrand: „und der Vertretung rein künstlerischer Interessen“] zusammengetretenen Vereinigung die gegebene Vertrauensstelle für die Regierung, d. h. also der Kunstrat von dem wir damals sprachen. Vielleicht lassen Sie sich diese Angelegenheit ein wenig durch den Kopf gehen. Ich habe bei meiner letzten Anwesenheit in Berlin mit Schillings und Jessner, in Wien mit Richard Strauss darüber gesprochen und vollste Zustimmung der Herren gefunden [...]“ (Br. v. 16. Januar 1920; auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf „Verwaltung des Nationaltheaters. Der Operndirektor“; im linken Rand gelocht (keine Textberührung)). – Karl Zeiss (1871–1924) war seit 1904 Generaldirektor des Dresdner Schauspielhauses gewesen und hatte 1917 die Generalintendanz in Frankfurt a. M. übernommen, „wo vor allem die Inszenierungen expressionistischer Dramen von Fritz von Unruh, Carl Sternheim und Paul Kornfeld Beachtung fanden. 1920 wechselte Zeiss an das Bayerische Staatstheater in München“ (DBE). – II: Dankt für Wünsche der Schauspielerin zu seinem 80. Geburtstag: „[...] Dieser Brief muss wohl mehrfache Weltreisen gemacht haben, bevor er in meine Hände kam, aber eine so reiche Erinnerungen aufrufende Botschaft kommt immer zu rechter Zeit an [...]“ (Br. v. 12. April 1957 aus New York; auf Briefpapier mit gedr. Adresse und eh. adr. Kuvert). – III: Dankt für Wünsche zu seinem Geburtstag: „Ich [...] habe auch mit grossem Interesse die Abschrift meines Briefes an Dr. Zeiss aus dem Jahre 1920 gelesen, der ganz meinem Gedaechtnis entschwunden war [...]“ (Br. v. 21. September 1957 aus Beverly Hills; auf Briefpapier mit gedr. Adresse und ms. adr. Kuvert). – Beilagen: I: Hedwig Wangel (1875–1961), Schauspielerin. 2 eh. Briefe mit U. Lohe (Rendsburg-Land), 1957 und 1958. Zusammen (2+4=) 6 SS. auf 3 Bll. 4° und 8°. Mit 1 eh. adr. Kuvert. – An Hans Krafft betr. der Übersendung des Briefes von Bruno Walter a. d. J. 1920 (s. o.) – „[...] Interessant! Er tat das – was einst auch Emanuel Reicher – auch Jude – tat – da er die ‚Genossenschaft deutscher Bühnen-Angehöriger’ gründete“ (Br. v. 27. VIII. 1957) – bzw. über die Broschüre „Doktor Steiner – ein Schwindler wie keiner“ von Gregor Schwartz-Bostunitsch (siehe Beilagen II) und Bruno Walters Verhältnis zur Weltanschauung des Anthroposophen: „[...] Wenn Bruno Walter Paulus nachgefolgt wäre, würde er mir keine derartigen Bücher empfohlen haben. Walter ist als ‚Jude’ auch unter Je. 6+29, 9–14 und wer kann ihn überzeugen von seinem Irrtum? Ps[alm] 49, 8–10 und Matth[äus] 16, 26=17, 13. Aber um einen Begriff dieser Irrlehre zu bekommen, las ich auch den Abschnitt Seite 19: ‚Im Beginn – bis Individualität des Christus.’ Mir erscheint das als horrender Blödsinn + Bruno Walter tut mir leid! [...]“ (Br. v. 3. XI. 1958). – II: Gregor Schwartz-Bostunitsch: Doktor Steiner – ein Schwindler wie keiner. München, Deutscher Volksverlag E. Boepple, [1930]. 32 SS. Bedr. Originalbroschur. 8°. Mit alt einmontierter auszugsweiser Abschrift eines Briefes von Bruno Walter an Hedwig Wangel v. 23. IX. 1957: „[...] Nun lebe ich seit etwa zehn Jahren in der geistigen Atmosphäre der Anthroposophie, wo sich mir aus dem ungeheueren Weltbild Rudolf Steiners und seiner erhabenen Christologie mein Leben erneuert hat. Die ‚Christengemeinschaft’, die ein johanneisches Christentum verkündet und in ihren Monatsheften geistiges Lebensbrot spendet, steht meinem Denken und Fühlen innig nah – ihr führender Priester Emil Bock hat ein erleuchtetes Buch über Paulus geschrieben, ein anderes über Apokalypse [...]“. Beiliegend zwei Blatt Notizen sowie ein Zeitungsausschnitt über Rudolf Steiners 100. Geburtstag. – III: 2 ms. Briefdurchschläge von Briefen Hans Kraffts an Bruno Walter und Hedwig Wangel, 18 Bll. Zeitungsausschnitte über Bruno Walter (davon 9 Bll. alt auf Trägerpapier montiert), eine Gedenkschrift samt Verzeichnis der bei Philips erschienenen Schallplattenaufnahmen des Dirigenten (12 Bll., Klammerheftung; dreifach vorhanden) sowie 36 Bll. diverse Schallplatten- und sonstige Prospekte sowie 2 von H. Krafft beschriebene, auf Trägerpapier montierte Hüllen der vorliegenden (Korrespondenz-)Sammlung. – Alles in Leinenmappe mit Bindebändchen und tls. hs. beschr. Deckeltitel: „Generalmusikdirektor Dr. Bruno Walter“..

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Walter, Bruno

Dirigent (1876–1962). Eigenh. Brief mit U. München. 3 SS. auf Doppelblatt. 4to.
$ 446 / 400 € (13056)

Bruno Walter (1876–1962), Dirigent. E. Brief mit U. München, 12. Juni 1914. 3 SS. auf Doppelblatt. 4°. – An einen Herrn Schegin: „Verzeihen Sie dass ich erst heut schreibe – ich bin noch immer furchtbar überlastet mit Arbeit, daher komme ich so schwer zur Erledigung der Korrespondenz, die nicht zum Theater gehört. – Sie möchten also die Programme für meine beiden Konzerte in Moskau haben. Ich schlage für das Konzert am 23ten Januar n[ächsten] J[ahre]s vor [folgt eine detaillierte Aufstellung von Werken Mozarts, Beethovens, Haydns, Wagners und Brahms’] Für das zweite Konzert am 30ten Januar n[ächsten] J[ahre]s schlage ich vor [ folgen Werke von Schubert, Liszt, Weber, Mendelssohn und Schubert] Für die Saison 1915/16 schon jetzt eine bindende Abmachung einzugehen, vier Konzerte in Moskau zu dirigieren, ist mir nicht recht möglich.

Ich glaube wohl, dass ich es annehmen können werde – heut aber schon bestimmt ja zu sagen, ist mir doch zu riskant. Können wir die Besprechung der Frage nicht aufschieben, bis wir uns in Moskau wiedersehen? [...]“ – Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Kgl. Bayerischen General-Intendanz der Hoftheater und der Hofmusik; das wohl ehedem auf beiden Blatt mittig durchrissene Schreiben alt hinterlegt, sonst in sehr gutem Zustand..

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. Zürich. 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 334 / 300 € (2124)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Zürich, 17. Oktober 1950, zwei Seiten 8°. Doppelblatt.An eine Königliche Hoheit, vermutlich an Kronprinz Rupprecht v. Bayern. Walter bedankt sich für das übersandte Buch mit Widmung: „[…] für die gütige Zusendung Ihres Buches mit der freundlichen Widmung und für Ihren schönen Brief, der mir grosse Freude bereitet hat. – Schon die Einleitung Ihres Buches hat mir das Herz erwärmt und ich freue mich darauf, es während meiner unmittelbar bevorstehenden Heimreise nach Kalifornien zu geniessen.

Unser Zusammensein in München hat mir innig wohlgetan […]“. - Mit Briefkopf des Hotels "Baur au Lac". - Beiliegt: Porträtfotografie, ca. 1920, als Generalmusikdirektor in München..

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Walter, Bruno

Dirigent (1876–1962). Albumblatt mit eigenh. U. London. 1 S. Qu.-8vo.
$ 334 / 300 € (60335)

Bruno Walter (1876–1962), Dirigent. Albumblatt mit e. U. O. O. u. D. 1 S. Qu.-8°. – Mit alt montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt).

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Walter, Bruno

Dirigent (1876–1962). Albumblatt mit eigenh. U. o. O. u. D. 32mo. 1 p.
$ 134 / 120 € (60735)

Bruno Walter (1876–1962), Dirigent. Albumblatt mit e. U. O. O. u. D. 1 S. Qu.-8°. – Mit alt montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt).

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Brief mit eigenh. U. Paris. 1½ SS. Gr.-4to.
$ 356 / 320 € (6284)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. Brief m. e. U., Paris, 10. März 1934, 1 ½ Seiten gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien, über eine Besetzung des Sängers Alfred Jerger (1889-1976) in Onegin: „[…] Es tut mir ausserordentlich leid, dass Herr Jerger, den ich als Künstler besonders hochschätze, sich gekränkt fühlt. Wie Sie selbst bezeugen können hat sich die Wahl des ONEGIN zur Neustudierung erst während der Correspondenz ergeben, vorher standen nur andere Werke – Othello, Heiling, Holländer, etc – zur Discussion.

Ich erinnere mich bei Othello sofort Herrn Jerger als Jago vorgeschlagen zu haben. Ich entsinne mich in persönlicher Unterredung mit ihm vor meiner Reise nach Amerika, also in Salzburg und somit lange vor ONEGIN, allgemeine Bereitschaft und Neigung mit ihm zu arbeiten zum Ausdruck gebracht zu haben […] Wenn ich bei der Besetzung nicht Herrn Jerger verlangt habe, so hat mich hierzu der ausgesprochene Hinweis der Rolle auf eine hohe Baritonstimme veranlasst. Ich hatte sehr ernstlich Herrn Jerger in Betracht gezogen, wegen seiner hohen darstellerischen Vorzüge, glaubte aber, dass trotz seiner ausserordentlichen technischen Beherrschung seiner Stimme, diese doch zu sehr den Basscharacter trüge um nicht den stimmlichen Gesangsforderungen gegenüber zu schwer zu erscheinen […]“ – Brief mit fünfzeiligem e. Zusatz u. e. Korrekturen Walters..

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Brief mit eigenh. U. Paris. 1½ SS. Gr.-4to.
$ 334 / 300 € (6285)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. Brief m. e. U., Paris, 12. März 1934, 1 ½ Seiten gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien, wegen einer geplanten Terminverschiebung des „Maskenball“: „[…] Aus einem Brief des Herrn Dr. Hohenberg ersehe ich, dass Sie den Maskenball für den 27. angesetzt haben; er knüpfte hieran neue Hoffnungen, die ich ihm sofort genommen habe.

Ich denke aber auch, dass das ein Irrtum sein muss. Ich hatte um zwei Orchesterproben gebeten, dieselben müssen doch wol [!] am 26. und 27. stattfinden. Samstag der 24. steht für eine Orchesterprobe nicht zu Verfügung weil ich beim besten Willen nicht Vormittag eine Orchesterprobe halten und Nachmittag 3 Uhr die öffentliche Generalprobe eines Philharmonischen Concerts dirigieren kann. Dieser Vormittag des 24. ten war dagegen für die 2te Arrangierprobe des Maskenball vorgesehen […]“.

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. Salzburg. 1 S. 4to.
$ 334 / 300 € (6286)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Salzburg, 9. Juni 1935, 1 Seite 4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien, wegen einer Besetzung des Sängers Gotthelf Pistors (1887-1947): „[…] Nachdem ich Pistor am Radio als Otello gehört habe, bin ich entschlossen ihn als Tristan zu nehmen. Bedingung allerdings – da unsere Tristan-Orchesterprobe schon wegen Hinz am 25ten stattfinden muss – Eintreffen Pistors 23ten nachmittags […]“

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. Stockholm. 2 SS. Qu.-gr.-4to. Hotelbriefkopf.
$ 446 / 400 € (6288)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Stockholm, 6. Oktober 1936, 2 Seiten quer-gr.-4°. Hotelbriefkopf. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Für uns […] ist dieser Maskenball der neue Stil, mit dem wir, nach brillanten Anfängen wie Elektra und – hoffentlich – Barbier und Don Juan – Josefslegende – uns programmatisch der österreichischen Öffentlichkeit vorstellen wollen. Den Maskenball durchzusetzen – mit Ebert u. Neher – ist also jede Hartnäckigkeit und Energie wert […]“

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. Stockholm. 1 S. Gr.-8vo. Hotelbriefkopf.
$ 278 / 250 € (6289)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Stockholm, 13. Oktober 1936, 1 Seite gr.-8°. Hotelbriefkopf. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Gestern erhielt ich einliegenden Brief, den ich mit der Bitte beantworte, dass E[bert]. [Der Theaterintendant und Regisseur Carl Ebert (1887-1980)] sich mit Busch [der Dirigent Fritz Busch (1890-1951)] auseinandersetze und mich vom Resultat telegrafisch verständige […]“

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. Rychenberg, Winterthur. 4 SS. auf Doppelblatt. 4to. Blaues Papier. Gedruckte Adresse.
$ 446 / 400 € (6295)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Rychenberg, Winterthur, 20. Januar 1937, 4 Seiten 4°. Doppelblatt. Blaues Papier. Gedruckte Adresse. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Ich fürchte, dass […] die Übertragung einer Wiener-Operninszenierung nach Paris mit ihren vielen Bildern, schnellen Verwandlungen, Beleuchtungs-Nuancen u.s.w. für eine unlösbare Aufgabe erklären wird.

Für diesen Fall schlage ich vor, im Mai statt des ‚Oberon’ Gluck’s ‚Iphigenie in Aulis’ herauszubringen (die ‚Tauridische’ können wir nicht besetzen – ich spreche von der ‚Aulidischen’). Inszenierung: Holzmeister, Regie: Wallerstein: Iphigenie: Novotna […] Selbstverständlich zöge ich Oberon bei weitem vor; aber wird es möglich sein? Der Öffentlichkeit gegenüber wäre der Tausch mit Hinweis auf das Pariser Gastspiel, die Schwierigkeiten der Oberon-Transferierung u.s.w. – leicht befriedigend erklärt. Fragt sich, ob Paris mit ‚Iphigenie in Aulis’ einverstanden wäre. Ich glaube es, da Gluck dort sehr verehrt wird. Wenn ‚Cosi fan tutte’ abgelehnt würde, bin ich doch für ‚Rosenkavalier’, der ‚Wienerschkeit’ halber […]“.

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. Rychenberg, Winterthur. 6 SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Gedruckte Adresse. Grünliches Papier.
$ 390 / 350 € (6297)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Rychenberg, Winterthur, 13. Februar 1937, 6 Seiten gr.-8°. Doppelblatt. Gedruckte Adresse. Grünliches Papier. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Und da bitte ich um freundlichst umgehende Mitteilung, ob von Ihnen aus Bedenken gegen ‚Oberon’ bestehen. Meiner Ansicht nach sind wir schwer blamiert, wenn wir ihn nicht bringen.

Palestrina und Oberon sind von uns wiederholt als die ‚grossen’ Einstudierungen dieser Spielzeit angekündigt worden. Schwierigkeiten dürften also, auch wenn sie finanzieller Natur wären, in diesem vorgerückten Stadium von der Öffentlichkeit nicht mehr akzeptiert werden […] Ich finde, jetzt müssen wir unter allen Umständen diese Zusage, Palestrina und Oberon, halten […]“.

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. Amsterdam. 1 S. Gr.-4to.
$ 334 / 300 € (6298)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Amsterdam, 18. Februar 1937, 1 Seite gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Heut nur schnell die Mitteilung, dass ich – im Einverständnis mit Ihnen – Frau Wallmann erklärt habe, sie sei für Oberon, der etwa 12. Mai herauskommt, unentbehrlich, habe also im April so einzutreffen, dass bis 29. April (Palestrina-Premiere) Ballet bühnenreif ist und sie sei für Orpheus in Salzburg unentbehrlich. Nun wollen wir sehen was sie tut […]“

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. Amsterdam. 1½ SS. Gr.-4to. Kleiner Randeinriß.
$ 334 / 300 € (6300)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Amsterdam, 27. Februar 1937, 1 ½ Seiten gr.-4°. Kleiner Randeinriss. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] ich möchte wohl wissen, ob nicht Monthy sich für Scherasmin eignen würde; ich kenne ihn wenig, aber schliesslich könnte er ihn studieren und schlimmstenfalls in zweiter Besetzung, nach Wernigk. Aber lassen Sie mich gelegentlich Ihre Ansicht hören – Sie kennen ihn besser. – Zur ‚Neunten’ in Paris: könnten Sie den Chor die erforderlichen drei Tage (28.-30. Juni) entbehren? […]“

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. Cap Martin. 3½ SS. 8vo.
$ 334 / 300 € (6305)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Cap Martin, 27. März 1937, 3 ½ Seiten 8°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Soeben schreibt mir Wallerstein, ich möge ihm meine dekorativen Wünsche wegen Euryanthe mitteilen, damit er sofort mit Holzmeister sprechen kann. Wie kommt er dazu? Haben Sie ihm Zusagen wegen Euryanthe-Regie gemacht? […] Falls von Ihnen keine Zusage vorliegt, wäre sein Brief ein Trick, die Regie als etwas selbstverständliches zu betrachten […]“

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. Cap Martin. 6 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Hotelbriefkopf.
$ 446 / 400 € (6308)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Cap Martin, 30. März 1937, 6 Seiten 8°. Doppelblatt. Hotelbriefkopf. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Borromeo. Vielleicht ist Bockelmann unzufrieden, nur Palestrina zu singen und wäre mit einer Kombination zu locken (Sachs, Wotan). Bitte werfen Sie diese Angel noch telefonisch aus. Wirkt das nicht, dann also in Gottes Namen Nissen.

Madruscht. Hofmann als Madruscht ist eine gute Idee. Nur fürchte ich, dass eine neue Alsen-Krise daraus entstehen könnte. Wenn Sie diese Besorgnis nicht teilen, dann wäre Hofmann Madruscht, Alsen Papst sehr schön. Knappertsbusch seltsam, dass er so schwer zu stellen – um so ratsamer es zu tun […]“.

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. St. Moritz. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Hotelbriefkopf.
$ 312 / 280 € (6309)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., St. Moritz, 26. Januar 1938, 3 Seiten 8°. Doppelblatt. Hotelbriefkopf. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Herr Franta sollte, während er (Lohengrin, Siegmund und Erik) studiert bei dem Publikum bereits als Steuermann (Holländer) Junger Seemann (Tristan) und ähnlichem angeführt werden – glauben Sie nicht auch? […] Björling singt, so viel ich weiss, jetzt an der Scala in Mailand […] Ich habe vorige Saison um in späten Zeitpunkt keine Schwierigkeiten zu machen, nachgegeben.

Dieses Jahr täte ich es nicht mehr und mache, wie mehrfach besprochen, auf S. 2000 Anspruch, von denen mir aus Steuergründen, wie Sie wissen, weniger bleibt als 1500 S. […]“.

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief. Monte Carlo. 2½ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Hotelbriefkopf.
$ 245 / 220 € (6310)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief, Monte Carlo, 29. März 1938, 2 ½ Seiten gr.-8°. Doppelblatt. Hotelbriefkopf. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Im Namen des Casino von Monte Carlo bitte ich Sie, gegen Erstattung der Reisekosten […] hier so herzufahren, dass Sie […] spätestens am Sonntag d. 3ten früh hier eintreffen und im Hotel Hermitage absteigen. Sie werden Ebert und mich hier finden und wir werden zwei Tage tüchtig zu arbeiten haben […]“

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief. München. 3 SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. Hotelbriefkopf „Hotel Vier Jahreszeiten“.
$ 278 / 250 € (6311)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief, München, 25. Juni 1930, 3 Seiten gr.-8°. Doppelblatt. Hotelbriefkopf „Hotel Vier Jahreszeiten“. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Hier ist ein Irrtum. Ich bin in meinem Leben noch nie in Schwerin gewesen – habe also auch nie ein Musikfest […] dort geführt […]“

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Eigenh. Brief mit U. Berlin. 1½ SS. 4to.
$ 334 / 300 € (9052)

Bruno Walter (1876–1962), Dirigent. E. Brief mit U. Berlin, 8. Januar 1923. 1½ Seiten 4°. – An einen namentlich nicht genannten „Herrn Doktor“: „Meine Schwägerin sagt mir Sie seien auf einer ‚Harzreise im Winter’ begriffen; ich hätte Sie sonst aufgesucht, um Ihnen vor meiner Amerikafahrt Lebewohl zu sagen [...] Ich hätte mich noch eher [?] einer Empfehlung entledigt, um die ich ersucht wurde. Frau Magda Almo, derzeit in Bremen, hat mich darum gebeten. Nun, das ist eine Empfehlung, die ich wirklich mit Freuden geben kann.

Frau Almo war vor einigen Jahren als Anfängerin in München; sie hat eine wunderschöne, reizend timbrierte, nicht allzu große, aber doch ausgiebige tragfähige Sopranstimme; sieht bildschön auf der Bühne aus und hat – wirkliche und wahrhaftige Poesie. Rollenfach: Cherubine, Mimi, Butterfly, Pamina, Mignon – kurz zwischen Soubrette und lyrischer Sängerin [...]“. – Im linken Rand gelocht (keine Textberührung)..

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Walter, Bruno

Dirigent (1876-1962). Autograph musical quotation signed. Berlin. 1 S. Qu.-kl.-4to.
$ 891 / 800 € (31759/BN20026)

Three bars from Wagner's "Siegfried" (act I, scene 3) with interlinear text ("Hei, Mime! Wie glückte dir das").

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Walter, Bruno

Dirigent, Pianist und Komponist (1876-1862). Gedr. Konzertprogramm mit eigenh. U. Wohl Wien. Gefaltetes Doppelblatt mit Umschlag. Kl.-4to.
$ 167 / 150 € (76298/BN49066)

Das Konzert fand im Großen Musikvereinssaal statt und bot Werke von Mahler, Bach, Liszt und Richard Strauß. - Die Unterschrift in Bleistift.

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Walter Bruno


$ 334 / 300 € (31737/BN19846)

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. Portraitphotographie mit e. Widmung und U. New York, Oktober 1933. 234:183 mm. - "To ‚The Layman's Music Courses' in sincere sympathy with its aims". - S/W-Portrait im ¾-Profil. - Schönes Dokument aus dem zweiten Jahr des Bestehens des von der Pianistin Olga Samaroff begründeten Kursprogramms.

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Walter, Bruno

Ms. Brief m. e. U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Bruno Walter (1876–1962), Dirigent. Ms. Brief mit e. U. Beverly Hills, 26. Mai 1956. ½ S. Gr.-8°. – An Georg Kunkel: „Nehmen Sie meinen besten Dank fuer Ihre freundlichen zustimmenden Zeilen zu meinem Mozart Aufsatz. Es freut mich, dass Sie sich meiner Mozart Auffuehrungen im Residenztheater und im Odeon so gern erinnern [...]“. – Auf Briefpapier mit gedr. Adresse.


Walter, Bruno

Albumblatt mit eigenh. U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Bruno Walter (1876–1962), Dirigent. Albumblatt mit e. U. O. O. u. D. 1 S. Qu.-8°. – Mit alt montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt).


Walter, Bruno

Eigenh. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

In Italian to a Signor Passigli, asking for an appointment in Florence or Paris. – On stationary with printed letterhead of the Waldorf Hotel in London.


Walter Bruno

Eigenh. Brief mit U. und 2 Briefe mit eh. U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

The ALS, written on black-bordered stationery, written after the death of his daughter, reads, in part (translated): “I can say about myself that I’ve just started to make music again. It seems to work, so I will continue doing it.” Another letter, dated 1941, reads, in part (translated): “I wrote to the Emergency Rescue Committee in your interest…I cannot say for sure, however, if it really was the Emergency Rescue Committee or a similar one that I wrote concerning your case, as I was dealing with a lot of matters of this kind…I am of your opinion—that an apprenticeship at a college would be the best for you, and it would be the greatest pleasure for me to help you getting one.” In fine condition, with expected folds, and a couple of small notations and rusty paperclip mark to one letter.


Walter, Bruno

Konvolut
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. 2 e. Briefkarten m. U., Beverly Hills, 16. September 1958 u. 6. Oktober 1959, drei Seiten quer-8°. Mit Briefumschlägen. An die Sängerin Maria Ivogün, die zu dieser Zeit in Oberbayern lebte. Dankt für Grüße zu seinem 82. bzw. 83. Geburtstag. Sendet Glückwünsche für ihren bevorstehenden Umzug.


Walter, Bruno

E. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., St. Moritz, 4. Januar 1934, 16 ½ Seiten gr.-8°. Doppelblatt. Hotelbriefkopf. Umfangreicher u. inhaltsreicher Brief an den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien, über Besetzungsfragen: „[…] Grundsätzlich wäre ich mit Ihrem Vorschlag – Neuinszenierung Onegin, Neuinszenierung Holländer, Neustudierung Maskenball – einverstanden. Auch würde ich sehr gern Tristan mit Melchior und Konetzny dirigieren. Anfangen möchte ich mit Tristan oder Holländer […] Onegin: Lotte Lehmann ist bereit Tatjana zu singen wenn sie gleich ein Kabel erhält; sie will dann die Partie in Amerika studieren. Wann aber steht sie wieder in Wien zur Verfügung? Wird sie nicht zu spät für eine gründliche Neustudierung eintreffen? Die ideale Vertreterin wäre ja auch Maria Müller, die die Partie gesungen hat. Als ‚Revanche’ hierfür wäre sie vielleicht bereit, Elvira in Salzburg zu singen. Sie singt diese Partie stets in New York (italienisch) und hat mir im vorigen Jahr in Salzburg erzählt, dass es eine ihrer Glanzpartien sei […] Ich erinnere, dass die prachtvollen Onegin-Aufführung von Mahler ‚unrussisch’ war und zu ihrem wahren Schaden. Der ‚Russizismus’ ist ein Reiz, der für Onegin und Piquedame unentbehrlich ist – aus künstlerischen, nicht aus wirtschaftlichen Gründen […] Regie: Max Reinhardt. Ich glaube fast er würde es gern tun –, er war einmal in Berlin fast schon bereit dazu mit mir den Don Juan in der Städtischen Oper zu machen. Ich spielte ihm damals das Werk am Klavier vor und er war Feuer und Flamme. Es wurde nichts daraus, weil ich […] keinen Don Juan hatte […]“


Walter, Bruno

E. Brief mit U.
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Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Amsterdam „Concertgebouw”, 12. Februar 1934, 2 Seiten gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien, über die geplante Neuinszenierung Onegins: „[…] Reifliche Überlegung zeigte mir, dass es nicht im Interesse der Staatsoper und somit auch nicht in dem meinen liegt, mit Onegin zu beginnen. Die Hetzjagd solcher Einstudierung – 21ten März früh Ankunft mit unmittelbar anschliessendem Kopfsprung in eine Arrangierprobe – verhindert die Auswirkung meiner besten Kraft: Einflussnahme auf den einzelnen Künstler. Die Feinheit und Zartheit und Tragik der menschlichen Vorgänge und Beziehungen in diesem Werk zum Ausdruck zu bringen erfordert mehr Zeit als mir der Zwang, mit Onegin meine Tätigkeit zu eröffnen erlaubt. Nur hierdurch aber kann diese Aufführung wirken; sonst bleibt anstatt eines stillen rührenden nur ein matter und schlagkraftloser Opernabend übrig – ohne effektvolle Aktschlüsse ohne das Feuer der schweren dramatischen Artillerie […]“


Walter, Bruno

Eigenh. Brief mit U.
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Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Semmering, 13. September 1936, 1 ½ Seiten 8°. Hotelbriefkopf. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien, zur Geburt seines Kindes: „[…] Nur zwei Zeilen um Ihnen zu sagen wie sehr ich mich freue dass die Operation günstig und normal verlaufen ist; so hörte ich von Herrn Dr. Reif. Zugleich aber auch im Namen meiner Frau, herzlichste Gratulation zum Stammhalter […]“


Walter, Bruno

Brief m. e. U.
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Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. Brief m. e. U., Amsterdam Concertgebouw, 17. Oktober 1936, 2 ½ Seiten (davon ½ Seite eigenh.) gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] wiederhole ich noch einmal, dass ich bei weitem die Studierung des ‚Maskenball’ mit Ebert, die spätestens am 10. Januar herauskommen müsste, und Palestrina gegen den 7. Dezember als beste Kombination ansehe. Falls Ebert wegen Busch absagen sollte, bleiben wir bei Don Carlos gegen 7. Dezember und Palestrina Anfang Januar. Für Carlos wäre Völker unbedingt erforderlich, Sved höchst erwünscht […] Bei Palestrina rechnen wir mit Prohaska als Borromeo, nicht wahr? Falls für ‚Maskenball’ Rosswänge zu haben, wäre das die erwünschteste Kombination, sonst Völker oder Björling […] Den Tenor Svanholm, dessen schöne, strahlende und stählerne Stimme einen ausgezeichneten Eindruck gemacht hat, würde ich vorschlagen, durch Stein, der ihn vorgeführt hat, zu einem ‚Lohengrin’ Gastspiel meiner Anwesenheit einzuladen […] Ein wirklich grossartiger Eindruck war, wie ich wiederhole, die hochdramatische Irma Björck. Sie ist nicht mehr jung, ich schätze sie auf 38-40 aber sieht, ich kann nicht anderes sagen, strahlend aus, hat eine schlanke und dabei heldische Gestalt, eine strahlende Stimme und grosse Ausdrucksintensität […] Leider streckt Tietjen schon die Hand nach ihr aus, und unterhandelt mit Ihr wegen Bayreuth […]“ – Wegen einer Unstimmigkeit mit Kerber: „Es tut mir sehr leid wenn Sie sich durch diesen Teil meines Briefes gekränkt fühlen. Unklarheiten, ‚Unausgesprochenheiten’ quälen und belasten mich und sind untragbar für mich während mir die härteste Offenheit willkommen ist.“


Walter, Bruno

E. Brief mit U.
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Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Amsterdam, 19. Oktober 1936, 3 ½ Seiten gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Mit dem ‚Schmuck der Madonna’ unter Knappertsbusch wäre ich gern einverstanden, erinnere ich mich nur dunkel einer Szene, die das religiöse Gefühl bedenklich verletzt und weiss, dass in München seiner Zeit von katholischer Seite stark protestiert wurde; es wäre gut, vor der definitiven Ansetzung hierüber Klarheit zu schaffen, wie Wien früher auf diese Szene reagiert hat und, falls möglich, wie man heut darüber denken würde; die Datierung wäre günstig […] Mit Tristan unter Knappertsbusch bin ich gern einverstanden, wenn ich nicht selbst im Stande bin. Ich will ja ebenfalls mich an Wagner in grösserem Mass beteiligen (Nibelungen, Meistersinger etc.). Ich weiss nur nicht, wann Rossini in Neapel herauskommen soll […] Wann dann die ‚fremde Frau’? – Ich dachte an Oberon als grosse Weberfeier […] und danach noch irgend etwas Bedeutendes (Gluck!?) […] Nun noch ein Wort über die schwebende Pariser Angelegenheit: Ministeriellerseits wurde durch Dr. Botstieber vom Konzerthaus in Paris die prinzipielle österreichische Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, mit der Wiener Staatsoper – Solisten, Orchester, Chor, Ballet, Dekorationen – in der Grossen Oper während der Pariser Weltausstellung zu gastieren. Der Vertreter des Kunstausschusses in Paris sprach in Salzburg mit mir darüber und wünschte ‚Orpheus’ und eventuell einen Mozart- auch Philharmonikerkonzerte. Die Sache eilt […] Wollen Sie die Sache beim Herrn Minister zur Sprache bringen? Wir dürften eigentlich auf der Pariser Weltausstellung nicht fehlen […]“


Walter, Bruno

E. Brief mit U.
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Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Amsterdam, 24. Oktober 1936, 3 ½ Seiten gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Vor einiger Zeit schrieb Gustav Hartung an mich, früherer deutscher Generalintendant, ebenfalls ein Regisseur grossen Stils. Ich hatte ihn in meiner Berliner Zeit eingeladen, den Ot[h]ello mit mir in der Städtischen Oper zu machen; leider wurde nichts daraus, da er zu beschäftigt war. Nun ist er aus Deutschland heraus wie Ebert und, wie ich glaube, aus den gleichen Gründen: er ist ebenfalls nicht Jude, aber dürfte – wie Ebert – ein sozialdemokratisches Parteibuch gehabt haben. Ich habe die Idee, ihn statt Ebert für den Maskenball zu nehmen, aber bei Neher zu bleiben. Er ist jedenfalls der letzte ‚greifbare’ Regisseur grossen Stils, zwar auch Mann des Schauspiels, aber für die Musik pflege ich ja auch bei Opernregisseuren je nach Bedarf Sorge zu tragen. So bleiben wir bei Palestrina am 7ten Dezember und Maskenball 7-10 Januar […] Für Palestrina bedarf ich noch Ihrer Auskunft über Horst Wolff; ferner müsste Prohaska zur Verfügung stehen. Für Maskenball müsste Völker oder Roswaenge gesichert werden und – Ulrica […] Ich komme auf Regiefragen zurück: Eine Freundschaft wie die zwischen Ebert und Busch kann ich dann nicht mehr akzeptieren, wenn sie ins künstlerische hindernd einwirkt. Ich würde dann definitiv auf Ebert verzichten und vorschlagen Hartung auszuprobieren d.h. ihm eine Chance in Wien geben […]“


Walter, Bruno

E. Brief mit U.
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Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Amsterdam, 10. November 1936, 3 ½ Seiten gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Niemand kann sich gründlicher und verständnisvoller Ihrer Schwierigkeiten bewusst sein als ich – Schwierigkeiten die aus dem uns aufgezwungenen Prinzipien-Wirrwarr von Gastspielen, Urlauben u.s.w. resultieren. Mit unserem die erste Saisonhälfte […] deckenden Plan wäre es aber ‚gegangen’. Der in den November vorverlegte Don Quixote und für den Dezember angesetzte ‚Rossini’ jedoch werfen diesen Plan um und der eigentlich Geschädigte bin ich und mit mir schliesslich die Staatsoper. Don Carlos, ursprünglich für Ende November, dann für 7. Dezember geplant, soll nun […] auf 16ten Dezember, eine Woche vor Weihnachten eine Woche vor einer wichtigen Premiere rücken, vor zwei Monaten, die ich, seit August, der Oper zur Verfügung gestellt habe, soll ein Monat für diese kaum als Neustudierung anzusehende Arbeit verwendet werden; Palestrina ins Frühjahr gerückt Pique Dame muss ich sozusagen ohne Regisseur herausbringen. Für Knappertsbusch dagegen konnten wir zwei Premieren (mit Elektra u. Josefslegende) finden […] Den 16ten Dezember finde ich wegen der Nähe von Weihnachten und kurz vor einer wichtigen Premiere unannehmbar und gestehe, dass ich dann vorziehe, gar nichts zu machen; es sieht gar zu sehr danach aus als ob meine Tätigkeit keine wesentliche Bedeutung für die Oper hätte oder auch – was mindestens ebenso schlimm wäre – als vernachlässigte ich meine Verpflichtungen, wenn ich, nach sechswöchentlicher Abwesenheit am Beginn der neuen Ära, einen Monat brauch um eine Art Neustudierung heraus zu bringen. Dieser Schaden für die Oper, für mich zugleich für Sie muss vermieden werden […]“


Walter, Bruno

E. Brief mit U.
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Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Rychenberg, Winterthur, 8. Februar 1937, 12 Seiten gr.-8°. Doppelblatt. Gedruckte Adresse. Grünliches Papier. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Eine Frage nur liess er [der Brief] unbeantwortet: wie Ihr Eindruck von dem Tenor Witt war und wie er im Oratorium (Samson) gefallen hat. Wenn ich Ihr Schweigen als Ablehnung deute, kommt als zweites Thema Noort an die Reihe. Denn ich muss nun an Palestrina denken, den – nach aller Ankündigung aufzugeben eine untragbare Blamage wäre, der aber nur in glänzender Besetzung denkbar ist. Falls Noort (oder Witt) nicht genügend erscheint, bleibt nur Pistor. Hier könnte der Fall eintreten, dass ein diskreditierter Künstler, statt eine Neustudierung mit seinem Misskredit zu schädigen, durch diese rehabilitiert und zu einer wertvollen Acquisition würde. Denn zweifellos ist er eine grosse Persönlichkeit, ein vollwertiger Künstler, der durch Proben überanstrengt die Tannhäuser-Premiere in schlechter Form singen musste. Für Borromeo kommt nur – nach Kamann’s Ausscheiden Prohaska in Betracht und ich bitte Sie sehr, mit ihm für Palestrina bestimmte Abmachungen zu treffen […] Personalfragen: mehr als dreissig Abende sind bei Knappertsbusch kaum zu verwerten; Sie kämen sonst m. E. in Verlegenheit, da ja auch sein Repertoire nicht unbegrenzt ist und Weingartner auch viele Abende hat. Bitte bieten Sie Knappertsbusch als Termine an falls es Ihnen, gleich mir, günstig erscheint, dass er da ist, wenn ich fort bin […] Prinzipielles: Wenn wir durch ähnliche Verträge wie der von Ihnen geplante mit Krenn eine Art stabilen Ensembles und leichtere Repertoire-Bildung erreicht haben, gilt es an die höheren Reize und Kassenmagneten zu denken: Völker, Tauber (?), Lorenz, Björling (hoffentlich) Prohaska, Novotna, Thorborg […] Bei Allen diesen – Sie wissen das so gut wie ich […] ist aufs dringendste ein Minimum an Kontinuität zu wünschen, bei Novotna und Thorborg auch Björling u. Tauber lässt sich sogar ein ‚Maximum’ denken. Jedenfalls: der Einnahme-Gedanke und der künstlerischen ‚Hoch-Reize’ müsste ein Spezial-Ressort im Ressort Personal bilden […] Die London-Salzburg-Society erstrebt ein Konzert mit einem englischen Dirigenten. Könnten Sie nicht, um dem entsetzlichen Beecham oder dem reizlosen Barbirolli vorzubeugen, nicht wieder Dr. Adrian Boult einladen? Er käme natürlich umsonst […]“


Walter, Bruno

Eigenh. Brief mit U.
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Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Zürich, 14. März 1937, 6 Seiten gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien, wegen Rollenbesetzungen zu verschiedenen Inszenierungen: „Prohaska: Vorsichtshalber könnte man bei Nissen wegen Borromeo anfragen. Aber tun Sie doch bitte alles um Prohaska zu bekommen: Er steht turmhoch über N. und dieser schweren, verantwortlichen Premiere bin ich der möglichst stärksten Kräfte dringend bedürftig. (bitte warten Sie auch jedenfalls das Resultat seiner Arbeit am ‚Schmuck der Madonna’ u. ihren Erfolg ab). – Kipnis: Sie wissen den keineswegs unerforschlich tief geheimnisvollen Grund, weshalb er als Papst nicht zu empfehlen ist […]“


Walter, Bruno

E. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Zürich, 15. März 1937, 1 ½ Seiten gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Ich sende meinem gestrigen ausführlichen Brief diese Zeilen nach, da ich im ‚Wiener Journal’ lese, dass Knappertsbusch in den Festwochen den ‚Fidelio’ dirigieren soll, den ‚eigentlich Bruno Walter hätte dirigieren sollen’. Ich weiss, dass dies keine Notiz offiziellen Charakters ist, aber, wenn natürlich auch keine wahres Wort daran ist, so scheint eine solche Nachricht aus jedenfalls übler, Unfrieden anstrebender Quelle zu stammen. Meine Friedfertigkeit und ‚gönnende’ Gesinnung, aus der ich eingewilligt habe, dass Knappertsbusch während meiner Abwesenheit ‚Tristan’ und ‚Fidelio’ dirigiert, wird an dieser Stelle augenscheinlich als Schwäche und Dummheit, jedenfalls aber als eine Verfassung ausgelegt, die mit Leichtigkeit zu meinem Schaden ausgenützt werden kann. Mir wäre schon lieb, wenn Sie diese Notiz […] richtig stellen würden. Wenn ich in Wien anwesend bin, dann versteht es sich, dass ich Tristan und Fidelio dirigiere […]“


Walter, Bruno

E. Brief m. U:
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Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Cap Martin, 20. März 1937, 3 ½ Seiten gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Bockelmann [der Sänger Rudolf Bockelmann, 1892-1958]: der beste Hans Clarks; weniger Wotan […] d.h. also gemütvoll, Schönsänger, bürgerlich; nicht heldisch, nicht fürstlich, nicht gewaltig. Sie verstehen nun, warum ich für Borromeo Prohaska vorgezogen hatte; aber wenn er unabkömmlich, dann muss ich eben versuchen Bockelmann das ‚Grandiose’ beizubringen […] Knappertsbusch: ich rate dringendst, mit ihm unbedingt jetzt zu kontraktlicher Abmachung zu kommen. Es könnte sonst geschehen, dass Unterredungen ohne unser Wissen mit ihm liefen (vertraulichst) und ein schwebender Zustand, unausgesprochen oder ausgesprochen entstünde, aus dem Überraschungen ‚aufblühen’ könnten. Wenn aber ein Vertrag vorhanden, dann wissen wir, womit zu rechnen ist […]“


Walter, Bruno

E. Brief mit U.
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Bruno Walter (1876-1962), Dirigent. E. Brief m. U., Cap Martin, 14. Mai 1937, 2 Seiten gr.-4°. An den Theaterdirektor Erwin Kerber (1891-1943), Geschäftsführer der Salzburger Festspiele, 1933 Direktionsmitglied und 1936 Direktor der Staatsoper in Wien: „[…] Heut, einen Tag vor der Hauptprobe zum Oberon, wurde mein Ersuchen um Frl. Komareks Anwesenheit im Balletsaal durch Herrn Dr. Wallerstein damit beantwortet, dass er dem Abgesandten (Kress, glaube ich) erklärte, er gäbe sie nicht, bevor sie bei ihm nicht fertig sei. – Ich wandte mich darauf an Sie, musste aber weitere zehn Minuten warten, was bei der ersten und letzten Gesamtprobe, für die zwei Stunden zur Verfügung waren, nervenquälend ins Gewicht fiel. – Wenn Herr Dr. Wallerstein mich um sofortige Überlassung eines Künstlers ersuchen liesse, würde ich, falls es mir unerwünscht wäre, […] um Einigung mit ihm bemühen; wenn er einen Tag vor der Hauptprobe und ich über drei Wochen vor der Premiere stände, ihm bedingungslos den Künstler überlassen. Ich würde bedauern, infolge der heutigen Lektion umlernen und rücksichtslosere Methoden und Verkehrsformen annehmen zu müssen, für die ich mich nicht geeignet fühle. Ich wende mich daher […] an Sie mit der Bitte, meiner Arbeit an der Staatsoper die Achtung und Berücksichtigung von Seite des Herrn Dr. Wallerstein zu verschaffen, deren sie bedarf […]“


Walter, Bruno

Eigenh. Postkarte mit U.
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