Oskar Wagener

Wagener, Oskar

Mediziner (1878-1942). 12 eigenh. Briefe mit U. Greifswald, Bremen u. Marburg. 55 SS. Gr.-8vo. Alle Briefe gelocht.
$ 727 / 600 € (6812)

Oskar Wagener (1878-1942), Mediziner. 12 e. Briefe m. U., Greifswald, Bremen u. Marburg, 5. Juni 1914 – 30. Juni 1919, 55 Seiten gr.-8°. Alle Briefe gelocht. Ausführliche Briefe an den Otologen Adolf Passow (1859-1926): I. Greifswald, 5. Juni 1914: „[…] Im Interesse der guten Sache bedauere ich es sehr, dass Sie an dem neuen Handbuche nicht mitarbeiten werden. Anderseits kann ich die Gründe verstehen, die Sie veranlasst haben, zurückzutreten […] Ich sagte zu und habe mir nach Besprechung mit Siebenmann in Kiel ein wenig umfangreiches Thema ‚makroskopische und mikroskopische Technik’ ausgesucht.

Da ich jetzt mit anderen Arbeiten vollauf beschäftigt bin, wollte ich mich nicht durch eine andere grosse Arbeit ablenken lassen […]“ II. 10. August 1914: Mit Geburtstagsglückwünschen: „[…] Ich wünsche […] vor allem auch, dass Sie gesund vom Kriegschauplatz zurückkehren. Denn, dass Sie nicht zu Hause sitzen bleiben, das weiss ich. Auch ich habe mich sofort zur Verfügung gestellt und habe schon die Mitteilung erhalten, dass ich als Stabsarzt in einem Kriegslazaret [!] Verwendung finden werde. Hoffentlich geht es bald los […]“ – III. o. O., 22. Juli 1916: „[…] Leider gab es in diesen Tagen so viel zu tun (tgl. 30 neue Ohren-Nasen-Halskranke zur Begutachtung!) […] Die uns jetzt gestellten Fragen inbetreff einer neuen instrumentellen Ausrüstung für Ohren-Nasen-Halsfachärzte werde ich dahin beantworten, dass m. E. ein neuer, gut ausgestattetes Besteck erforderlich ist; sg. Liebhabereien brauchen wirklich nicht darin zu sein […]“ – IV. Greifswald, 18. September 1916: „[…] Die vielen Radikaloperierten lasse ich von der Schwester spülen; ich könnte auf die Weise ein gutes Urteil über den Wert der Spülbehandlung gewinnen […]“ – Marburg, 24. Mai 1917: Über Umbaumaßnahmen an der Klinik in Marburg: „[…] Wenn Ostmann das sehen würde, wie ich fast alles gerade umgekehrt mache, wie er! Etwas mehr Luft und Licht ist jetzt schon in das Haus gekommen. Ich erhalte unten einen schönen Baderaum, in dem auch ein neuer grosser Sterilisationsapparat untergebracht wird […] Die Poliklinik ist ja winzig, mehr wie 2 Arbeitsplätze sind noch nicht zu beschaffen […]“ – V. Marburg, 30. Juni 1919: „[…] Auch Wittmaeck fragt heut bei mir wegen des Herrn B. an; ich werde ihm dieselbe Antwort geben wie Ihnen: Herr B. hört bei mir nur die Vorlesungen […] Ausserdem möchte ich meine Hand nicht dafür in’s Feuer legen, dass er rasserein ist; die Nasenspitze sieht sehr verdächtig aus, das dürfte Ihnen genügen […]“ – Nach dem Medizinstudium in Bonn, Berlin und Kiel und der Promotion (1902, „Über die Methoden der Freilegung des Herzens zur Vornahme der Naht nach Verletzungen“) war Wagener Assistent am Pathologischen Institut in Kiel, 1903-05 an der Inneren Abteilung des Berliner Krankenhauses Bethanien. Er erhielt seine Fachausbildung an der Ohren- und Nasenklinik der Charité, habilitierte sich 1910, übernahm 1914 als a.o.Prof. die Leitung der Universitäts-Poliklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke in Greifswald. Er wechselte 1917 als o.Prof. an die Univ. Marburg und folgte 1922 einem Ruf nach Göttingen. W. veröffentlichte u.a. „Unterricht in der Laryngologie, Rhinologie und Otologie“ (1929)..

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