Wilhelm Wach

Wach, Wilhelm

Maler (1787-1845). Eigenh. Brief mit U. Berlin. 2 SS. auf Doppelblatt. Mit eh. Adresse (Faltbrief).
$ 1,455 / 1.200 € (76468/BN49264)

Inhaltsreicher Brief an den 1843/44 in Rom weilenden Peter von Cornelius, dessen Schüler Wach vorübergehend übernommen hatte: "Obgleich Du nicht antwortest, so will ich doch mein Versprechen halten und Dir vom Gange der Dinge einige Nachricht geben. Die Carton Arbeiten gehen ihren Gang nach gewohnter Weise und obgleich sich die jungen Herrn nicht todt arbeiten, so sind sie noch mit ihren Aufgaben so weit vorgerückt, daß sie fertig sein werden, wenn die Malerey ihren Anfang nimmt. Pfannenschmidt u.

Schulz haben am besten gearbeitet. Ersterer hat einen schönen u. fleißigen Carton gemacht, in der Art wie Du sie kennst [...] Schulz hat die Tiefe der Formenbildung nicht, wie er, doch haben die Sachen einen guten Zug u. Styl u. er nimmt gern Rath u. Correcturen an. Störmer hat wirklich Fortschritte gemacht, und malt seine Studien in Oehl nach der Natur [...] Schadow macht schwache Studien nach der Natur u. quält sich bey den Carton's, daher gehet es langsam und macht er viel was wieder fort muß. Pedar ist kränklich und grießgrämlich, eigensinnig u. immer wiederspänstig [!]. Ich schone ihn bloß, wegen seiner Kränklichkeit, doch bin ich schon ein paarmal hart mit ihm zusammen gefahren [...] Bunsen ist hier! Der gute Thorwaldsen![,] sein Tod wird in Rom gewiß Theilnahme erregen. Der war durch Gottes Gnade Bildhauer. Ich arbeite an meiner Kreuzfindung (oder Kreuz-Erhöhung)[.] Ich habe keinen Carton gemacht, daher muß ich sorgfältig aufzeichnen u. gute Studien machen. Es ist mir eine angenehme Arbeit. Der Gegenstand ist so merkwürdig und von ganz allgemeinem Interesse, so wie er man[n]igfaltig ist durch die Umgebungen u. Nebenfiguren. Begasse ist mit seinem Bilde fertig[,] welches schöne farbige und tüchtig gemachte Sachen enthält. Es wird gestochen. Auch ist ein sehr großes Glasfenster für die Marien Kirche von Danzig jetzt ausgestellt. Man hat den Raphael von Ancajani, den wir durch Bunsen besitzen[,] dazu zu recht gestutzt. Diesen Auftrag hat ein Genre Maler gehabt!? Rauch ist sehr fleißig; und hat die Figuren des Fußgestelles seines Monuments beendigt, viele andere Sachen gehen daneben. Siehst Du Overbeck so grüße ihn freundlichst, so wie Catel [...]". - Das erwähnte Glasfenster der Danziger Marienkirche ist die Kopie eines i. J. 1833 durch Bunsen für das Berliner Museum erworbenen Werks von Raffael, das dieser im Auftrag des Abtes Ancajano Ancajani für dessen Kirche S. Pietro gemalt hatte. Zur Geschichte des Bildes vgl. etwa J. D. Passavant: Rafael von Urbino und sein Vater Giovanni Santi. Leipzig, Brockhaus, 1839. Bd. 2, S. 17. - Leichte, unbedeutende Gebrauchsspuren..

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