John Jack Vrieslander

Vrieslander, John Jack

Maler, Graphiker und Zeichner (1879-1957). Eigenh. Brief mit U. Leipzig. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 423 / 400 € (44216/BN30298)

In poetischem Tonfall gehaltener und typographisch an ein Gedicht erinnernder Brief an eine junge Dame: "Soeben denke ich an Sie. | Auf meinem Tische | stehen Nelken, blass | rote Nelken. | Ich möchte Sie mit blassroten Nelken schmücken. Es dürften auch weiße darunter sein. Kann man Menschen für etwas dankbar sein? Ich möchte Ihnen dankbar sein, dafür, dass ich Sie sah. Auch wenn ich Sie nie wieder sehen sollte, immer, wenn ich Nelken sehe, werde ich an Sie denken. | Eigentümlich, mit Worten sagt man am allerwenigsten das, was man sagen möchte; selten nur, sehr selten, giebt ein Wort wieder, was eine Seele denkt [...] Schreiben Sie, dass Sie hier | bleiben, wünschen Sie, bitten | Sie, dass ich Sie wiedersehe | - nein! ich kann niemand bitten | sehen, will niemand bitten | sehen - | befehlen Sie! | Ich will Menschen, die tanzen, freie, tanzende, lachende Menschen.

Können Sie tanzen? | Grieg, der tanzt. | Nun, darf ich Sie bitten? | Kommen Sie wieder. | Bald; recht bald[.] | Ich möchte Sie schmücken | mit blassroten Nelken [...]". - Stärker angestaubt, knittrig und fleckig; Bl. 1 mit einem 23:24 mm großen Ausschnit am rechten unteren Rand..

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Vrieslander, John Jack

Graphiker und Illustrator (1879-1957). Eigenh. Brief mit U. Chieming am Chiemsee. 18.07.1905. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 127 / 120 € (79238/BN51296)

An einen Herrn Schulz, wohl der Schriftsteller und Verleger Carl Friedrich Schulz-Euler (1880-1934): "Wie geht es Ihnen? Was machen Sie? Ich sitze seit 3 Wochen am Chiemsee und wäre beim Segeln in den stürmischen Fluten dieses Sees beinahe ertrunken. Die Gegend ist hier sehr hübsch und habe ich hier viel gelandschaftert. Im Herbst denke ich bestimmt nach Paris überzusiedeln. Ich möchte dort die Finessen der französischen Kultur studieren. Neulich traf ich einen Herrn, der in Frankfurt Ihre ex libris Ausstellung besucht hatte und dem die große Übersichtlichkeit und Reichhaltigkeit Ihrer Sammlungen aufgefallen war.

Ich werde für diesen Herrn ein ex libris zu machen haben und denke ich Ihnen Blätter davon zu übersenden, sobald der Herr diese hat anfertigen lassen [...] Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Idee, eine Anzahl eigenartiger äußerst stimmungsvoller Landschaften zu zeichnen die [...] in Buchform reproduziert herausgegeben werden könnten. Keine absolute fantastische Sache, sondern stimmungsvoll, vornehm und leicht verständlich [...] Was halten Sie von einer solchen Idee? [...] Ich weiß, dass Sie bis jetzt in Ihrem Verlage nur Bücher erscheinen ließen, aber ich dachte, bei Ihrem Interesse für gute Kunst und Ihren vielen Beziehungen, die sich vielleicht kommerziell verwerten ließen, wäre es möglich, eventuell die Sache mit Ihnen zu machen [...]". - Mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess..

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