Wilhelm Vöge

Vöge, Wilhelm

Kunsthistoriker (1868–1952). 8 eigenh. Briefe mit U., 1 eh. Postkarte mit U. und 1 eh. Visitenkarte. Berlin und Freiburg. Zusammen 29¾ SS. auf 18 Bll. Meist Gr.-8vo. Die Karte mit eh. Adresse. Mit 7 eh. adr. Kuverts.
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Wilhelm Vöge (1868–1952), Kunsthistoriker. 8 e. Briefe mit U., 1 e. Postkarte mit U. und 1 e. Visitenkarte. Berlin und Freiburg, 1908 bis 1912. Zusammen 29¾ SS. auf 18 Bll. Meist Gr.-8°. Die Karte mit e. Adresse. Mit 7 e. adr. Kuverts. – Freundschaftliche Korrespondenz mit dem Kunsthistoriker und Direktor der Staatlichen Gemäldesammlungen München Heinz Braune (1880–1957): „[...] Bode [d. i. der. Kunsthistoriker und Generaldirektor der Kgl. Museen Berlin Wilhelm Bode, 1845–1929] hat Ihr Schreiben sehr gut aufgenommen u.

scheint – nach anfänglichem Widerstreben – jetzt selbst überzeugt zu sein, daß er die Falschheit in Person eingehandelt habe. Vorläufig steht sie im Schmollwinkel [...] Von Ihnen aber singen die Vöglein in den Zweigen: Wie vor’m Christkind in Ägypten All die falschen Götter kippten etcetera etcetera [...] Hier ist jetzt der Dr. Voß eingetreten [d. i. der Kunsthistoriker und spätere „Sonderbeauftrage” für die Kunstsammlung von Hitlers Führermuseums in Linz Hermann Voss, 1884–1969]; sein Kapitel über Wolf Huber gefällt mir [...]“ (Br. v. 27. Februar 1908). – „[...] Bode war gerade nach Frankfurt, um die Zukunft der deutschen Kunstgeschichte sicher zu stellen; er sah die Photos [des Altars von S. Siegmund] erst gestern u. war natürlich sehr beglückt [...] Es würde das Mittelstück einer ganzen Abteilung werden [...] Er wird es durch einen Händler an sich zu bringen suchen; denn vom direkten Verhandeln – u. Handeln – sind wir zurückgekommen. Es entsteht dadurch zu viel Geräusch [...] Wegen des Altars v. Gmarr, den Sie hier sahen, der bisher ein friedliches Dasein führte, ist Bode noch nachträglich interpelliert u. zwar durch den Erzherzog Franz Ferdinand; – obwohl der Altar schon 10 Jahre i. Privatbesitz war, sollte Bode noch die Erlaubnis des Erzbischofs einholen! [...] Ja, schicken Sie uns ja gelegentlich eine Liste solcher erstklassigen Altäre, die allenfalls zu haben wären [...]“ (Br. v. 11. März 1908). – Der Brief v. 1. IV. 1909 mit einer Beschreibung des „neuen Rubens“, der er in der Münchner Pinakothek sehen konnte: „[...] Ihr neuer Rubens, der viel Licht braucht, war besser beleuchtet u. glänzte sehr schön im Nackten auf, vom Rot ganz abgesehen. Immerhin, es fehlt hier dem Nackten das Opalisierende, das R. fast stets hat –, das Falbe u. Graue, das die farbenfreudigsten Farben von ihm haben; die Wiener Rubens konnte ich leider dieses Mal gar nicht ansehen; entfernen Sie gütigst den (ins Bild hineinredenden) Rahmen! Ich war a[m] letzten Sonntag auch bei Clemens; er ist ein intelligenter u. netter Herr; die Bronze von Meit ist anscheinend wirklich von ihm u. sehr reizvoll – von feiner Schlankheit in der Hals- u. Schulterpartie [...]“. – „Herzlichen Dank für Ihre l. Zeilen aus Paris. Diese Fälschungen haben u. a. den ersichtlichen Zweck gehabt, Sie berühmt zu machen [...] Vor allem aber, Sie müssen einmal a[uf] eine umfassende intercontinentale Entdeckungsreise geschickt werden. Gewiß werden Sie unter Tschudi [d. i. Braunes Vorgesetzter Hugo von Tschudi, 1851–1911] auch Bewegungsfreiheit erlangen; er ist, so viel ich weiß, ganz erhaben über den Kommiss des Tages [...]“ (13. V. 1909). – Wilhelm Vöge war Kustos in der Skulpturenabteilung der Berliner Museen unter Wilhelm von Bode und wurde 1909 auf den neueingerichteten Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg berufen. 1917 gab er seine Professur aus gesundheitlichen Gründen auf und zog sich nach Ballenstedt im Harz zurück, wo er einige wissenschaftliche Arbeiten über spätmittelalterliche Skulpturen verfaßte; 1952 schied Vöge aus dem Leben. „Seinen schriftlichen Nachlaß hatte Vöge dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt in Halle vermacht, die Bibliothek, die Kunstwerke und die Photographien jedoch seinem alten Freiburger Institut. Heute befindet sich der gesamte Nachlaß im Wilhelm-Vöge-Archiv in Freiburg“ (Wikipedia, Abfrage v. 14. II. 2011)..

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