Rahel Varnhagen von Ense

Varnhagen von Ense, Rahel

Schriftstellerin und Salonnière (1771-1833). Eigenh. Brief (Fragment). O. O. 3 SS. auf 2 Bll. 4to. Mit eh. Adresse.
$ 1,684 / 1.500 € (74358/BN48401)

An den Oberstallmeister und Diplomaten Friedrich Adolph von Willisen (1798-1864): "Sie sind mir nicht zugedacht; ich nehme auch das auf meinen Nacken; da ich mein Haupt ganz beuge; aber nur gegen den Allerstärksten, u Einzigen, der alles ist. Nicht gegen einzelne Armeecorps, oder gar Capitaine - ich meine auf Ehre nicht Sie - noch gegen die größte schönste Fürstin, anders, als in nachgebender Liebe. Geben Sie gütigst die Tieck'sche Novelle unserer holden Gräfin mit meinem Dank zurück. Welche lose, bequeme Erfindung: wie gar die Verhältnisse darin nicht auf dem piedestale, woraus die Bürgerwelt besteht, die wir Alle kennen, die uns Alle hemmt; in der, und auf der alles, was Weltleben ist, vorgehen muß (wenn es nicht leer und willkürlich erscheinen soll), und uns einzig zu Betrachtungen anreizt, die alle große Autoren uns zu machen zwingen, weil sie sich wahren Boden nehmen; auf dem genug zu phantasiren ist; er selbst aber muß nicht phantasirt werden; außer absichtlich, etwa um uns ernst ein Vorbild zu zeigen, wie es zugehn sollte; oder uns lächlen zu lassen, oder uns zu empören; wie es zugeht […]"..

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