Karl August Varnhagen von Ense

Varnhagen von Ense, Karl August

Schriftsteller (1785-1858). Eigenh. Brief mit U. Berlin. 24.3.1844. Gr.-8vo. 1 p.
$ 2,091 / 2.000 € (82100)

An den schottischen Schriftsteller und Historiker Thomas Carlyle (1795-1881), mit dem er seit 1837 in brieflicher Verbindung stand. Begleitbrief für seine ,Biographie des Feldmarschalls Keith’ (Berlin 1844). „[…] Der Text sieht etwas bund aus, und es wäre mir gewiß lieber gewesen, den Inhalt dessen, was jetzt englisch und französisch eingeflochten ist, deutsch zu verarbeiten, die Form würde dabei gewonnen haben. Allein die Treue der Überlieferung stand mir über der schriftstellerischen Glätte, und ich mußte bedenken, daß die englischen Bruchstücke bei uns fast gar nicht bekannt sind, die französischen Briefe Friedrichs des Großen ohne diese Gelegenheit vielleicht nie an das Licht getreten wären! […]“ Er bitten den ,Freund’, auch ein Exemplar seinem Landsmann John Gibson Lockhart (1794-1854) zu überreichen.

Weiter empfiehlt er ihm u.a. ,’Dahlmann’s Geschichte der englischen Revolution, welches Buch bei uns großes Aufsehn erregt, und fast ein politisches Ereigniss wird durch die schlagenden Anwendungen, die davon auf die Gegenwart gemacht werden.“.

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Varnhagen von Ense, Karl August

Schriftsteller (1785-1858). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Berlin. 14.12.1843. Mit Siegelresten und Adresse. Blaues Papier. Leicht staubfleckig, kleine Randeinrisse; Adressblatt mit Spuren alter Montage an den Ecken.
$ 5,018 / 4.800 € (83171)

An Grillparzer, den er um dessen Autograph für seine Sammlung bittet. „[…] Ich gedenke Ihrer stets mit wärmstem Antheil, Ihrer Person gleicherweise wie Ihrer Dichtung! Möchte die letztere uns reichlicher zu ießen, möchte doch eine Sammlung Ihrer lyrischen Poesien uns nicht versagt bleiben! Käme ich selbst nach Wien, ich würde versuchen, Ihnen alles zu stehlen, und es für Sie zum Druck zu geben. Da mir aber die Gelegenheit zu solchem Diebstahle fehlt, und Sie keine Gewalt von mir zu befürchten haben, so nah’ ich Ihnen in andrer Weise, als Bittender! Geben Sie mir Ein poetisches Blättchen von Ihrer Hand abgeschrieben und mit Ihrer Namensunterschrift, für meine Sammlung autographischer Blätter! Meine Wiener Freunde haben mir ein solches längst versprochen, aber noch nicht zu schaffen gewußt, oder, was noch schlimmer, mich vergessen, wie ich dessen die von mir sehr verehrte Frln.

Biri Baldacci beschuldigen muß. – Können Sie mir noch andre solcher Gaben zuwenden – mir fehlen (außer Hammer) fast alle Wiener Litteratoren – so würde Hr. Professor Kuranda“ (der Überbringer des Briefes) „sie gütigst in Empfang nehmen für mich […]“.

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Varnhagen von Ense, Karl August

Schriftsteller (1785-1858). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Berlin. 31.8.1853. 8vo. 1 p. Falt- und Knitterspuren, etwas angeschmutzt. Empfängervermerke und alter Sammlerstempel; insgesamt dekoratives Autograph.
$ 1,255 / 1.200 € (83378)

An Johann Jacob Weber in Leipzig. „[…] Die von Ew. Wohlgeboren mit so vielem Glück herausgegebene und überall mit größtem Beifall gelesene Illustrierte Zeitung brachte vor kurzem mein - leider in der Nachbesserung hier in Berlin etwas verpfuschtes, aber doch, wie versichert wird, nicht unähnliches Bildniß nebst einer Skizze meines Lebens. Mich überraschte das Blatt am 27. Juli in Waldshut an der Gränze der Schweiz! Darf ich mir vielleicht, und im Fall es nicht der Gebrauch wäre einzelne Stücke abzulassen, um so mehr als besondere Gunst erbitten, daß Sie mir 6 Abdrücke dieser Nummer gütigst übersenden ließen? Sie würden mich und mehrere meiner Freunde dadurch zum größten Dank verpflichten! Am liebsten wäre es mir, diese Sendung, wenn solche überhaupt stattfinden kann, durch die hiesige Dümmler’sche Buchhandlung zu empfangen und den Betrag sofort entrichten zu können.

[…]“ Varnhagen beteiligte sich als Offizier in österreichischen, später in russischen Diensten an den Befreiungskriegen gegen Napoleon und übernahm in der Folge auch diplomatische Aufgaben. Danach ließ er sich in Berlin nieder und stand dort als Schriftsteller, Journalist, Historiograph und Literaturkritiker im Mittelpunkt des literarischen Geschehens seiner Zeit. Er legte eine umfangreiche Autographensammlung an, zu der auch tausende Korrespondenzstücke seiner Gattin Rahel, geb. Levin zählten. Das von ihm unbefugt geführte Adelsprädikat wurde angesichts seiner Reputation stillschweigend legitimiert. - Der Briefempfänger Johann Jacob Weber (1803-1880) war Buchhändler und Verleger und gab über 37 Jahre Deutschlands erste Illustrierte, die Leipziger ,Illustrirte Zeitung’ heraus..

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Varnhagen von Ense, Karl August

Schriftsteller und Diplomat (1785-1858). 7 eigenh. Briefe mit U. Berlin. Zusammen 6 SS. auf 13 Bll. Gr.-8vo.
$ 7,841 / 7.500 € (44239/BN30325)

Freundschaftliche Korrespondenz mit Rebecka Dirichlet (1811-58), der Enkelin Moses Mendelssohns, Tochter von Abraham und Lea Mendelssohn (Bartholdy) und jüngeren Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy und Fanny Hensel. I: "Ich nehme Sie beim Worte, gnädige Frau! Wollen Sie es gütigst versuchen, ob die beifolgenden Blätter der Jahrbücher an Mstrs Sarah Austin billig zu befördern sind? [...] Sie sehen vielleicht einen Augenblick die beiden Bände der Mstrs Sarah an, die ich noch zu Hause habe.

Im Thl. 2 S. 320 ist die schöne mündliche Mittheilung von Felix beigebracht. Für Frau Professorin Hensel lege ich andre gedruckte Bogen bei, worin meine Anzeige von Preuß Lebensgeschichte Friedrichs des Großen steht. Im Ganzen hoffe ich auf Beistimmung [...]" (9. IX. 1833). Die englische Schriftstellerin Sarah Austin (1793-1867) hat Pücklers "Briefe eines Verstorbenen" übersetzt (ersch. London 1832) und stand seit 1833 mit Varnhagen in Briefkontakt. Von ihrer dreibändigen Anthologie "Characteristics of Goethe" hatte Varnhagen vermutlich den ersten Band ausgeliehen. Seine Besprechung von Joh. D. E. Preuß' "Lebensgeschichte Friedrich des Großen" erschien in den "Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik" und als Wiederabdruck in seinem 1833 erschienenen Werk "Zur Geschichtsschreibung und Literatur". - II: "Ich freue mich, gnädige Frau, daß Ihr Absagebrief doch zugleich wieder ein Zusagebrief ist! Der Freitag ist mir sehr recht. Ich werde mich einfinden, und Ihrer Befehle gewärtig sein [...] Die Tutti frutti [von Pückler-Muskau] sind unvergessen: ich schäme mich der Verspätung, die ich doch nicht Macht habe ohne dringende Gewalt zu lösen! [...]" (11. III. 1834). - III: "Empfangen Sie den innigsten Dank für das willkommene Geschenk [wohl ein Autograph], für Ihr gütiges Gedächtniß! - Wenn es darauf ankommt, den Karakter aus der Handschrift zu erkennen, so giebt es nicht leicht eine die mehr Stoff anbietet, als die der unglücklichen Herzogin! [d. i. die von ihrem Ehemann ermordete Fanny de Choiseul-Praslin, 1780-1847] Ich bin zwar kein allzu sichrer Leser, allein eine gewisse vornehme Lässigkeit und Verwirrung glaub' ich doch herauszudeuten [...] Bei der Juli-Revolution [von 1830] waren wir täglich bei Ihnen, und tauschten Neuigkeiten und Betrachtungen. Ich fühlte das stärkste Verlangen, diese schöne Erinnerung jetzt, bei der Februar-Revolution [in Frankreich], zu erneuern! Es will mir nicht gelingen, seit vier Wochen leid' ich an Rheuma [...]" (11. III. 1848). - IV: Bezieht sich auf die gewaltsame Befreiung Gottfried Kinkels aus dem Spandauer Gefängnis am 6. November 1850 und dessen Flucht nach England, an der Rebecka Dirichlet und Varnhagen ideell beteiligt waren: "Hier überreiche ich Ihnen, Hochverehrteste, den verabredeten Brief - - wie thut es mir wohl, wieder mit deutschen Lettern zu schreiben! - - der hoffentlich seinen Zweck nicht verfehlen wird [...] Sie thäten doch vielleicht gut, der Frau Professorin [Johanna] Kinkel vertraulich zu sagen, daß Mrs. Grote [d. i. Harriet Grote, die Gattin des Historikers George Grote] eine Frau besonderer Art und nicht immer leicht zu behandeln ist. An Hrn. Chorley sollten Sie doch wohl einige Zeilen wenden, ich denke mir ihn wie unsre [Ludwig] Rellstab, [Theodor] Rötscher, [Friedrich Wilhelm] Gubitz, und daher für ein freundliches Wort sehr empfänglich. Die Adresse von Hrn. Richard Monckton Milnes, Dichter und Parlamentsmitglied, ist 26 Pall Mall, London, es wird nicht schwer sein, jemanden zu finden, der dort einführen kann [...]" (22. II. 1851). Das Haus von Milnes war ein Treffpunkt deutscher Schriftsteller und Emigranten in London. - V: "Hiebei erfolgt das gewünschte Blatt für Ihren Herrn Neffen, das er zur guten Stunde dem Dichter [d. i. Ludwig Uhland] abgeben möge, der unter äußerer Kälte die frischeste Wärme hegt, wie seine Poesien es herrlichst darthun. - Weniger als Dichter, aber desto mehr als wunderlicher Kauz wäre vielleicht auch Justinus Kerner in Weinsberg Ihrem Neffen merkwürdig; auch er ist mein Jugendfreund, aber ich schreib' ihm nicht mehr, seitdem er in den letzten Jahren sich der rohen Unterdrückung schmeichelnd zu Füßen gelegt hat. Wenn aber Herr Hensel ihn sehen möchte, kann er nur geradezu in eignem Namen zu ihm gehen, er wird auf's beste von ihm aufgenommen werden. Trifft er den Sohn, Dr. Theobald Kerner, in Weinsberg, so möge er diesen herzlich von mir grüßen [...]" (4. X. 1851). Sebstian Hensel (1839-1898) war das einzige Kind von Fanny und Wilhelm Hensel. 1851 bezog er die Landwirtschaftsschule in Hohenheim bei Stuttgart. - VI: "[...] Meine Nichte [d. i. Ludmilla Assing] bedauert mit mir ungemein, daß wir gestern Ihrer gütigen erfreuenden Einladung nicht folgen konnten, wir hoffen uns baldigst schadlos halten zu dürfen, und unser größter Gewinn ist mit Ihnen zu sein, der durch Nebengewinne nicht erhöht wird! [...]" (4. II. 1853). - VII: "Auf Ihre liebenswürdigen Zeilen [...] würde ich gleich gestern geantwortet haben, hätte ich nicht vorher mit Frln. Solmar Rücksprache nehmen müssen. Dies ist erst am Abend möglich gewesen. Wir kommen also morgen (Montag) [...]" (26. II. 1854). Mit Henriette (Jettchen) Solmar (1794 bis etwa 1890) verband das Ehepaar Varnhagen sowie seine Nichte eine lange Freundschaft. - Tls. mit kleinen Randläsuren, insgesamt jedoch sehr gut erhalten. Varnhagens Briefe wurden 1869 in Marburg versteigert und zehn Jahre später erstmals von Konrad Feilchenfeldt im dritten Band der "Mendelssohn Studien" veröffentlicht sowie erschöpfend kommentiert (SS. 51-79)..

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Varnhagen von Ense, Karl August

E. Brief mit U.
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Karl August Varnhagen von Ense (1785–1858), Schriftsteller und Diplomat. E. Brief mit U. („Varnhagen von Ense“). Berlin, 19. Mai 1841. 1½ SS. auf Doppelblatt. 4°. – Begleitschreiben zur Übersendung seines neuesten Buches „Leben des Feldmarschalls Grafen von Schwerin“ (Berlin, Duncker & Humblot, 1841). Wie von alter Hand am unteren rechten Rand der Recto-Seite von Bl. 1 vermerkt, an Fürst Metternich: „Durchlauchtigster Fürst! Ew. Durchlaucht eine neue litterarische Arbeit von mir zu überreichen, ist für mich einem Feste gleich, welches, so lange es bevorsteht, freudigen Muthes herbeigewünscht wird, sobald es aber eintritt, doch Zweifel und Sorgen mit sich bringt. Wie könnte es auch anders sein in meinem Falle, der ich aus wahrem Drange des Gemüths und aus höchster Geisteswürdigung zu Ew. Durchlaucht mich hingezogen fühle, und Ihnen als Zeichen meiner tiefinnigsten Anhänglichkeit und Verehrung gern das Beste und Höchste darbieten möchte, doch nur eben das Meine hiezu verwenden kann, das Meine, von dem ich, wie wohl jeder Schreibende, nicht gerade schlecht denke, das mir aber in solchem Augenblicke stets nur als unzulänglich erscheint! – Doch Ew. Durchlaucht haben mich gewöhnt, weniger Ihr Urtheil zu fürchten, als Ihrer Güte zu vertrauen, und diese wird auch gegenwärtig meine Zuflucht. Nehmen Ew. Durchlaucht, ich bitte, mein kleines Buch mit huldvoller Nachsicht auf! Durch den Hrn. Grafen von Trautmansdorff vernehme ich wiederholte erwünschte Nachrichten von Ew. Durchlaucht hohem Wohlsein. Die Möglichkeit, daß ich vielleicht diesen Sommer am Rhein Ew. Durchlaucht persönlich meine Ehrfurcht bezeigen dürfte, erhebt und erhellt die Empfindungen, mit denen ich eine Reise dorthin, nach vorgängigem Aufenthalt in Kissingen, wo ich den Hrn. General von Tettenborn zu sehen hoffe, im Sinne trage. Der hochverehrten Frau Fürstin wage ich hier meine tiefste Huldigung unterthänigst zu bezeigen, und schließe mit der Bitte und Hoffnung, Daß Ew. Durchlaucht den Ausdruck der so ehrerbietigen als bewundernden Gesinnungen gnädigst genehmigen, mit denen ich treulichst-dankbar zeitlebens verehre Ew. Durchlaucht [...]“. – Ohne die besagte „litterarische Arbeit“.


Varnhagen von Ense, Karl August

Eigenh. Brief mit U. und eigenh. Manuskript als Beilage.
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