Alexander Frh. v. Ungern-Sternberg

Ungern-Sternberg, Alexander Frh. v.

Schriftsteller (1806–1868). Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D. 2¼ SS. 4to. Doppelblatt. Mit eh. Adresse (Faltbrief).
$ 428 / 400 € (7343)

Alexander Frh. von Ungern-Sternberg (1806–1868), Schriftsteller. E. Brief m. U., o. O. u. D. 2¼ Seiten 4°. Doppelblatt. Mit e. Adresse [Faltbrief]. – An den Philologen und Archäologen Joseph Anselm von Feuerbach (1798–1851): „Mit Schrecken und inniger Wehmuth habe ich vorgestern aus der hiesigen Zeitung die unerwartete Zweckwidrige Besetzung der Stelle gelesen, die Ihnen zugesagt war, die Ihnen einen schöneren Wirkungskreis gab, und Ihre Lage wesentlich verbesserte. Ich kann Ihnen den Schmerz nicht schildern, den ich empfand, als ich diese Nachricht las, die Sie wie ein Blitzstrahl aus unbewölktem Himmel traf.

Es war mir zu Muthe, als ob mir selber ein Unglück begegnet wäre, und ich konnte Nachts nicht schlafen, weil der Gedanke folterte; HeuteGestern wollte ich Sie besuchen, aber mein elender Fuß verhinderte das Ausgehen. Das ist das schlimmste Übel zu den körperlichen Gebrechen, daß man nicht einmal seinen Freunden nützlich seyn kann. Lassen Sie sich nicht entmuthigen, theurer Freund! Ihr tiefes Wirken ist zu bekannt, als daß nicht endlich auf Sie rücksicht [!] genommen werden sollte, wenn auch nich[t] hier im Lande, wo die Wissenschaften wenig geachtet werden, und alles durch Intrige und Cabale bewirkt wird. Männer wie Sie sind selten, und werden auch im Auslande gewürdigt und hochgeschätzt. Sind nicht in Paris und London berühmte deutsche Gelehrte angestellt und ist die Wissenschaft nicht das Eigenthum aller Nationen? [...]“. Nach dem Erfolg seiner ersten Novelle „Die Zerrissenen“ (1832) sich der Schriftstellerei zuwendend, verkehrte Ungern-Sternberg in Berlin im Kreise um Karl August Varnhagen von Ense und arbeitete zeitweise auch als Korrespondent der „Kreuzzeitung“. Im Auftrag des russischen Gesandten war er Berichterstatter bei der Frankfurter Nationalversammlung und beim Erfurter Parlament, lebte seit 1850 in Dresden und starb auf dem Gut seines Schwagers. Neben historischen und gesellschaftskritischen Novellen und Romanen schrieb er spannende, teils auch frivole Unterhaltungsliteratur. – Mit kl. Randläsuren und -einr.; Bl. 2 mit kl. Ausr. durch Öffnen der Verschlußmarke (keine Textberührung)..

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