Leo Graf Tolstoi

Tolstoi, Leo Graf

russischer Schriftsteller (1828-1910). Eigenh. Brief mit Unterschrift. O. O. 4 pp. Doppelblatt. Gr. 8vo. Russisch.
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An Konstantin Mitrofanowitsch Masurin, einen wohlhabenden Fabrikantensohn, der als Musik- und Literaturwissenschaftler tätig war. Tolstoi bittet ihn um Unterstützung für die in Bedrängnis geratene Gemeinschaft der Duchoborzen (“Geisteskämpfer“). „[…] ich wende mich an Sie mit der Bitte um Hilfe für eine ganze Bevölkerungsgruppe, die selbst die hohen Ideale verwirklicht hat, zu denen die ganze Menschheit strebt. Ich spreche von den Kaukasischen Duchoborzen. Da sie den Militärdienst mit dem christlichen Leben nicht für vereinbar halten, kamen und kommen sie der Militärpflicht nicht nach.

Die Regierung konnte das nicht zulassen und leitete gegen sie eine Verfolgung ein, die infolge der Grobheit der kaukasischen Verwaltung und der von ihr begangenen Fehler sehr grausam war. Die Duchoborzen baten um Erlaubnis auszuwandern, aber früher sehr wohlhabend, sind sie jetzt dermaßen verarmt, dass ihnen keinerlei Mittel zur Verfügung stehen, um nach Kanada zu übersiedeln. Dort bekämen sie Land […]“ (Übers.). - Er füge einen Brief seines Freundes Tschertkow bei, in dem alle Angaben über die Auswanderung von zunächst 2000 Duchoborzen nach Kanada enthalten sind. Dieser umfangreiche Brief liegt hier in einer vielleicht von Tolstoi veranlassten Teil-Abschrift bei, in der auch der Tolstoi-Biograph Aylmer Maude erwähnt wird, der als amerikanischer Mittelsmann in der Angelegenheit behilflich war. - Die Glaubensgemeinschaft der Duchoborzen, von den Quäkern beeinflußt, lehnte u. a. Eid und Kriegsdienst ab. In Russland brutal verfolgt, wanderten sie - mit Tolstois Hilfe - in großer Zahl nach Kanada aus..

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