Ernst Toch

Toch, Ernst

Komponist (1887–1964). Eigenh. Brief mit U. Mannheim. 1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
$ 473 / 400 € (14904)

Ernst Toch (1887–1964), Komponist. E. Brief mit U. Mannheim, 9. Dezember 1927. 1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8°. – An den Schriftsteller Walther Petry (1898–1932): „Es kam leider in den letzten überhetzten Berliner Tagen nicht mehr dazu, daß ich Sie noch hätte sehen und sprechen können. Aber über Grundsätzliches haben wir uns ja ausgesprochen; wenn Sie eine Idee haben, schreiben Sie mir. Ich will Ihnen noch sagen, daß ich für das nächste Baden-Badener Kammermusikfest wieder eine kurze einaktige Kammeroper schreiben soll und will; vielleicht haben Sie dafür eine Idee (Sketsch [!] oder kleine lustige Sache), aber das müßte allerdings bald sein [...]“.

– Geboren in Magdeburg, lebte Walther Petry als freier Journalist, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer (u. a. von Apollinaire, Lautréamont, Mallarmé, Valèry, Alfred Jarry und Leon-Paul Fargue) in Berlin. Für den Verlag „Die Schmiede“ übersetzte Petry auch Proust; eine gemeinsam mit Walter Benjamin und Franz Hessel betriebene Übersetzung von dessen „À la recherche du temps perdu” wurde jedoch wegen finanzieller Schwierigkeiten eingestellt. Seit 1927 etwa leitete Petry das Feuilleton der „Magdeburgischen Zeitung“ und setzte sich nachdrücklich für Robert Musil ein, den er 1927 auch persönlich kennengelernt hatte. – Auf Briefpapier mit gestemp. Briefkopf und mit kleiner Rostspur durch eine Büroklammer; beiliegend ein kleiner Zeitungsausschnitt über Ernst Toch..

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Toch, Ernst

Komponist (1887-1964). 7 eigenh. Luftpostbriefe mit U. sowie ein ms. Brief mit eh. U. Santa Monica, New York und Zürich. Zusammen 10½ SS. auf 8 Bll. Gr.-4to. Die Luftpostbriefe mit eh. Adresse. Mit einer Beilage (s. u.).
$ 2,953 / 2.500 € (32255/BN23244)

An seinen Jugendfreund Lothar Kotula in Jena (DDR): "[...] Ich arbeite angestrengt, komponierend und Stunden gebend - die Zeiten, wo ich ab und zu etwas für den Film machen konnte, sind lang vorüber [...] Und nun bitte ich Dich, gib auch Du die Hoffnung nicht auf und vertraue auf eine Wendung der Dinge und eine Verbesserung der Zukunft! Ich weiss sehr wohl, wie viel Du Armer durchgemacht hast und noch weiter durchmachen musst. Und doch, so viele, viele unter meinen nächsten Verwandten und Freunden konnten nicht den Solatentod sterben, sondern fanden einen unsagbar grauenvollen Tod nach unsagbar grauenvollen Leidensjahren; Menschen in allen Alterstufen vom Säugling bis zum Greis.

Verliere nicht den Glauben an eine schliessliche, ausgleichende Schicksalswaltung, nenne es Gott oder wie immer [...]" (a. d. Br. v. 19. Januar 1948). - "[...] Es ist lieb von Dir, dass Du immer meiner gedenkst (ich meine, mir schreibst), wenn Du Musik von mir hörst, aber schade, dass es immer nur so kleine Scherzchen sind, statt meiner Opern und Symphonien. Ich erinnere mich dabei eines Ausspruchs von Hans Pfitzner zu mir: Um auf dem Spielplan zu bleiben, muss man drei Bedingungen erfüllen: Erstens muss man schon tot sein. Zweitens muss man schon lange tot sein. Und drittens muss man schon sehr lange tot sein [...]" (a. d. Br. v. 26. Juni 1961). - "Deine beiden Briefe [...] liegen wie flammende Anklagen vor mir, und ich kann nichts anderes tun als Dich um Dein liebes und freundschaftliches Verständnis zu bitten. Du schreibst: ‚... Ich kann mir vorstellen, dass Du mit Arbeit überladen bist ...' - bitte tu's! Es ist die einzige Wahrheit, es ist stärker als ich, meine sechste Symphonie muss fertig werden - der Gedanke, dass sie einer meiner Schüler einmal zu Ende schreiben sollte, ist mir unerträglich [...]" (a. d. Br. v. 18. Oktober 1963). - Jeweils im linken Rand und teils auch im Text gelocht sowie zumeist mit kleinen Randläsuren. Beiliegend eine eigenh. Postkarte des Adressaten an seine Schwester v. 15. Mai 1916..

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Toch, Ernst

2 eigenh. Postkarten mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Ernst Toch (1887–1964), Komponist und Musiker. 2 e. Postkarten mit U. Mannheim, 1924 und 26. Zusammen 2½ Seiten auf 2 Bll. (Qu.-)8°. Mit e. Adresse. – An den Pianisten, Komponisten und Dirigenten Paul Aron (1886–1955) in Dresden. I: „Vielleicht interessieren Sie die mit gleicher Post an Sie abgehenden drei ‚Burlesken’ von mir. Sie sind bei Schott-Mainz im Erscheinen begriffen. Hoffentlich können Sie indessen mein selbst ‚abgeklatschtes’ Mskpt. lesen [...]“ (Postkarte v. 21. Februar 1924). – II: „Verspätet Dank für Ihre freundlichen Zeilen. Ich freue mich, daß Sie meine Capricetti spielen wollen. An Kammermusik mit Klavier habe ich nichts, diese Gattung liegt mir nicht, wohl aber ein eben beendetes Konzert mit (großem) Orchester, das bei Schott herauskommt. (Der Klavierauszug dürfte in 5–6 Wochen fertig gestochen sein.) Und machen Sie nicht auch Kammerorchester-Sachen? Da gäbe es doch allerhand von mir, was Ihnen Schott gern zur Ansicht schickt [...]“ (Postkarte v. 8. Mai 1926). – Toch erhielt seine Klavierausbildung bei Willy Rehberg, war Lehrer für Klavier und Komposition an der Hochschule für Musik in Mannheim, promovierte über „Beiträge zur Stilkunde der Melodie“ und emigrierte 1933 über Paris nach London und in die USA, wo er in New York und Los Angeles unterrichtete. „Toch war ein Vertreter der neuklassizistischen Stilrichtung. Er komponierte Opern (u. a. ‚Die Prinzessin auf der Erbse’, 1927; ‚Der Fächer’, 1930), Orchester- (u. a. ‚Jephta’, 1963), Kammer- und Klaviermusik sowie Vokalwerke (‚Die chinesische Flöte’, 1923), Film- und Hörspielmusik. Aufsehen erregte seine ‚Geographische Fuge für Sprechchor’ (1930). Tochs Werk wurde von den Nationalsozialisten als ‚entartete Kunst’ gebrandmarkt. In den USA fand er als Lehrer und Komponist große Anerkennung, erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u. a. den Pulitzer-Preis für die 3. Symphonie“ (DBE). – Paul Aron, der neben seinen oben erwähnten Tätigkeiten auch als Regisseur, Konzertveranstalter, Bearbeiter, Pädagoge und Übersetzer tätig war, mußte 1933 in die Tschechoslowakei emigrieren und 1939 nach Kuba fliehen; ab 1941 lebte er in den USA.