Richard Thurnwald

Thurnwald, Richard

Ethnologe, Soziologe und Orientalist (1869-1954). Brief mit eigenh. U. Zehlendorf. 1½ SS. Gr.-4to. Gedruckter Briefkopf. Leichte Randläsuren; minimal gebräunt. Anstreichungen des Empfängers in Rot.
$ 240 / 220 € (7483)

Richard Thurnwald (1869-1954), Ethnologe, Soziologe, Orientalist. Brief m. e. U., Zehlendorf, 15. Juni 1931, 1 ½ Seite gr.-4°. Gedruckter Briefkopf. Leichte Randläsuren; minimal gebräunt. Anstreichungen des Empfängers in Rot. An den Philosoph und Psychologen Ernest Harms (1895-1974). Harms, der Herausgeber des „Jahrbuchs für idealistische Philosophie“, emigrierte 1933 nach New York: „[…] Eine Teilnahme an den Besprechungsreferaten ist mir grundsätzlich willkommen, jedoch muss ich bemerken, dass die eingesandte Besprechung des Buches von Halfdan Bryn nicht den wissenschaftlichen Anforderungen entspricht, die wir zu stellen bemüssigt sind […] Von der Liste, die Sie uns zugeschickt haben, kann ich schon aus dem Grunde vieles nicht bestellen, weil oft der Verlag oder dessen Adresse fehlt […]“ – Nach dem mit der Promotion abgeschlossenen Studium der Rechtswissenschaften in Wien war Thurnwald seit 1896 als Verwaltungsbeamter in Bosnien tätig, studierte dann Orientalistik und Völkerkunde in Berlin und war seit 1901 Assistent am Berliner Völkerkundemuseum.

Von 1906-09 unternahm er eine Expedition auf die Salomoneninsel Bougainville, der weitere Forschungsreisen nach Neuguinea (1912-15), Ostafrika (1930/31) und 1933/34 erneut nach Bougainville folgten. 1916/17 setzte er seine Studien in Berkeley (Kalifornien) fort, habilitierte sich 1919 in Halle für Ethnologie und Völkerpsychologie, lehrte seit 1924 als a.o.Prof. in Berlin und nahm in den dreißiger Jahren Gastprofessuren an der Yale und der Harvard University wahr. 1925 gründete er die „Zeitschrift für Völkerpsychologie und Soziologie“. Er betonte früh das Prinzip der Gegenseitigkeit in den von ihm erforschten melanesischen Kulturen und hob die psychische Gleichheit aller Menschen hervor. Mit seinem „Gesamtanthropologischen Ansatz“ war er für die deutsche Ethnologie wegweisend. Thurnwald gilt als Begründer der deutschen Ethnosoziologie. Er veröffentlichte u.a. „Ethnopsychologische Forschungen an Südseevölkern“ (1913), „Die menschliche Gesellschaft in ihren ethnosoziologischen Grundlagen“ (1931-35), „Black and White in East-Africa“ (1935), „Koloniale Gestaltung“ (1939) und „Des Menschengeistes Erwachen, Wachsen und Irren“ (1951)..

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Thurnwald, Richard

Ethnologe, Soziologe und Orientalist (1869-1954). Brief mit eigenh. U. Berlin. 1½ SS. Gr.-4to. Gedruckter Briefkopf. Leichte Randläsuren; minimal gebräunt. Anstreichungen des Empfängers in Rot.
$ 218 / 200 € (7484)

Richard Thurnwald (1869-1954), Ethnologe, Soziologe, Orientalist. Brief m. e. U., Berlin, 2. Juli 1931, 1 ½ Seite gr.-4°. Gedruckter Briefkopf. Leichte Randläsuren; minimal gebräunt. Anstreichungen des Empfängers in Rot. An den Philosoph und Psychologen Ernest Harms (1895-1974). Harms, der Herausgeber des „Jahrbuchs für idealistische Philosophie“, emigrierte 1933 nach New York: „[…] Ihre Schrift ‚Volkscharacter und Kulturfortschritt’ las ich eingehend und sorgfältig. Nach reiflicher Überlegung kann ich mich aber nicht dazu entschliessen, Sie für die Zeitschrift zu nehmen.

Ich glaube, dass wir in unserer heutigen Zeit vor allem ausgeglichenes und klares Denken brauchen, nicht Begriffe, Worte, Redensarten […] die Verallgemeinerung ist zu gross und die Deutung fehlt, sowie die Begründung […]“ – Nach dem mit der Promotion abgeschlossenen Studium der Rechtswissenschaften in Wien war Thurnwald seit 1896 als Verwaltungsbeamter in Bosnien tätig, studierte dann Orientalistik und Völkerkunde in Berlin und war seit 1901 Assistent am Berliner Völkerkundemuseum. Von 1906-09 unternahm er eine Expedition auf die Salomoneninsel Bougainville, der weitere Forschungsreisen nach Neuguinea (1912-15), Ostafrika (1930/31) und 1933/34 erneut nach Bougainville folgten. 1916/17 setzte er seine Studien in Berkeley (Kalifornien) fort, habilitierte sich 1919 in Halle für Ethnologie und Völkerpsychologie, lehrte seit 1924 als a.o.Prof. in Berlin und nahm in den dreißiger Jahren Gastprofessuren an der Yale und der Harvard University wahr. 1925 gründete er die „Zeitschrift für Völkerpsychologie und Soziologie“. Er betonte früh das Prinzip der Gegenseitigkeit in den von ihm erforschten melanesischen Kulturen und hob die psychische Gleichheit aller Menschen hervor. Mit seinem „Gesamtanthropologischen Ansatz“ war er für die deutsche Ethnologie wegweisend. Thurnwald gilt als Begründer der deutschen Ethnosoziologie. Er veröffentlichte u.a. „Ethnopsychologische Forschungen an Südseevölkern“ (1913), „Die menschliche Gesellschaft in ihren ethnosoziologischen Grundlagen“ (1931-35), „Black and White in East-Africa“ (1935), „Koloniale Gestaltung“ (1939) und „Des Menschengeistes Erwachen, Wachsen und Irren“ (1951)..

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