Julius Stern

Stern, Julius

Dirigent und Musikpädagoge (1820–1883). Eigenh. Brief mit U. Berlin. 2 SS. 8vo.
$ 177 / 150 € (11286)

Julius Stern (1820–1883), Dirigent und Musikpädagoge. E. Brief mit U. Berlin, 17. September 1850. 2 Seiten 8°. – Einer kl. Notiz in Bleistift am unteren Rand der Recto-Seite zufolge an Musikdirektor Kempe in Bernburg: „Gleich nach Empfang Ihrer geehrten Zeilen habe ich den besten deutschen Harfenisten, Herrn Grim[m] [d. i. Karl Konstantin Louis Grimm, geb. 1821], Königl. Kammermusikus, aufgesucht, der, in der Hoffnung, daß ihm von Seiten des Theaters Urlaub ertheilt wird, gern kommen wird.

Er beansprucht dasselbe Honorar, was er von der Leipziger Conzertdirection bekommen: 6 Friedrichs d’or und freien Transport der Harfe. Dagegen will er weder Wohnung noch Verköstigung annehmen [...] Es soll mich freuen, wenn auch nur indirect beigetragen zu haben, daß Ihre Harfenpartie gut ausgeführt wird. Hr. Grimm ist der erste Künstler, den wir jetzt in Deutschland besitzen [...]“. – Julius Stern trat bereits als Achtjähriger als Geiger in öffentlichen Konzerten auf, studierte Musik und Komposition in Berlin, seit 1843 in Dresden und Paris, wo er als Dirigent des deutschen Männergesangvereins bekannt wurde, und kehrte 1846 nach Berlin zurück. „Er wurde Dirigent der kleinen privaten Chorvereinigung Henriette Sontags, aus der sich 1847 der Sternsche Gesangverein bildete, und gründete 1850 gemeinsam mit Theodor Kullak und Adolph Bernhard Marx eine Musikschule für Gesang, Klavier und Komposition. 1852 übernahm er deren Leitung allein und gab ihr den Namen Sternsches Konservatorium, das bald eine der bedeutendsten musikalischen Ausbildungsstätten Deutschlands war“ (DBE). – Mit kl. unbed. Läsuren am oberen Blattrand..

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Stern, Julius

Dirigent und Musikpädagoge (1820–1883). 2 eigenh. Briefe mit U. Berlin. Zusammen (1¾+1=) 2¾ SS. auf 3 Bll. Gr.-8vo.
$ 414 / 350 € (23888)

Julius Stern (1820–1883), Dirigent und Musikpädagoge. 2 e. Briefe mit U. Berlin, 1856 und 1868. Zusammen (1¾+1=) 2¾ SS. auf 3 Bll. Gr.-8°. – An den namentlich nicht genannten Komponisten und Dirigenten Carl Reinecke (1824–1910): „Wenn ein Musiker wie Sie mir eine solche Ehre & Freude erweisen will, da bilde ich mir was ein! Ich danke Ihnen recht herzlich und freue mich besonders, daß wir’s Ihnen vorsingen werden. Könnten Sie denn Ihr Kommen nicht auf den Spätoctober legen? Da wird es erst lebendig bei uns [...]“ (Berlin, 15.

April 1856). – „Herr C. M. de Sweert [?] hat mir angezeigt, daß er gern bereit ist, Sonate u. Variationen zu spielen. Für Ihren Manfred danke ich herzlich. Den Entreair [?] haben wir schon 3mal, gestern mit 100 Musikern, unter großem Beifall aufgeführt. Ich konnte das Da Capo dem Publikum nicht bewilligen, da die vorgerückte Zeit sonst die Schlußnummer unmöglich gemacht hätte [...]“ (ebd., 30. Oktober 1868). – Julius Stern trat schon im Alter von acht Jahren als Geiger in öffentlichen Konzerten auf, studierte Musik und Komposition in Berlin, seit 1843 in Dresden und Paris, wo er als Dirigent des deutschen Männergesangvereins bekannt wurde, und kehrte 1846 nach Berlin zurück. „Er wurde Dirigent der kleinen privaten Chorvereinigung Henriette Sontags, aus der sich 1847 der Sternsche Gesangverein bildete, und gründete 1850 gemeinsam mit Theodor Kullak und Adolph Bernhard Marx eine Musikschule für Gesang, Klavier und Komposition. 1852 übernahm er deren Leitung allein und gab ihr den Namen Sternsches Konservatorium, das bald eine der bedeutendsten musikalischen Ausbildungsstätten Deutschlands war“ (DBE). – Mit kl. unbed. Läsuren..

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Stern, Julius

Journalist (1865–1939). Eigenh. Postkarte mit Initialen. Brüssel. 1 S. 8vo. Mit eh. Adresse.
$ 177 / 150 € (25957)

Julius Stern (1865–1939), Journalist. E. Postkarte mit Initialen. Brüssel, 17. Dezember 1938. 1 S. 8vo. Mit e. Adresse. – An Ignaz Grünberg, den (ehemaligen) Administrationschef der „Österreichischen Volkszeitung“: „Die erste Karte, die ich von hier aus schrieb, galt meinem Bruder Max – die zweite richte ich an Sie und Ihre edle Frau! Ich möchte vor Allem wissen, wie es Ihnen beiden geht, u. würde mich glücklich fühlen, bekäme ich gute, gute Nachricht! Was mich und meine lieben Kinder betrifft, so kann ich Gottlob durchaus Erfreuliches melden.

Wir hatten die ersten Tage in einer Pension gewohnt, sind aber gestern in die reizende Villa übersiedelt, die ein Gönner der Wissenschaft der Brüsseler Universität überlassen u. die der akademische Senat meinem Sohn zur Verfügung gestellt hat. Ein entzückendes Benefice! Im Brüsseler ‚Hietzing’ gelegen! Und von den Gattinnen einiger Professoren mit wunderschönen Möbeln, Tisch- u. Bettzeug und allen möglichem Zubehör ausgestattet [...]“. – Wenige Monate nach dieser Karte sollte Stern in geistiger Umnachtung dahinscheiden. – Julius Stern war Mitarbeiter des „Neuen Wiener Tagblatts“ und anschließend Redakteur der „Volks-Zeitung“ gewesen; zudem war Stern Vizepräsident der Journalisten- und Schriftsteller-Vereinigung „Concordia“ und Mitglied des Exekutivkomites des Österreichischen Roten Kreuzes. Vgl. ÖBL XIII, 227f. – Zu seinen „lieben Kindern“ zählt der Philosoph Alfred Stern (1899–1980), der nach seiner Emigration als Professor der Philosophie am California Institute of Technology in Pasadena, an der University of Southern California in Los Angeles sowie an der Universität von Puerto Rico in Mayagüez lehrte..

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Stern, Julius

deutscher Musikpädagoge und Komponist jüdischen Glaubens (1820-1883). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Baden Baden. 8vo. 1 p.
$ 295 / 250 € (74799)

Teilt mit, dass er gerne an dem Musikfest in Mainz teilnimmt. - Stern war der Sohn des Musikalienhändlers Moritz Stern (1778–nach 1858) und dessen Ehefrau Täubchen, geborene Berliner. Zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern kam Stern im Jahr 1832 nach Berlin und begann er zunächst eine Lehre in einer Seidenfabrik, ehe er als Eleve an der Musiksektion der Berliner Akademie der Künste angenommen wurde und Komposition studieren konnte. In den Jahren 1838 bis 1854 führte er eine intensive Korrespondenz mit dem von ihm verehrten Robert Schumann, dem er 1841 seine Lieder op. 8 widmete.

1853/54 erwogen beide Komponisten sogar einen „Tausch“ ihrer Stellen. Ein Stipendium des Königs Friedrich Wilhelm IV. ermöglichte Stern ein Gesangsstudium in Paris, wo er im September 1843 eintraf. Hier leitete Stern als Nachfolger von Conradin Kreutzer den deutschen Gesangverein und lernte Giacomo Meyerbeer – der ihn auch protegierte – und Hector Berlioz kennen. Daneben verkehrte dort bei dem Bankier Auguste Léo, wo Stern Frédéric Chopin begegnete. 1844 kehrte er nach Berlin zurück. Ab 1844 sang Stern in der Sing-Akademie zu Berlin und gründete 1847 einen eigenen Gesangsverein, der bald eine ernsthafte Konkurrenz für die Sing-Akademie darstellte. Mit diesem führte er zunächst Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, später auch die Missa solemnis und die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven auf. In seiner Berliner Zeit nahm Stern in verschiedenen Miethäusern seinen Wohnsitz, so um 1848 zunächst an der Spittelbrücke 2, ab den 1870er Jahren in der Friedrichstraße 214 im Berliner Stadtzentrum. Gemeinsam mit Theodor Kullak und Adolf Bernhard Marx gründete Julius Stern im Jahr 1850 die „Musikschule für Gesang, Klavier und Komposition“. Am 20. Januar 1852 heiratete er die elf Jahre jüngere Elisabeth Meyer (1831–1919), Tochter des Berliner Kaufmanns Itzig Meyer,[4] deren Schwester Jenny Meyer (1834–1894) später eine geschätzte Konzertsängerin wurde. Ab 1857, nach dem Ausscheiden der beiden Mitbegründer, firmierte die Schule als das Stern’sche Konservatorium. Das Institut war eine der bedeutendsten Ausbildungsstätten für den musikalischen Nachwuchs in Berlin und hatte sowohl namhafte Lehrer als auch Schüler vorzuweisen. Neben der alleinigen Leitung des Konservatoriums übernahm Stern auch den Dirigentenposten des Chores der Synagoge der Reformgemeinde in der Johannisstraße unter Rabbiner Samuel Holdheim.[5] Im Jahr 1855 gründete Stern einen Orchesterverein, der aufgrund wirtschaftlicher Probleme keinen langen Bestand hatte. Später leitete er die Berliner Symphoniecapelle, bis er sich 1873 als Dirigent zurückzog. Im gleichen Jahr trat er der Gesellschaft der Freunde bei..

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