Rudolf von Seitz

Seitz, Rudolf von

Maler und Bildhauer (1842-1910). 3 eigenh. Briefe mit U. München. Zusammen 8 SS. 8vo. Mit 3 eh. Umschlägen mit Frankatur.
$ 220 / 200 € (6122)

Rudolf von Seitz (1842-1910), Maler und Bildhauer. 3 e. Briefe mit U., München, 18. u. 23. März 1878 sowie o. Jahr [1878], zus. 8 Seiten 8°. Mit 3 e. Umschlägen mit Frankatur. An den Verleger Eduard Hallberger in Stuttgart über seine Illustrationen zu dessen Prachtausgaben der Werke Shakespeares und Schillers. - I. (9. Februar. 1878): „[...] Nachdem ich den Fehler schon begangen, dass der Geuse das Schwert in seiner Linken hält, so ist das nur schwer zu ändern, ohne das ganze Ding neu zu machen [...] Gerne bin ich bereit die Klinge so zu ändern, dass dieselbe nicht, wie es jetzt der Fall, als krummer Säbel, sondern als elastisch gebogen erscheint [...]“ - II.

(18. März 1878): „[...] So erwünscht es mir ist, wenn auf den Titel nur der Name Macbeth zustehen kommt, ebenso wenig kann ich mich damit einverstanden erklären, dass man denselben in Schwabacherschrift auf diesen celtischen Stein hinaufdrukt. Es würde dadurch die Composition statt ernst, lächerlich wirken, und ich möchte ebenso ungern, dass ein solcher Anachronismus auf meine Schulter fiele, als es mir gleichgültig gewesen wäre, ob der Geuse den Sabel in der rechten oder linken Hand gehabt hätte. Überdiess glaube ich, dass in Ihrem Werk noch mehr bizantinische u. gothische Titel kommen müssen, welche sich dann auch nicht mit dieser Renaissance-Schrift vertragen würden, und mir scheint es desshalb schon unmöglich, consequent die Schwabacherschrift durchzuführen [...]“ - III. (23. März 1878): „[...] Bin bereit, die zuletzt verlangte Zeichnung zu machen, erkläre aber im Voraus, dass es mir nicht möglich ist, eine Zeichnung zu liefern, welche durch Styllosigkeit sich den übrigen der Gartenlaube [gemeint ist wohl 'Über Land und Meer'] acomodiert. Es müsste mir schon überlassen sein, die Zeichnung so zu halten, dass sie meinem Geschmack einige Befriedigung gewährt und das kann sie nur, wenn es mir erlaubt ist, irgend einen Styl, sogar so streng wie möglich fest zu halten [...] Bezüglich der Zierleisten pp. zu Abfall der Niederlande müsste ich schon zwei bis drei Monate Zeit haben, wenn ich dieselben übernehmen sollte [...]“ - Seitz gründete 1878 gründete mit Gabriel von Seidl ein Atelier für Innendekoration und half bei der Innenausstattung des Bayerischen Nationalmuseums, dessen Konservator er 1883 wurde..

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