Adalbert Schwegler

Schwegler, Adalbert

Theologe, Philosoph und Historiker (1819-1857). Eigenh. Schriftstück. Tübingen. 4 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo.
$ 763 / 680 € (940416/BN940416)

Informiert den Adressaten darüber, dass er eine Abhandlung Friedrich Theodor Vischers der seinen vorziehe und schildert das Leben Vischers: "Ihre Abhandlung über Hebbel, verehrter Herr, bekam ich leider zu spät. Kurz vorher hatte mir Vischer, der die Maria Magdalena gleichfalls mit grossem Interesse gelesen, mir Critic derselben zugesagt - ein Anerbieten, das ich natürlich dankbar annahm. Seine Arbeit halt also das Erstgeburtsrecht. [...] Sie wünschen von mir Nachweisungen über Vischers Leben.

Gedruckt ist darüber noch nichts, als ein schlechter, von Fehlern wimmelnder Artikel, der in einem obscuren Leipziger Conv. Let. [...] abgedruckt ist. Hier die Hauptdata: [...] Vischer schreibt nicht schnell und leicht; er verausgabte sein bestes immer nur in Journalausgaben. Seine Hauptstätte ist sein mündlicher Vortrag, spannend, klar, plastisch, aufregend. Er ist unstreitig der beste Docent der Universität, wie er denn auch den völlig freien Vortrag zuerst hier aufgebracht hat. Die Zahl seiner Zuhörer war immer sehr bedeutend. Vischer ist auch ein sehr liebenswürdiger Gesellschafter, voll Witz u. Unterhaltungsgabe. Schade, daß sein hiesiger Wirkungskreis so eng is: im berlin Jb. würde er eine hervorragende Rolle spielen [...]". - Nach seinem Studienabschluss in Tübingen kehrte Schwegler 1842 in seinen Geburtsort Schwäbisch Hall zurück. Eine Anstellung bei der Württembergischen Landeskirche zu bekommen, gelang ihm nicht. Seine Nähe zu den Lehren Hegels, die ihm in der Tübinger Schule vermittelt worden waren, verwehrte im den Zugang. Ab 1843 redigierte er über drei Jahre lang die bedeutende literarische Zeitschrift "Jahrbücher der Gegenwart", für die u.a. der im vorliegenden Brief erwähnte Friedrich Theodor Vischer schrieb. Schwegler verfasste mehrere kirchengeschichtliche Arbeiten, wandte sich dann aber von der Theologie ab und der Altertumswissenschaft zu. Hebbels Drama "Maria Magdalena" wurde 1846 in Königsberg uraufgeführt. - Leicht stockfleckig. Tinte etwas durchschlagend..

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