Bernhard Romberg

Romberg, Bernhard

deutscher Cellist und Komponist (1767-1841). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Frankfurt. 4to. 1 p. Falspuren. Leicht gebräunt. Doppelblatt mit Adresse. Papierverlust durch Öffnen des Briefes (ohne Textbeeinträchtigung). Mit Kuvert.
$ 3,983 / 3.500 € (74820)

An seinen Freund, den Philologen Johann Christoph Schlüter (1767-1841) in Münster. „Da der Hof von Holland jetzt in Brüssel ist, so bin ich genöthigt […] dorthin zu gehen, und werde von dort über Amsterdam nach Münster kommen. Welches so zu Ende des Aprils sein wird, da mich nun meine Mutter früher erwartet, so möchte ich nicht daß sie wegen meiner in Sorgen währe. Ich habe einige Briefe von Amsterdam für mich, unter Deiner Addresse nach Münster gehen laßen; wenn du solche erhalten hast, so schicke sie doch nach Amsterdam poste restante.

[…]“ - Romberg verbrachte seine Jugend in Münster und begann schon in jungen Jahren eine Ausbildung als Cellist. Es ist nicht eindeutig geklärt, von wem Romberg Unterricht im Violoncellospiel erhielt, unterschiedliche Quellen nennen den deutschen Cellisten Johann Konrad Schlick, den Wiener Cellisten Franz Marteau oder Bernhard Rombergs eigenen Vater, der auch Cello spielte. Es ist auch möglich, dass Romberg von einem Violinisten unterrichtet wurde, da sein späteres Cellospiel für die Violine typische Elemente enthielt. Zusammen mit seinem etwa gleichaltrigen Cousin Andreas Romberg (1767–1821), der Violine spielte, trat Bernhard Romberg schon im Alter von sieben Jahren in Münster vor Publikum auf. In den folgenden Jahren unternahmen die beiden einige Konzertreisen durch Europa, wurden dabei jedoch fälschlich als „die jüngeren Brüder Romberg“ bezeichnet. 1776 besuchten sie die Niederlande, 1782 Frankfurt am Main und 1784 und 1785 Paris. Der französische Musiker François-André Danican Philidor war von den Vettern beeindruckt und stellte sie dem herausragenden Violinisten Giovanni Battista Viotti vor. In Paris lernte Bernhard Romberg die Werke Haydns und die Opern Glucks kennen. Aufgrund ihrer erfolgreichen Auftritte in Pariser Salons wurden die Vettern 1785 für das Concert Spirituel engagiert. In Münster widmete sich Bernhard Romberg weiter intensiv dem Cellospiel. Zusammen mit seinem Cousin Andreas spielte er in der Hofkapelle in Münster. Dort schloss er sich der Freimaurerloge „Zu den drei Balken“ an. 1790 wechselten sie in die Kurkölnische Hofkapelle in Bonn. Dort trafen die Vettern auf viele bekannte Musiker, darunter Christian Gottlob Neefe (mit dem sie seit 1782 bekannt waren), Ludwig van Beethoven, den Geiger Franz Anton Ries (dessen Sohn Ferdinand von Bernhard Cellounterricht erhielt), und den tschechischen Cellisten Joseph Reicha mitsamt seinem Neffen Anton. Für die Anekdote, Beethoven habe Romberg die Komposition und Widmung eines Cellokonzertes angeboten und Romberg habe erwidert, er spiele ausschließlich eigene Werke, gibt es keinen Beleg.[1] Zusammen mit Franz Anton Ries (Violine) und Ludwig van Beethoven (Bratsche) traten die beiden Rombergs als Quartett auf. Im Jahr 1799 trennten sich ihre Wege. Bernhard Romberg ging auf Konzertreise nach Spanien, dozierte am Konservatorium in Paris und wurde Mitglied der Königlichen Kapelle in Berlin. 1820 zog Bernhard Romberg nach Hamburg, wo er bis zu seinem Tod am 13. August 1841 wohnte..

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