Andreas Romberg

Romberg, Andreas

deutscher Violinvirtuose, Komponist und Dirigent (1767-1821). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Hamburg. 4to. 1 1/2 pp.
$ 5,121 / 4.500 € (74821)

Biographisch wichtiger Brief an seinen Vetter, den Münsteraner Literaturprofessor Johann Christoph Schlüter (1767-1841): „Im vorigen Herbste erhielt ich aus Paris ein Schreiben, worin ich ersucht wurde, zu einem Dictionnaire historique de Musique einige Notizen von meinem Studio, meinem Lehrern, meiner Familie, meinen Reisen und ein vollständiges Verzeichniß methodisch und chronologisch geordnet, von meinen Werken zu geben und baldigst auszusenden. Ich bat einen Freund, der ziemlich genau meine Künstlerlaufbahn kennt, dem ich das was er noch nicht wußte, besonders aus früherer Zeit, mündlich mittheilte, und der der französischen Sprache mächtig ist, seit der Ausarbeitung des verlangten Aufsatzes zu unterziehen.

Derselbe ist zwar bald genug zu Stande gekommen; da ich aber nicht Zeit hatte, ein Verzeichniß meiner sämtlichen Compositionen sogleich hinzuzufügen, so verstrich der Termin der Absendung […]. Vor einiger Zeit habe ich mich mit der Übersetzung dieses Aufsatzes amüsirt und ein äußerst vollständiges Verzeichniß meiner Compositionen angefängt, welche ich Ihnen hiermit zusende. Meine Meinung ist, daß Sie Ihrem Freunde die ganze Geschichte mittheilen und es demselben überlaßen […] Von Bernards Werken kann ich Ihnen nur sagen daß von ihm 1. 3 Quartette, 2. 3 bis 4 Concerte für Violoncell, 3. Potpourri fr Violoncell, 4. Ouverture, 5. Fantasie fürs Violoncell, 6. 1 Quarett allein, 7. Clavierauszug des 1sten Actes von seiner Oper: […] bekannt sind. […]“ - Gemeinsam mit seinem Cousin Bernhard Romberg (1767–1841) ist Andreas Romberg der bedeutendste Angehörige der Musikerfamilie Romberg. Im Unterschied aber zu seinem Cousin, dessen europaweiter Ruf sich vornehmlich auf seine Virtuosität als ausübender Künstler gründete, verschaffte sich Andreas Romberg primär als Komponist einen Namen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden seine Kompositionen auf eine Stufe mit denen Haydns, Mozarts und Beethovens gestellt; nach seinem Tod verblasste sein Ruhm indes schnell. Einzig seine Vertonung von Friedrich Schillers Ballade Das Lied von der Glocke (1808) erfreute sich bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinein großer Beliebtheit. Wie die Musik einiger anderer Zeitgenossen Mozarts und Beethovens erleben Rombergs Werke seit den 1990er Jahren eine Renaissance, die sich auf dem Musikalien- wie dem Tonträgermarkt bemerkbar macht..

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