Gerhard von Questenberg

Questenberg, Gerhard von

kaiserlicher Hofkriegsrat (1586-1646). Eigenh. Dorsalvermerk mit U. O. O. Sechs Zeilen auf der Rückseite eines ganzseitigen, in lateinischer Sprache verfaßten und von einem "Casparus Sunniok" unterzeichneten Berichts. Folio.
$ 561 / 500 € (32569/BN23940)

Dienstanweisung hinsichtlich des weiteren Geschäftsgangs für das vorliegende Aktenstück zur ungarischen Hofkanzlei: "Ad consilium Hung. ut inde iuxta consuetudinem Regni et eius cancellariae intromemorata necessaria expediantur". - Gerhard von Questenberg war zunächst lateinischer Kopist von Kaiser Rudolf II. in der Hofkriegskanzlei und trat später als Registrator und Kriegssekretär in den Dienst von König Matthias. "[N]ach dem Regierungsantritt Ferdinands II. [stieg Questenberg] endgültig zur bestimmenden Persönlichkeit im Hofkriegsrat auf" (NDB XXI, 43).

"Seit 1622 mit der Tochter des kaiserlichen Hofkammerrats Johann Unterholzer von Kranichberg verheiratet, nahm Questenberg enge Verbindungen zu Wallenstein auf, den er bei Aufstellung und Organisation seiner Armee unterstützte. Seit 1626 Wirklicher Hofkriegsrat, wurde er 1627 in den Reichsfreiherrenstand erhoben. In den folgenden Jahren war Questenberg wichtigster Verbindungsmann Wallensteins in Wien und wirkte wiederholt in militärdiplomatischen Missionen, zuletzt als Geheimer Rat und Vizepräsident des Hofkriegsrats" (DBE). - Papierbedingt etwas gebräunt; etwas angestaubt und fleckig und mit kleineren Randläsuren..

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Questenberg, Gerhard von

kaiserlicher Hofkriegsrat (1586-1646). Eigenh. Antwortentwurf mit U., in dorso auf Kanzleischreiben der nö. Landstände an den HKR. Wien. ¼ S. auf gefalt. Doppelblatt (neben der Adresse auf der Rückseite des Gegenblatts). Papiergedecktes Siegel. Folio.
$ 2,021 / 1.800 € (935329/BN935329)

Antwort auf ein Schreiben der Verordneten der niederösterreichischen Landstände an den Hofkriegsrat mit einer Beschwerde über das Festhalten des Obersten Rudolf Gf. Colloredo an einer widerrechtlich vorgenommenen Beschlagnahme in Wiener Neustadt trotz hofkriegsrätlichen Befehls zum Ersatz: "Auf deroselben unnß verwichenen Monats Novembris beschehene zuferttigung, sechtzig centen stahel, so herr obriste Colloredo freyherr, ainem in der Neustatt bezallen solte, betreffent, haben wir wolermelten herrn obristen die befriedigung angedeuter maßen per decretum auferlegt, wie aber gedachter herr obrister sich hievon entschuldiget, undt was er ferrers sich hierüber erclärt, das ist auß seinem unnß übergebenen Bericht A.

mit mehreren zuersehen" (ohne die erwähnte Beilage). - Questenberg, "der bereits unter Kaiser Matthias hervorgetreten war, stieg nach dem Regierungsantritt Ferdinands II. endgültig zur bestimmenden Persönlichkeit im Hofkriegsrat auf" (NDB XXI, 43). In seiner Erwiderung an die Stände ließ er "denen n. ö. herren verordneten vom dem hohen hofkriegsrath [...] diese verordnung [...] thuen, daß ihrer k[ayserlichen] m[ajestät] allergnädigster bevelch" dahin laute, "ihme h. obr. von Coloredo" sei der Gegenwert des Stahls vom Gehalt "abzuziehen und dem clager zuezustellen", Oberst Colloredo dagegen sei zu bescheiden, "daß dieses kein contrabant sey", daß das fragliche Gut aber für den Fall, "das es ain contraband gewest wär, nit ihme sondern dem khayser zugehört haben würde, desßwegen billig ihme die erstattung auferlegt und dem clager zuerkant wurden". - Ein typisches Beispiel für die Mißstände im kaiserlichen Heer des frühen 17. Jahrhunderts, die bis in die kommandoführenden Ränge reichten. Rudolf Gf. Colloredo-Waldsee (1585-1657) hatte 1619 "die Bewilligung [erhalten], in Niederösterreich ein Regiment zu werben, mit dem er die Grenzen dieses Erblandes sicherte" (NDB III, 328). "Viele Oberste jener Zeit lassen sich den jetzigen Fabriksherren vergleichen. Wie diesen die Arbeiter, so dienten jenen die Kriegsknechte als Mittel mühelos sich zu bereichern [...] Wohl mußte jeder Oberst durch die Capitulation sich verbürgen, 'gute Ordnung zu halten, Niemand zu beschweren, Muthwill, Frevel und Unzucht zu bestrafen', aber zum Vollziehen des Beschworenen fehlte jetzt die Möglichkeit, sodann der gute Wille, welcher kaum zu erwarten war, wenn der Befehlshaber selbst in fremdem Eigenthum eine willkommene Beute erblickte. Oberst Rudolph Colloredo (im Dienste der n. ö. Stände) nahm unter dem Vorgeben von Contrebande dem Eisenhändler Joachim Peringer von Neustadt 60 Centner Stahl, für deren Ausführung nach Ungarn er ein Privilegium besaß, hinweg. Der Hofkriegsrath wies die Verordneten an (Schreiben vom 4. Mai 1623), dem Obersten hiefür 523 fl. am Sold abzuziehen" (Hurter, Geschichte Kaiser Ferdinands II., Bd. VIII, S. 321-323). - Die Unterschrift der Beschwerdeschrift (wahrscheinlich die des nö. Landmarschalls Seyfried Christoph von Breuner?) ausgeschnitten..

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