Ernst von Plener

Plener, Ernst von

Politiker und Finanzminister (1841-1923). Eigenh. Brief mit U. O. O. 01.03.1889. 1½ SS. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 130 / 120 € (941593/BN941593)

An einen namentlich nicht genannten Freund: "Da ich Sie heute leider nicht zu Hause antraf, so erlaube ich mir Ihnen schriftlich mitzutheilen, dass der Vorstand gegen die Einbringung Ihrer Interpretation nichts einzuwenden hat, dass er aber nicht glaubt, daraus eine Partei Action machen zu sollen. Von mancher Seite wurde auch eingewendet, dass die Führung des Zuges nach auswärts auf einer Linie und die Benützung einer anderen Linie zur Rückfahrt bei großen internationalen Zügen nicht geradezu anzufechten sei.

Mir scheint der ganze Fall nicht gar so wichtig und ich glaube, dass die ungarischen Reisenden doch noch meistens über Wien fahren werden. Ich bitte also Ihre Interpretation in den Club mitzubringen wo dann die Unterschriften beigesetzt werden können. Bei dieser Gelegenheit teile ich mit, dass wir die Wohnung in Windisch Garsten gemiethet haben [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf des "Abgeordnetenhauses". - Leicht knittrig..

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Plener, Ernst von

Politiker und Finanzminister (1841-1923). Eigenh. Briefkarte mit U. O. O. u. D. 2 SS. Qu.-12mo.
$ 130 / 120 € (941594/BN941594)

An einen namentlich nicht genannten Freund: "Die Vorlagen sind allerdings etwas bedroht, namentlich durch Obstruction in der Special Debatte[,] allein auf die eine Stimme von Ihnen wird es nicht ankommen, ich glaube daher Ihnen einfach rathen zu sollen Ihr Ausschuss Mandat nicht niederzulegen, wir werden wahrscheinlich Samstags geschlossen sodass wir eigentlich nur heute, Donnerstag & Freitag Ausschusssitzungen halten können. Ihre Ersetzung durch Neuwahl könnte daher sehr leicht zu spät kommen. Ich freue mich sehr dass [...] Ihre Besserung fortschreitet [...]".

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Plener, Ernst von

Politiker und Finanzminister (1841-1923). Eigenh. Brief mit U. Schottenhof. 3½ SS. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 163 / 150 € (941595/BN941595)

An einen namentlich nicht genannten Kollegen: "In Beantwortung Ihres geehrten Schreibens von gestern hat mir mein Vater folgende Mittheilung über seine Tarifvorlagen gemacht. Die wichtigste Abänderung welche das Herrenhaus vornahm, betraf die Entschädigung aus Anlass der Tarif-Herabsetzung und zwar in der Richtung[,] dass eine solche Entschädigung schon dann eintreten sollte, wenn die Herabsetzung auch nur eines Transportartikels eine Bruttoverminderung des Erträgnisses der entsprechenden Tarifclasse herbeigeführt haben würde, ohne Rücksicht darauf[,] dass sich inzwischen das Gesammt Netto-Ergebniß [!] günstiger gestaltet haben würde.

Diese Bestimmung wurde als für die Staatsfinanzen bedenklich und für die Wirkung des Gesetzes in hohem Grade als abschwächend erkannt, weil eben wegen Besorgniß verbreitenden staatsfinanciellen Ersatzleistungen, man kaum den Muth gehabt hätte im Gesetzgebungswege zu Tarifherabsetzungen zu schreiten. Aus diesem wesentlichen Grunde[,] welcher in den Reden des damaligen Handels- & Justiz Ministers im Herrenhause eingehend erörtert erscheint, wurde vom Ministerrathe beschloßen, den abgeänderten Entwurf nicht zur a. h. Sanction vorzulegen [...]"..

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Plener, Ernst von

Politiker und Finanzminister (1841-1923). Eigenh. Brief mit U. Wien. 25.08.1882. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 174 / 160 € (941596/BN941596)

An einen namentlich nicht genannten Freund: "Ich muss Ihnen noch für Ihren letzten Brief danken. Ihre Controverse mit der Linzer Kammer wegen der Postsparcassen würde ich nicht auf die Spitze treiben, der Anlass ist an sich zu unbedeutend und Sie sind ja weder für den Regierungs Entwurf noch für die Ausschuss Anträge verantwortlich. Wenn Sie Ihre abweichende Meinung der Kammer mitgetheilt haben so haben Sie Ihren Standpunkt gewahrt und können sich bei der Plenarberathung des Gesetzes passiv verhalten.

Die Zuckersteuer wird ja dank einer neuen Regierungs Vorlage in ein neues Stadium treten und hat schließlich für die Linzer Kammer kein Interesse. Im Interesse der Partei aber bitte ich Sie nicht so leichthin von Mandats Niederlegungen zu sprechen, wir können nicht so leicht Abgeordnete wie Sie entbehren und müssen jeden Sitz zu erhalten trachten. Ich weiß gar nichts über den Wiederzusammentritt des Reichsraths. Meine Frau hat sich so ziemlich erholt und ich hoffe noch im Sept. auf kurze Zeit mit ihr weggehen zu können. Der Kleine ist gesund und mit meiner Schwiegermutter auf dem Land. Leider ist mein Vater seit 4 Wochen an einem Anthrax erkrankt, der ihn hinderte aufs Land zu gehen. Wenn sich nicht eine weitere Ausdehnung einstellt so wird die Heilung der Hauptwunde besser vor sich gehen. Politisch weiß ich nichts neues, habe auch gar Niemand gesehen [...]"..

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Plener, Ernst von

Politiker und Finanzminister (1841-1923). Eigenh. Brief mit U. Schottenhof. 01.02.1890. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 174 / 160 € (941597/BN941597)

An einen namentlich nicht genannten Freund: "Ich danke Ihnen bestens für Ihren Brief und dessen Einlage. Es freut mich ausserordentlich[,] dass Sie diese grossmüthige Spende meiner Disposition anvertrauen. Ich werde iezo genau in Ihrem Sinne vorgehen und den Betrag nicht für Zeitungs Subventionen, sondern für allgemeine Parteizwecke verwenden, sobald die richtige Erforderniß dafür vorhanden ist. Es ist selbstverständlich[,] dass ich Ihrem Wunsche gemäss die Sache geheim halte. Wegen der Eincassierung kann ich nicht gut anders vorgehen als selbst den Betrag erheben da ich niemanden dritten für dieses Geschäft zur Verfügung habe.

Sollte Ihnen dies unangenehm sein, so würde ich Ihnen den Cheque zurückschicken und Sie bitten dafür ein Sparcassenbuch zu erheben. Bitte darüber mir noch eine Mittheilung zu machen [...]"..

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Plener, Ernst von

Politiker und Finanzminister (1841-1923). Eigenh. Brief mit U. Bad Gastein. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 196 / 180 € (941598/BN941598)

An einen namentlich nicht genannten Kollegen: "In Beantwortung Ihres Briefs theile ich Ihnen mein Ansicht dahin mit, dass die Einberufung eines allg. Parteitags nur dann erwünscht ist, wenn man einige Sicherheit über die Art des Verlaufes der Versammlung hat. Eine grosse Versammlung in Wien kann so viele unberechenbare Elemente in die Debatte bringen, dass für die eigentlichen Politiker die ganze Geschichte verdorben wird. Ich habe gerade in der letzten Zeit in Folge einer Anregung Sturms [d.

i. der Jurist und Politiker Eduard Sturm] von hier auch Schmeykal [d. i. der Politiker Franz von Schmeykal] die Frage eines allg. österr. Parteitags vorgelegt u. von diesem die Antwort erhalten, dass er zwar für die Abhaltung eines solchen sei, dass aber vorher die Einigkeit in der Partei sichergestellt sein müsse. Das könne aber nur bei u. nach Wieder Zusammentritt des RR geschehen u. darum sei er für die Vertagung der Frage bis zu diesem Zeitpuncte. Ich glaube auch dass diese Vertagung der Entscheidung das richtigste ist. Wie Sie selbst sagen, müsste man doch die Rückkunft vieler Abg. erst nach Wien abwarten, denn blos [!] den unsicheren Initialen einiger Gemeinde Räthe möchte ich die Sache nicht überlassen [...] Ich glaube daher wir warten den böhm. Parteitag u. den Anfang October ab, halten dann in Wien einige Besprechungen mit mehreren pol. Leuten ab und setzen dann erst eventuell eine Action in Scene [...] Dass der Carlsbader Parteitag einen späteren allg. Parteitag präjudiciren werde, ist nicht zu fürchten. Beiläufig erwähne ich[,] dass Sturm für die Abhaltung eines allg. österr. Parteitags Brünn in Vorschlag brachte u. gegen Wien ernste Bedenken äusserte [...]"..

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