Carl Peters

Peters, Carl

Kolonialist und Afrikaforscher (1856-1918). 8 eigenh. Briefe mit U. Baden-Baden, Berlin, Maji, Sansibar u. a. O. 21½ SS. auf 15 Bll. Meist 8vo.
$ 7,396 / 6.500 € (74354/BN48392)

An den Historiker und Kolonialisten Georg Irmer (1853-1931): "Ich schicke Ihnen beifolgend eine kleine interessante Notiz, welche ich ohne Verletzung meiner Beamtenpflicht der Oeffentlichkeit übergeben darf. Mir geht es tadellos, thatsächlich so gut wie noch nie [...]" (Machi, d. i. Maji, 25. VII. 1891; ohne die erwähnte Beilage). - "Vielleicht interessirt es Sie, folgende Notiz zu veröffentlichen: 'Se. Hoheit der Sultan von Zanzibar, Seyid Ali, hat Herrn Reichskommissar Dr. Peters vor seiner Abreise von Zanzibar "für seine vielen Verdienste um das Sultanat Zanzibar und zur Mehrung seines Ruhmes" den großen Stern seines Ordens "Zum Strahlenden Stern" verliehen' [...]" (an Bord eines Linienschiffs, 4.

I. 1892). - "In der Gesellschaft für Erdkunde und Kolonialpolitik zu Leipzig ist dieser Tage mitgetheilt worden, ich beabsichtige mich um ein Mandat zum Reichstag zu 'bewerben'. Sie würden mich durch discrete Mittheilung in Ihrem sehr geschätzten Blatt verbinden, daß Sie auf Erkundigung erfahren hätten, daß mir von einer derartigen Absicht meinerseits bislang noch nichts bekannt sei. Ich befinde mich auf Dienstreise in Deutschland und würde ohne Rücksprache mit der mir vorgesetzten Behörde auch derartige Entschließungen gar nicht fassen können [...]" (Baden-Baden, 8. V. 1893). - "Der Abtheilung Hannover der deutschen Kolonialgesellschaft drängt es mich, noch einmal meinen herzlichsten Dank auszusprechen für den mich tief bewegenden und erhebenden Empfang, welchen dieselbe mir aus Anlaß meiner Rückkehr von der deutschen Emin-Pascha-Expedition hat zu Theil werden lassen [...]" (Berlin, 1. X. [1890]). - Carl Peters hatte 1889/90 zusammen mit Adolf von Tiedemann eine Expedition unternommen, die er deutsche Emin-Pascha-Expedition nannte, und die ihn durch Kenia bis nach Uganda führte. Das Ziel war die Einbeziehung von Uganda sowie der ehemals ägyptischen Äquatoria-Provinz in das deutsche Kolonialreich. König Mwanga II. von Buganda konnte durch Peters zu einem Freundschafts- und Wirtschaftsabkommen bewogen werden, dem sog. Uganda-Vertrag; durch den Abschluss des Helgoland-Sansibar-Vertrags vom 1. Juli 1890 wurden seine diesbezüglichen Bestrebungen jedoch zunichtegemacht. Aus Protest gegen dieses von ihm als Verzicht empfundene Abkommen engagierte sich Peters von nun an für den Alldeutschen Verband, der auf seine Initiative hin gegründet wurde. - Teils gering fleckig und angestaubt..

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Peters, Carl

E. Albumblatt mit U.
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Carl Peters (1856–1918), Kolonialpolitiker. E. Albumblatt mit U. Hannover, 30. September 1894. 1 S. Folio. – Drei Tage nach seinem 38. Geburtstag über den Menschen und sein Schicksal: „Das Leben des Einzelnen gewinnt seinen Werth nur durch die Einfügung unter eine höhere Idee; und durch rastloses entsagungsreiches Arbeiten für dieselbe [...] Darum wollen wir unausgesetzt unser ganzes Ich in den Dienst unserer Nation stellen, damit unser Leben dauernden Inhalt gewinne, und die Spur unseres kurzen Tuns nicht vollständig ausgewischt werde [...]“. – Carl Peters gründete im selben Jahr, in dem er sich in Leipzig für Philosophie habilitierte, die Gesellschaft für deutsche Kolonisation, bereiste in den folgenden Jahren Ostafrika, schloß Schutz- und Pachtverträge mit den Eingeborenen und erhielt dafür kaiserliche Schutzbriefe. „Peters schuf so die Grundlage der späteren Kolonie Deutsch-Ostafrika. Im Protest gegen den Helgoland-Sansibar-Vertrag, in dem das Deutsche Reich auf Uganda verzichtete, gründe [er] 1891 den Alldeutschen Verband, der eine expansive deutsche Weltpolitik propagierte. 1891–95 Reichskommissar im Kilimandscharogebiet, wurde er wegen grausamer Amtsführung seines Amtes enthoben. Er ging nach England, von wo aus er Reisen nach Rhodesien und Angola unternahm. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs kehrte Peters nach Deutschland zurück und wurde vom Kaiser rehabilitiert“ (DBE). Zu seinen Veröffentlichungen zählen u. a. „England und die Engländer“ (1904), „Zur Weltpolitik“ (1912) und „Lebenserinnerungen“ (1918). – Selten in dieser Ausführlichkeit; zwei Ränder mit stärkeren Randläsuren.