Reinhold Pauli

Pauli, Reinhold

Historiker (1823-1882). Eigenh. Brief mit U. Göttingen. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 130 / 120 € (89924/BN59320)

An einen Freund mit Dank für ein übersandtes Nachschlagewerk und enthusiastischen Bemerkungen zum Deutsch-Französischen Krieg: "Ich darf es nicht länger hinausschieben dir für dein schönes Geschenk und den ausführlichen Brief zu danken, der es begleitete. Du hast mir mit beiden eine große, unverdiente Freude gemacht [...] Wenn wir uns in den ungeheuersten Tagen, Wochen und Monaten, die ein jeder stolz sein muss erlebt zu haben, nicht geschrieben, so liegt das in der Macht der Dinge, die kaum gestatten wollten, so Gewaltiges in wenigen Zeilen zusammenzufassen.

Um so inniger aber sind sich die Gedanken begegnet nicht bloß in Erinnerung an eine ähnliche gemeinsam durchlebte Zeit, sondern recht eigentlich Angesichts dessen, was jetzt daraus erwächst und immermehr erwachsen muß. Deine speciellen Mittheilungen über Wendung und Haltung der Gegensätze in Württemberg nun hat mir zu ganz besonderer Belehrung gedient, auch nachdem C. Weizsäcker [d. i. der Theologe Carl Heinrich Weizsäcker, 1822-99] wenige Tage zuvor mich mit einer ähnlichen Auseinandersetzung der Zustände erfreut hatte [...] Die Zukunft der demokratisch-republikanischen Träume hat, wie mir scheinen will, nie so niedrig im Credit gestanden als gegenwärtig. Sie werden umsonst von den Franzosen in die Welt hinausgefeuert [...] Aber welcher Erfolg unserer Waffen! Und was dürfen wir mit Fug und Recht noch von dem ungeheuren Unternehmen gegen Paris erwarten? Ich habe in militärischen Dingen das allerfesteste Vertrauen und preise jeden glücklich, der berufen ist im Felde mitzumachen [...] Wenn nur auch Alles eben so sicher und glücklich im inneren Staatswesen des deutschen Vaterlands von der Stelle gehen sollte [...]"..

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