Betty Paoli

Paoli, Betty

Schriftstellerin, Journalistin (1814-1894). Eigenh. Brief mit Unterschrift. o. O. 8vo. 2 1/2 pp. Doppelblatt gefaltet. An den Ecken leichte Knickspuren.
$ 190 / 180 € (86473)

An Ida Klein (1828-1899). „[...] Zu meinem aufrichtigen Bedauern, bin ich durchaus nicht in der Lage für die Veröffentlichung Ihrer schriftstellerischen Arbeiten das Geringste zu thun, da ich ausser aller Verbindung mit Verlegerbuchhändlern stehe. Es fällt überhaupt sehr schwer einen Verleger zu finden, wenn man nicht schon auf einem andern Wege einigermaßen Fuss gefasst hat. Ich werde Ihnen daher rathen, dieser oder jener Ihrer Arbeiten lieber Aufnahme in ein Journal zu verschaffen und die Herausgabe eines Buches vorläufig auf die Zeit zu verschieben, wenn Sie sich einen Namen gemacht haben werden.

Für neu auftauchende Talente ist die Journalistik heutzutage der einzige Weg, der sie zum Ziele führen kann. [...]“.

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Paoli, Betty

Schriftstellerin (1814-1894). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. ohne Ort. Kl.-8vo. 1 1/2 pp. Doppelblatt.
$ 195 / 185 € (87388)

An die österreichische Schriftstellerin Marie von Najmájer (1844-1904) [Empfängerin ergibt sich aus Bleistiftnotiz am Ende des Briefes]: „Liebstes Fräulein! Da ich morgen nicht zu Hause speise, muß ich Sie bitten, mir das Vergnügen ihres Besuches in den Vormittagsstunden zwischen 11-1 Uhr zu schenken. Es wird mir eine Freude sein, Sie nach so langer Zeit wieder einmal zu sehen. […]“ Najmájer war die Tochter des königlichen ungarischen Hofrates Franz von Najmájer mit einer Wienerin.

1852, im Todesjahr des Vaters, zug ihre Mutter nach Wien, wo die Tochter die deutsche Sprache lernte und musikalisch und literarisch gefördert wurde. Franz Grillparzer ermutigte sie zur Herausgabe ihres ersten Werkes Schneeglöckchen, nachdem ihm von einem Freund Gedichte Najmájers vorgelegt worden waren.[2] Ohne selbst in der Frauenbewegung aktiv zu sein, setzte sie sich doch für alleinstehende, geistig schaffende Frauen ein: Sie veranlasste die erste Stipendiumsstiftung für weibliche Studierende der Universität Wien und stiftete auch selbst einen Freiplatz an einem Wiener Mädchengymnasium. Dem Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen Wien stiftete sie großzügige Summen. Paoli, die uneheliche, aus ärmlichen Verhältnissen stammende Tochter eines ungarischen Adeligen und einer Belgierin war schon in jungen Jahren gezwungen, sich ihren Lebensunterhalt (u. a. als Erzieherin in Rußland und Polen) selbst zu verdienen. 1832/33 veröffentlichte sie erste Gedichte in Prager und Wiener Zeitungen, lebte nach 1835 auch in Wien und war als Sprachlehrerin und Übersetzerin (u. a. von Puschkin und Turgenjew) tätig. Von 1841 bis 1843 als Gesellschafterin im Hause des Philanthropen und Schriftstellers Josef Wertheimer lebend, wo sie u. a. Adalbert Stifter, Franz Grillparzer und Nikolaus Lenau kennenlernte, wurde sie anschließend Gesellschafterin im Hause der Fürstin Maria Anna Schwarzenberg. „Nach deren Tod hielt sich Paoli 1849–52 im Ausland auf, war seit 1852 Literatur- und Kunstkritikerin des ‚Wiener Lloyd’ und der ‚Österreichischen Zeitung’ in Wien und betätigte sich auch als Burgtheater-Referentin. Zusammen mit ihrer Freundin Ida von Fleischl war Paoli später kunstkritische Beraterin Marie von Ebner-Eschenbachs, von der sie gezielt gefördert wurde“ (DBE)..

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Paoli, Betty

Schriftstellerin, Journalistin (1814-1894). Eigenh. Brief mit Unterschrift. o.O. 8vo. 2 pp. Doppelblatt gefaltet.
$ 211 / 200 € (87704)

Brief an eine nicht genannte Empfängerin: „[...] Mit vielem Dank sende ich Ihnen hier Ihren Aufsatz zurück. Ich finde Ihn vortrefflich, und bedauere, dass er nicht in seiner gegenwärtigen Gestalt erscheinen soll. Demnach rathe ich Ihnen, die [...] Änderungen vorzunehmen, weil es für den Erfolg wichtig ist, dass diese innerlich zusammenhängenden Briefe in einem oder demselben Blatt veröffentlicht werden. [...]“

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Paoli, Betty

Schriftstellerin, Journalistin (1814-1894). Eigenh. Briefkarte mit Unterschrift. o.O. Quer-32mo. 2 pp.
$ 253 / 240 € (87707)

Brief an eine nicht genannte Empfängerin: „[...] Ihr dritter Aufsatz hat mir ebenso ein feines Vergnügen ,ungemein’ gefallen; ich danke Ihnen vielmals für die Mittheilung desselben und werde ihn der Baronin Ebner [Eschenbach] noch heute übergeben. [...]“

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Paoli, Betty

Schriftstellerin, Journalistin (1814-1894). Eigenh. Briefkarte mit Unterschrift. o.O. Quer-32mo. 2 pp.
$ 190 / 180 € (87708)

Brief an eine nicht genannte Empfängerin: „[...] Nachdem ich schon seit längerer Zeit nicht das Vergnügen hatte Sie bei mir zu sehen, vermuth’ ich, daß Sie vielleicht die Absicht haben, mich übermorgen (18 d. M.) zu besuchen. Nun trifft es sich eben, daß Ida Fleischl und ich gerade an dem genannten Tage ausgehen müssen, um einen Gratulationsbesuch zu machen. Ich benachrichtige Sie dazu, um Ihnen einen vergeblichen Gang, und mir das Bedauern zu ersparen Ihren Besuch verfehlt zu haben Ganz die Ihre. Betty Paoli“

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Paoli, Betty

Schriftstellerin, Journalistin (1814-1894). Eigenh. Brief mit Unterschrift. o. O. 8vo. 3 pp. Doppelblatt mehrfach gefaltet.
$ 211 / 200 € (87709)

Brief an eine nicht genannte Empfängerin: „[...] Könnte ich wie ich gerne möchte, so würde ich Sie sogleich besuchen, allein ich selber bin in einer kläglichen Verfassung und leide an den Nachwehen einer Grippe, die mit ihrem gewohnten Gefolge von Nervenstörungen mir mehr als billig zu schaffen machte. Ich meine, Jeder ist von dem endlos langen Winter und dem scheuslichen Wetter das nun an seine Stelle trat mehr oder weniger hart mit genommen worden. [...] Vielleicht können Sie mir bei meinem Besuche auch sagen, wann Sie mir den zuletzt fertig gewordenen Theil Ihrer Arbeit mittheilen wollen. [...] Viel Schönes und aufrichtiges Bedauern von Ida Fleischl.“

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Paoli, Betty

Schriftstellerin, Journalistin (1814-1894). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Sárospatak i. Ungarn. 8vo. 6 pp. Doppelblatt gefaltet.
$ 369 / 350 € (87710)

Brief an eine nicht genannte Empfängerin: „[...], als ich aus Wien eine mir so schmerzliche Nachricht erhielt, daß ich alle meine ferneren Pläne aufgab und nur noch auf die Heimkehr bedacht war. Helene Gabillon war schwer erkrankt. Sie wissen, wie sehr ich das junge Mädchen liebe, [...]. Von einer angeblichen Gefahr war allerdings nicht die Rede, allein die Natur ihres Übels, - eine Entzündung der Rückenwirbel brachte es mit sich, daß man sich mit dem Gedanken vertraut machen musste, sie noch Monathe lang ihr Lager nicht verlassen zu sehen.

[...] Einstimmig erklärten die Ärzte, daß Niemand im Stande sei vorauszusagen, welche Wendung die Krankheit nehmen werde; nur so viel stand fest, daß sie nicht vor Monathen besiegt werden könne. [...]“.

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Paoli, Betty

Schriftstellerin, Journalistin (1814-1894). Eigenh. Brief mit Unterschrift. o.O. 8vo. 4 pp. Doppelblatt gefaltet.
$ 295 / 280 € (87711)

Brief vermutlich an Marie Najmájer. „[...] bei dieser Gelegenheit wollte ich Ihnen zugleich Ihr Manuscript zurückbringen. leider war mir das Glück nicht günstig: als ich gestern gegen sechs Uhr an Ihre Thür kam, wurde sie nur trotz allen Sturmläutens nicht geöffnet und ich sah mich zum Rückzug genöthigt. Das Manuscript nahm ich wieder mit, weil ich nicht den Muth hatte, es dem Hausbesorger anzuvertrauen. [...] Wir sprechen hoffentlich bald, ausführlich darüber, heute möchte ich Ihnen nur vorschlagen statt der in der That ganz unmöglichen Bezeichnung „Vorstand“ den landesüblichen zu gebrauchen.

Im Persischen heißt der Statthalter einer Provinz ,Beylerbey’; das Wort skandiert [...] ganz gut ind ist daher in jeder hinsicht zu empfehlen. Sie müssen auch noch manche andere Ausdrücke beseitigen, so z.B. klingt das Wort ,Polizeiminister’ in einem epischen Gedicht gar zu prosaisch. Mein Rath wäre, Sie ließen das Ganze eine Weile liegen um es dann zu überarbeiten und die unumgänglich notwendigen Kürzungen vorzunehmen. Jetzt können Sie das noch nicht, weil Sie mit dem Werke noch zu sehr verwachsen sind um es objectiv zu beurtheilen. [...]“.

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