Friedrich Oesterlen

Oesterlen, Friedrich

Internist (1812–1877). 2 eigenh. Briefe mit U. Dorpat und Heidelberg. Zusammen 5¾ Seiten auf 3 Bll. 8vo.
$ 296 / 250 € (11541)

Friedrich Oesterlen (1812–1877), Internist. 2 e. Briefe mit U. Dorpat und Heidelberg, 1846 und 1850. Zusammen 5¾ Seiten auf 3 Bll. 8°. – Lt. beiliegender alter Sammlungsbeschreibung an Karl Ewald Hasse (1810–1902) in Zürich. I: Inhaltsreicher Brief nach seiner Ankunft in Dorpat, an dessen Medizinische Klinik er 1846 berufen worden war: „[...] Ich fand hier einen Kreis von Collegen, wie er sich vielleicht auf den wenigsten Universitäten (Zürich stets ausgenommen u. zwar in aufrichtigstem Ernst!) wiederfindet.

Carus, Bidder, Reichert [...] u. a. sind nicht blos[s] sehr tüchtige Lehrer, sondern auch herzlich gute u. freundliche Männer, mit denen man trefflich leben u. wirken kann [...] Auch die Anstalten fand ich besser als ich erhofft hatte; manche Sammlungen sind zwar noch klein (besonders die pathol. anatom.), aber in raschem Wachstum begriffen, dabei gut doti[e]rt. Eine neue Clinik wird wirklich eingerichtet, leider! aber etwas klein (chirurg. u. medicinische Abtheilung zu je 20 Betten)“ (Br. v. Anfang August 1846). – II: Begleitschreiben zur Übersendung der dritten Auflage seines erstmals 1845 erschienenen „Handbuchs der Heilmittellehre“: „[...] Seit September bin ich hier [d. i. in Heidelberg], mitten auf dem europäischen Privatdocentenmarkt, u. vegeti[e]re möglichst ruhig u. still in einem Winkel, unangefochten vom Belagerungszustand, Pickelhauben u. s. f. obschon auch hier Mars und Musen sich nicht immer auf beste miteinander vertragen mögen [...]“ (Br. v. 30. Januar 1850; mit kl. Läsuren am linken Rand). – Friedrich Oesterlen habilitierte sich 1843 in Tübingen und wurde kurz darauf zum Professor ernannt. 1846 folgte er einem Ruf an die Medizinische Klinik in Dorpat, gab die Stelle nach Streitigkeiten jedoch auf, praktizierte von 1849 bis 53 in Heidelberg sowie anschließend in Stuttgart und in der Schweiz. „Bei zahlreichen physiologischen Untersuchungen entdeckte er Eiweiß im Stuhlgang Dysenterischer“ (DBE); er veröffentlichte u. a. ein „Handbuch der Heilmittellehre“ (1845) und die „Medicinische Logik“ (1852), gründete 1845 die „Jahrbücher für praktische Heilkunde“ und gab seit 1860 die „Zeitschrift für Hygenie“ heraus. – Karl Ewald Hasse war 1839 außerordentlicher Professor der pathologischen Anatomie in Leipzig geworden, wurde 1844 nach Zürich als medizinischer Direktor der Kantonalkrankenanstalten und Professor der medizinischen Klinik und Pathologie berufen und lehrte später als ordentlicher Professor für spezielle Pathologie an der Medizinischen Klinik Heidelberg und in gleicher Stellung in Göttingen, wo er als Direktor der Medizinischen Klinik bis 1878 tätig war. – Beiliegend die erwähnte Sammlungsbeschreibung..

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