Emil Nolde

Nolde, Emil

Maler (1867-1956). Typed letter signed. Seebüll. 1 S. Qu.-8vo.
$ 959 / 850 € (33804/BN29358)

In German, to Alex Vömel, owner of the former gallery of Alfred Flechtheim, on how poorly his watercolours are selling and "unpleasant foreign exchange rates". - Left margin has punched holes (not touching text).

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Nolde, Emil

Maler (1867-1956). Collection of 9 autographs with signature (6 autogr., 3 typed) as well as 5 autogr. letters by Ada Nolde and further additions. Seebüll. Zusammen 20¾ SS. auf 13 Bll. 4to und 8vo. Mit 7 (eh. adr.) Kuverts. Beiliegend 3 gedr. Karten (davon 2 mit eh. Gruß), 5 eh. Briefe (2) und Karten (3) von Ada Nolde (zusammen 14½ SS. auf 8 Bll.; mit 4 eh. adr. Kuverts). Mit weiteren Beilagen (s. u.).
$ 16,363 / 14.500 € (49316/BN33650)

Inhaltsreiche und persönliche Schreiben an den Kunstsammler Max Kruss in Berlin, überwieg. aus den letzten Kriegsjahren. Einige Auszüge: "Der Winter ging dahin mit seinem schnellen Pulsschlag [...] Ich hätte wohl bei Ihnen anrufen u. Sie sprechen sollen, aber etwas Scheu vor der Wirklichkeit, die ich oft habe, hält mich manchmal fern, - im eigenen Traumland geht es besser, da bin ich allein. - Es ist die Einladung der Berliner Secession, zu der ich eine Antwort sagen soll. Darf ich Sie bitten dem Vorstand meinen Dank zu sagen für das ehrenvolle Annerbieten [sic], daß aber bei den Kunstverhältnissen dort zu einer Ausstellung bei Ihnen ich mich nicht entschließen kann.

- Während den eiligen Berliner Tagen waren wir ganz kurz in der Macke- u. auch in der Beckmann Ausstellung, Mackes kleine Bilder haben viel Feinheit, Beckmann ist sehr wandelbar, in Technik u Auffassung [...]" (1. VI. 1928). - "[...] Wir wohnen so still als möglich auf unserem Kunstheim Seebüll, in mancher Beziehung durch das mehr oder weniger gute gesundheitliche Ergehen dictirt; große Ansprüche dürfen wir gesundheitlich nicht stellen, die Lebenscurve steigt nicht mehr aufwärts, wie es war. - Die Kriegsberichte kommen selbstredend zu uns hierher, wie zu jedem anderen u. auch die grausigen Geschehen von den Terrorangriffen, diese allerdings verspätet, denn Briefe gehen langsam. In unserer Wohnung fielen 2 Brandbomben, die gelöscht werden konnten. - Um meine Bilder sind wir besorgt, in privaten Häusern sind manche vernichtet, von Gemälden wohl nur wenige, aber manche Aquarelle [...]" (19. XII. 1943). - "[...] Diese Bombenangriffe sind erschreckend, mit allen ihren Zerstörungen u. der Gefährdung der Menschen. Die Bombenschwärme rollen gegenwärtig täglich oder nächtlich über unser Haus hinweg [...] Wir sind bekümmert um unserer Freunde. Auch denke ich ja an meine Bilder überall, die, wenn sie auch im Besitz anderer sind, so doch trotzdem ein Teil des eigenen Ichs sind u. ich bin bei allen im Geistigen mitbeteiligt [...] Selbst weiß man nicht was man heute besitzt u. morgen nicht mehr, ja wie nahe auch die eigene körperliche Gefahr ist erfährt man immerzu, wenn die Bomben fallen u. die Fenster klirren. - Über die Kunst als solche nachzudenken, scheint einem gegenwärtig fast wie überflüssig [...] Alle liefen damals mit den (später von der Partei verdammten) Zeitströmungen, ich als einzigster Maler kämpfte dagegen. Weshalb darf die Dichtung von Gerhard Hauptmann, die Musik von Richard Strauss gelten u. meine Malerei nicht? Diese u. manche andere Fragen rufen nach ihrer Beantwortung. Der Glaube, daß es Gerechtigkeit u. Vergeltung giebt, entschwindet einem fast völlig [...]" (31. I. 1944). - "[...] Uns interessierte es, was Sie vom Künstlerischen in Berlin schreiben und dem regen Betrieb. Die gewesenen Ausstellungen in Hamburg, Celle u. s. w., sind alle durch Bilder aus Privatbesitz entstanden und man weiss nicht in wessen Besitz die Bilder sind, weil dieser ungern angegeben wird. Ich selbst stelle gar nicht aus gegenwärtig und auch habe ich das Verkaufen eingestellt, dann man hat dabei seine Bilder nur vergeben und der Erlös, abgesehen von dem, was man zum einfachen Leben gebraucht, wird von den Steuern verschluckt. Nachdem ich die Arbeitsfreiheit wieder erhalten habe und Maler und sonstige Freunde mir Material gesandt haben, habe ich das Malen wieder aufgenommen und es geht gut. Man wusste ja fast nicht ob es möglich wäre [...]" (2. VIII. 1946). - Die ausführlichen Briefe Adas an Kruss berichten ebenfalls zumeist aus der Zeit von 1944 bis 1946 und geben interessante Einblicke in den (Kriegs-) Alltag der Noldes. "[...] Die feindlichen Flieger greifen hier unsere Urlaubszüge an und Menschen, die zusammenstehen. Es sind gewiss Uebungsflüge für zukünftige Terrorflieger! Mein Maler ist zugleich Gärtner, es ist zu rührend, wie er so leise geht und hegt und pflegt [...]" (2. V. 1944). - "[...] eines Tages hörte das ganze Schiessen und die Bombenwürfe auf, wir lebten wie auf dem Mond ohne zu wissen, was eigentlich geschah, bis englische Panzerwagen auf den Chausseen fuhren. Zu uns sind die Engländer sehr nett gewesen, der erste Kommandant war begeistert von der Kunst und kam oft zu uns [...] Und so war es ergreifend zu erleben, wie die gefesselten Hände meines Mannes sich zu regen anfingen, gleichsam wie fragend, ob sie es wirklich dürfen. Seitdem sind wunderbare Dinge entstanden [...]" (9. I. 1946). - Weiters beiliegend 3 (1 eh. und 2 ms.) Briefe Joachim von Lepels, des ersten Direktor der Nolde-Stiftung Seebüll, an Max Kruss, der ms. Durchschlag eines Briefes von Max Kruss an Emil Nolde sowie ein Taschenkalender für das Jahr 1945 mit hs. Einträgen (von M. Kruss?)..

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Nolde, Emil

Maler (1867-1956). Brief mit eigenh. U. („Emil Nolde“). Berlin-Charlottenburg. 4to. 1 Seite. Faltspuren. Bedruckter Briefkopf. Blaues Papier.
$ 564 / 500 € (31307/BN9553)

An einen namentlich nicht genannten Herrn: „[…] Es waren wirklich sehr viele Berührungspunkte, die Sie mir […] geschrieben haben. Mir ist es leider nicht möglich mit der Hand zu schreiben, aber auf diese Weise möchte ich doch Ihren Brief beantworten und möchte Ihnen sagen, dass der kleine Band meiner Briefe von unserm Freund Sauerlandt in Hamburg gesammelt und herausgegeben worden ist. Wir haben ihm natürlich helfen müssen und es ist auch nur ein kleiner Teil der während vielen Jahren geschriebenen Briefe […]“. – Der Kunsthistoriker Max Sauerlandt (1880-1934) gab 1927 Noldes ‚Briefe aus den Jahren 1894-1926’ heraus.

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Nolde, Emil

Brief mit eigenh. U.
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Emil Nolde (1867-1956), Maler. Masch. Brief mit eigenh. U. Seebüll, 1. März 1954. 4°. 1 Seite. An die Galerie Otto Ralfs in Braunschweig über Abrechnungsfragen: "[...] Die drei Zahlungen von insgesamt 2.800.- sind eingegangen. Der restlichen Zahlung sehe ich noch entgegen. Auch erhalte ich gern die noch bei Ihnen befindlichen Blätter zurück. Von einem Besuch muss ich Sie bitten abzusehen, da ich sehr schonungsbedürftig bin. Es freut mich, dass Sie an der Ausstellung Freude gehabt haben und gelegentlich sende ich Ihnen auch einige Blätter, damit Sie etwas in Händen haben [...]" - Knickfalten.


Nolde, Emil

Brief m. e. U.
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Emil Nolde (1867-1956), Maler. Brief m. e. U., Seebüll, 21. September 1950, ½ Seite kl.-4°. An den Düsseldorfer Galeristen Alex Vömel, dem er die Übersendung seiner Arbeiten ankündigt: „[…] Nun, da ich die Kollektion für die Ausstellung bei Ihnen gewählt habe, tue ich sie Ihnen gleich übersenden. Die Blätter, welche bei Ihnen sind, kann ich Ihnen für die Dauer der Ausstellung noch überlassen […]“ – Die Ausstellung fand vom 16. Oktober bis 5. November 1950 statt und zeigte eine Auswahl an Aquarellen.