Carl Neumann

Neumann, Carl

Kunsthistoriker (1860–1934). 2 eigenh. Briefe mit U. Mannheim bzw. o. O. Zusammen (4+2=) 6 SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. (Gr.-)8vo.
$ 540 / 500 € (18413)

Carl Neumann (1860–1934), Kunsthistoriker. 2 e. Briefe mit U. Mannheim bzw. o. O., 1902 und 1904. Zusammen (4+2=) 6 SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. (Gr.-)8°. – An einen namentlich nicht genannten Adressaten: „Haben Sie aufrichtigen Dank für Ihre freundliche Aufforderung. Aber Sie haben es nicht ganz mit Ihren Vorschlägen bei mir getroffen. Seit meiner Arbeit über Rembrandt + meinem Vortrag über Byz. + Renaissancecultur bin ich von dem reinen Form- und Renaissanceideal doch einiges abgekommen [...] Außerdem gehe ich im Sommerurlaub nach Paris.

Belaste mich also ungern mit Versprechungen. Verzeihen Sie also [...]“ (a. d. Br. v. 1. Mai 1904). – Der Br. v. 27. August 1902 mit Nachrichten vermischten Inhalts von einem, der „seit 4 Wochen im Bett“ liegt: „Die Anspannung des vorigen Jahres + die Semesterarbeit des Sommers haben mich etwas erschöpft. Ich mußte mich einfach ins Bett legen [...] Sie werden fragen, warum ich arbeite. Mein Gott, Arbeit ist doch eines der stärksten Narcotica, die es giebt. Ich war nie glücklicher als in dem Rembrandtjahr. Ich habe eben hintereinander 4 Romane von Balzac gelesen. Wann kommen Sie denn heraus? Seien Sie nicht hart über Ulrike Lev[etzow]. Gibt es doch Leute, die von Bismarck keinen Kuß gewollt haben. Und eine 18jährige soll sich den Hrn. Staatsminister + Geheimrat als Liebhaber vorstellen können! Und auf der anderen Seite ist wohl der dämonische Trieb nach Verjüngung, Erwärmen das Hauptagens. Das lebhafte Gefühl seiner Würde hat ihm die Zurückhaltung diktiert. Alle Leute kommen + empfehlen Jörn Uhl zu lesen. Bei mir erzeugt so etwas immer Widerstreben [...]“. – Der mit Anselm Feuerbachs Mutter Henriette und Feuerbachs späterem Biographen Julius Allgeyer befreundete Kunsthistoriker war Professor in Kiel und von 1911 bis zu seiner Emeritierung 1929 in Heidelberg. „Die kunsthistorische Arbeit Neumanns ist geprägt von einer nationalistisch-‚bodenständigen’ Grundauffassung, die eine bestimmte Richtung der kunstwissenschaftlichen Forschung des frühen 20. Jahrhunderts beherrscht. Sie geht davon aus, daß Kunst nationalspezifisch determiniert ist [...] Neumann sieht Rembrandt als Protagonisten eines nordischen ‚Kunstwollens’, das er antithetisch der Renaissancekultur, und damit auch dem Klassizismus, dem er sich ja vorher verschrieben hatte, entgegensetzt. Als Konsequenz beschäftigt sich Neumann in der Folgezeit unter anderem mit heimatlicher Gegenwartskunst. In seinen späten Arbeiten überwiegt die Auseinandersetzung mit der deutschen Kunst des Mittelalters, die er jedoch nicht mehr publizieren konnte“ (www.kunstgeschichte.uni-kiel.de). – Der Br. v. 27. August 1902 papierbedingt etwas gebräunt und mit kl. Einriß im Mittelfalz)..

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Neumann, Carl

Kunsthistoriker (1860-1934). Eigenh. Brief und eigenh. Postkarte mit U. Heidelberg. Zusammen 2½ SS. 8vo und Postkartenformat. Die Postkarte mit eh. Adresse.
$ 194 / 180 € (89917/BN59313)

Wohl beide, jedenfalls aber die Postkarte an den Tübinger Bibliothekar und Bibliothekswissenschaftler Georg Leyh (1877-1968). Der Brief vom 7. Februar 1927 an einen als "Herr Direktor" betitelten Bibliothekar als Begleitschreiben zur Retournierung von als "Burckhardtsachen" bezeichneten Unterlagen, die darin aufgelistet werden: "Mit herzlichem Dank folgen anbei die freundlich geliehenen Burckhardtsachen eingeschrieben zurück. 1. Wissen u. Leben 17. 1923. H. 1. [...] Alles hat mir sehr gedient".

Neumann verfasste eine Biographie seines Lehrers Jacob Burckhardt, die 1927 in München erschien. - Die Postkarte dürfte ebenfalls in Zusammenhang mit einem Text über Burckhardt stehen. Sie begleitete die Sendung eines Sonderdrucks, über den Neumann schreibt: "Ich habe auf den letzten Seiten offener als in dem Buch von meinem Gegensatz zu Bs' italienischem Standpunkt stehenden weltgesch. Auffassung gesprochen [...]". Damit könnte sich Neumann auf seinen 1931 erschienen Artikel "Der unbekannte Jacob Burckhardt" beziehen. Zusätzlich berichtet Neumann von einer überstandenen schweren Krankheit und fragt Leyh, ob dieser von dem "konfliktreichen Aufsatz [...] über Grünewald" gehört habe, den Neumann 1930 in der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Nr. 44, publiziert hatte. - Carl Neumann, der als Professor in Göttingen, Kiel und ab 1911 bis zu seiner Emeritierung 1929 in Heidelberg wirkte, machte sich insbesondere als Rembrandtforscher einen Namen. Ungewöhnlich für einen Kunsthistoriker seiner Zeit war sein Interesse an der Gegenwartskunst, die er in den historischen Zusammenhang rückte. - Mit Sammlervermerken in Blei. Der Brief minimal gebräunt und braunfleckig..

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