Alexander Marmorek

Marmorek, Alexander

Bakteriologe und Serologe (1865-1923). Eigenh. Brief mit U. Paris. 6½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit gedruckter Adresse.
$ 306 / 300 € (4526)

Alexander Marmorek (1865-1923), Bakteriologe und Serologe. E. Brief m. U., Paris, 7. August 1910, 6 ½ Seiten 8°. Doppelblatt. Mit gedruckter Adresse. Inhaltsreicher Brief an einen Freund: „Ich habe Ihre Anklagen erhalten […] Ich danke Ihnen bewegten Herzens für die Freundesthat, meinen armen, unvergesslichen Oskar bis übers Grab hinaus zu vertheidigen. Ihre Kämpfe mit den Wiener Zionisten lassen mir wiederum die Art, wie dort unsere Bewegung vertreten ist, welcher Mittel man sich bedient, in dem mir leider schon bekannten Lichte erscheinen […] Ich habe sie schriftlich befragt, ob ich gleich – wie es die Statuten vorschreiben – das Gutachten des Congressanwaltes einholen soll, oder erst bis die Herren die Schriftstücke gelesen haben werden.

Die Herren haben noch nicht geantwortet. Es ist aber möglich, daß die Herren vorziehen werden, in gemeinsamer Sitzung – das wäre erst Ende September – die Akten zu lesen. Mir kommt aber […] Zweifel, ob das Congress-Gericht competent ist, denn es heißt im § 35: Zum Zwecke der Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Körperschaften unserer zionistischen Organisation etc. Es ist hier jedenfalls eine Lücke im Gesetze […] Nun zur Angelegenheit Ihres Herren Schwiegersohnes, meines Collegen. Ich habe mich erkundigt, trotzdem ich selbst mich gut informiert glaubte. Andererseits werde ich mich noch an offizieller Stelle erkundigen und Ihnen dann noch davon Auskunft mitteilen. Die Situation hier ist folgende: Nicht-Franzosen können nicht mehr das Recht verlangen in Frankreich zu praktiziren, und zwar wird dieses Verbot auf folgende Weise erreicht. Alle diejenigen, welche sich in Frankreich auf einer Medizin-Fakultät inscribiren (und das müßte ja auch Ihr Schwiegersohn, wenn er die Examina nachtragen wollte), müssen das französische Abiturienten-Examen haben. Die Ausländer, die hier Mediziner werden, erhalten, wenn sie ihr Abiturienten-Zeugnis verlangen […] durch das Ministerium […] das Recht auf der mediz. Fakultät sich zu inscribiren, alle Examina zu machen und schließlich das Doctorat zu erlangen. Dieses Doctorat gibt ihnen aber nicht das Recht, in Frankreich zu praktiziren. Sie müssen in ihre Heimat zurückkehren […] Das Gesetz wurde überhaupt vor einigen Jahren gegen die russisch-jüdischen Studenten gemacht, die zu Hunderten in Frankreich sich niederließen und hier in allen Provinzen verstreut, noch heute praktiziren […]“.

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Marmorek Alexander

Bakteriologe und Zionistenführer (1865-1923). Eigenh. Brief mit U. Paris. 1 S. 8vo. Kartenbrief.
$ 184 / 180 € (6746)

Alexander Marmorek (1865-1923), Bakteriologe; Zionistenführer. E. Brief m. U., Paris, 25. November 1910, 1 Seite 8°. Kartenbrief. An Dr. Letulle in Magdeburg, dem er von seiner Krankheit schreibt: „[…] Mon accès de grippe a été plus fort que je n’ai pensé: je vieus de quitter le lit, seulement a matin. […] Je viens de lire dans la ‚Presse Méd.’ le compte rendu de votre communication […]“ – Marmorek studierte Medizin in Wien und wurde 1889 promoviert. 1893 wurde Louis Pasteur auf ihn aufmerksam und holte ihn an sein Institut in Paris.

Dort entwickelte M. ein Antistreptokokken-Serum, das zur Behandlung bei Scharlach eingesetzt wurde und ihn weltweit bekannt machte. Sein 1903 erstmals eingesetztes Tuberkulose-Serum erwies sich dagegen letztlich als unbrauchbar. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs verließ er Paris, kehrte 1920 dorthin zurück und beschäftigte sich mit der Bekämpfung von Typhus und Diabetes. Seit 1896 engagierte er sich in der Zionistischen Bewegung, war Freund und Berater Theodor Herzls und setzte sich aktiv für einen radikalen "politischen" Zionismus ein. 1905-07 gehörte er dem Engeren Aktionskomitee, 1897-1912 dem Großen Aktionskomitee an. Nach dem Sieg der „praktischen“ Zionisten (1911) trat er in scharfe Opposition zu deren politischen Zielen. In Frankreich war er Vorsitzender der zionistischen Landesorganisation. Vgl. DBE.

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Marmorek, Alexander

Bakteriologe und Zionistenführer (1865-1923) Eigenh. Bildpostkarte mit U. Paris. 11.12.1909. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse.
$ 255 / 250 € (936333/BN936333)

An den Pathologen Richard Kretz: "Besten Dank für die freundlich gesendeten Separata. Hoffentlich geht es Ihnen recht gut. Ich benütze die Gelegenheit, um Ihnen und Ihrer Familie ein glückliches neues Jahr zu wünschen [...]". - Alexander Marmorek war 1893 von Louis Pasteur an sein Institut in Paris geholt worden, wo er "ein Antistreptokokken-Serum [entwickelte], das zur Behandlung bei Scharlach eingesetzt wurde und ihn weltweit bekannt machte. Sein 1903 erstmals eingesetztes Tuberkulose-Serum erwies sich dagegen letztlich als unbrauchbar.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs verließ er Paris, kehrte 1920 dorthin zurück und beschäftigte sich mit der Bekämpfung von Typhus und Diabetes. Seit 1896 engagierte er sich in der Zionistischen Bewegung, war Freund und Berater Theodor Herzls und setzte sich aktiv für einen radikalen 'politischen' Zionismus ein. 1905-07 gehörte er dem Engeren Aktionskomitee, 1897-1912 dem Großen Aktionskomitee an. Nach dem Sieg der 'praktischen' Zionisten (1911) trat er in scharfe Opposition zu deren politischen Zielen. In Frankreich war er Vorsitzender der zionistischen Landesorganisation" (DBE). - Die Bildseite mit einer Ansicht des Arc de Triomphe..

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