Golo Mann

Mann, Golo

Historiker, Publizist und Schriftsteller (1909-1994). Ms. Brief mit eigenh. U. Florenz. ½ S. 4to.
$ 395 / 350 € (85809/BN56475)

An den Journalisten und Literaturhistoriker Hans Schwab-Felisch, damals Redakteur der Berliner Ausgabe der "Neuen Zeitung": "Schoenen Dank fuer Ihren Brief vom 14. Dezember. Dies Kulturkampf-Buch wuerde mich interessieren und wenn Sie es mir bald nach dem Europa Verlag, Zuerich [...] schicken (ich kehre eben in die Schweiz zurueck) so kann ich die Besprechungg vor Mitte Januar besorgen [...]". - Im linken Rand gelocht (keine Textberührung).

buy now

Mann, Golo

Historiker, Publizist und Schriftsteller (1909-1994). 17 ms. Briefe mit eigenh. U. Meist Kilchberg am Zürichsee. Zusammen 17¼ SS. auf 22 Bll. 4to und 8vo. Mit 16 ms. adr. Kuverts und einigen Beilagen (s. u.).
$ 7,339 / 6.500 € (85810/BN56476)

Inhaltsreiche Korrespondenz mit dem Wiesbadener Verleger Klaus Blahak, der die seinerzeit wohl größte private Klaus-Mann-Sammlung besaß und in dessen Verlag die von Fredric Kroll (mit) herausgegebene sechsbändige Klaus Mann-Schriftenreihe erschien, von der zu Beginn im Jahr 1976 keiner ahnen konnte, dass die Edition auf über 3000 Seiten anwachsen und mehr als 30 Jahre in Anspruch nehmen würde. - Im ersten Brief dankt Golo Mann für die Zusendung "der beiden Bibliographiebände", die ihn "stark beeindruckt und bewegt" hätten - "eine sehr beträchtliche, um nicht zu sagen grosse wissenschaftliche Leistung und ein Werk der Liebe auch.

Es ist ja ein Jammer, dass Klaus nichts von dem erleben durfte. Wie ohne Echo waren gerade seine letzten Jahre, schier ist er an Echolosigkeit erstickt. Und nun das!" (12. I. 1977). - Aus der sich im wesentlichen über zwei Jahre erstreckenden Korrespondenz ist ersichtlich, dass Golo Mann immer wieder mit Antworten diente - "Das 'Atelier Elisabeth' war in meiner Kindheit und frühen Jugend ein bekanntes Münchner photographisches Atelier, spezialisiert in Kinderbildern ('zum Kinderbild man immer geht - ins Atelier Elisabeth')" (4. VII. 1977) - und das Projekt auch konkret begleitet hat: "An das Gedicht 'Ich bin als Prinz geboren' kann ich mich wirklich erinnern, ich würde hinzufügen, leider, und kann es nicht auswendig, ich würde hinzufügen, und das ist gut. Denn es war wirklich ein recht schlechtes Gedicht, auch aus einer frühen Zeit: vielleicht sogar noch Odenwaldschule, oder doch sehr bald danach. Es fing an 'Ich bin als Prinz geboren | Mein Vater ist Regent | Ich bin aus alter Familie | Und bin so dekadent'. Später erfahren wir dann, man habe zu seiner Erziehung allerlei Damen gewonnen, wie auch einen guten alten Kaplan, wozu es in Versen heisst: 'Die Damen wurden schwanger | Pervers der alte Kaplan ...'. Dass er im Schwangerwerden der Damen ein Zeichen für die Dekadenz des Prinzen sah, deutet entschieden auf mangelnde Reife hin [...]" (8. XI. 1977). - "Jenes 'letzte Fest' in der Poschingerstrasse, von dem [der Schriftsteller und Journalist Wilhelm Emanuel] Süskind erzählt. Da hat in seinem Gedächtnis eine Verwechslung stattgefunden. Erika war ganz, ganz heimlich, vielleicht eine halbe Stunde im Haus, um das Joseph-Manuskript zu holen! Sie wollte von dem verräterischen Chauffeur Hans, der ja Nazi war, nicht gesehen werden. Sie hat also ganz bestimmt kein Fest gegeben [...]" (26. VIII. 1978). - Um eine Verlängerung der Grabnutzungsdauer von Klaus Manns letzter Ruhestätte in Cannes wolle er sich bemühen, aber "gestehen will ich Ihnen, dass ich persönlich keinen rechten Sinn für 'Gräber' habe. Für alte Grüfte, mit in Stein gehauenen Bischöfen oder Rittern darauf, habe ich sehr viel Sinn. Für das, was in unseren Zeiten da überhaupt noch geschehen kann, keinen mehr; es kann nicht anders als flüchtig und obendrein hässlich sein. Weil es halt zuviel Menschen gibt und zu wenig Platz" (27. I. 1979). - Im Brief vom 23. III. 1979 wird nach der Lektüre von Grolls drittem Klaus Mann-Band ("Vor der Sintflut. 1927-1933") mit einigen in seinen Augen unwahren oder indiskreten Bett- und sonstigen Geschichten aufgeräumt - "es scheinen mir die Grenzen der Diskretion [...] überschritten [...] Ich persönlich weiss nun wirklich nicht, wie weit die Beziehungen zwischen Erika M. und Elisabeth Schwarzenbach gingen, ich weiss es ehrlich nicht. Und wenn ich es nicht weiss, kann es denn der Autor so sicher wissen? [...]". - Eine von Kroll insinuierte Beziehung zwischen Klaus Mann und Gustaf Gründgens ("Niemand, wirklich niemand, hätte als erotischer Typ dem KM so fremd, ja zuwider sein können wie Gründgens") wird ebenso zurechtgerückt wie die in seinen Augen völlig verfehlten Behauptungen von Frank Wedekinds Tochter Kadidja: "S. 325. Der Brief von Kadidja Wedekind ist nun wirklich unter aller Kritik; keine Parodie könnte an dies Uebermass von Gift und Blödsinn herankommen [...] Dem Autor mag unbekannt sein, dass Kadidja Wedekind sich nun seit Jahrzehnten schon am Rande eines traurigen Zustandes befindet, den ich mit keinem Namen benennen darf und will [...]". - Beiliegend zwei gedr. Briefkarten an Blahak (eine mit eh. U., eine mit eh. Adresse) und ein ms. Brief von Golo Manns Sekretärin Anita Naef, die Blahak ein Schreiben des Magistrats von Cannes bzgl. Klaus Manns Grab weiterleitet (15. VI. 1979)..

buy now

Mann, Golo

deutsch-schweizerischer Historiker, Publizist und Schriftsteller (1909-1994). Ms. Brief mit eigenh. Unterschrift. Kilchberg. 4to. 1 p. Gedr. Briefkopf.
$ 452 / 400 € (78755)

An „Carola v. Gästern“, die ihm wegen einer zu vermachenden Erbschaft schrieb „Kurz gesagt, ich habe ein beträchtliches Vermögen und keine Erben“: „An Frau Carola Friedrich Wilhelm Günter Wallraff von Vorgästern z.Z wohnhaft wo sie nicht wohnt. | Halte die Leute nicht für so dumm, | Dann wärst du selber gescheiter, | Treibst halt schon etwas lange um | Auf des Lebens Lügenleiter. | Ich gehöre nicht zu diesem Verein, | Nicht jeder fällt auf dich herein, | Lass dein Vermögen Vermögen sein | Und Deine blöden Beträgereien, | Du kommst damit nicht mehr weiter.

[…]“ - Der Schriftsteller Winfried Bornemann (geb. 1944) ist bekannt für Bücher mit seinen Juxbriefen an Unternehmen, Prominente und Behörden samt deren Antwortschreiben. Das erste Buch „Zu Schade … zum Wegradieren“, das er zusammen mit seinem Schwager verfasste, enthält neben humorvollen Zeichnungen nur wenige dieser Briefe. Für das Buch „Bornemanns lachende Erben“ (1985) schrieb Bornemann unter dem Pseudonym „Carola von Gaestern“ verschiedene Prominente an, um diesen das Erbe jener fiktiven Witwe eines reichen Unternehmers in Aussicht zu stellen. 1988 erschien sein Buch „Glanz & Gloria. Eine Brief-Aktion mit internationalen Stars“..

buy now

Mann, Golo

deutsch-schweizerischer Historiker, Publizist und Schriftsteller (1909-1994). Ms. Brief mit eigenh. Unterschrift. Kilchberg. 8vo. 1 p. Gelocht. Gedr. Briefkopf. Mit Eingangsstempel.
$ 452 / 400 € (80602)

An Peter Ade, den Direktor des Haus der Kunst: „ „[...] beigeschlossen schicke ich Ihnen, was vor ein paar Tagen zwischen Ihnen und mir ausgemacht wurde. Eine Bitte: es einigermassen genau zu lesen, es ist kurz, und wegzustreichen, was Ihnen unveranwortlich scheint. Ich bin ja auf dem Gebiete der Kunstgeschichte der allerblutigste Laie! […]“ Golo Mann, eigentlich Angelus Gottfried Thomas Mann, war einer der Söhne des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigierte er über Frankreich und die Schweiz in die USA.

Mitte der 1950er Jahre kehrte er nach Deutschland zurück und übersiedelte später in die Schweiz. Nach einer Tätigkeit als Professor für Politikwissenschaft in Stuttgart arbeitete er als freier Publizist und einflussreicher Kommentator des Zeitgeschehens. Er verkehrte mit Politikern wie Konrad Adenauer und Willy Brandt, für den er sich zunächst als Berater einsetzte und dessen Ostpolitik er unterstützte. Zu Golo Manns bekanntesten Schriften gehören die 1958 erschienene Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die in Millionenauflage erschien, in neun Sprachen übersetzt wurde und als Standardwerk gilt, sowie seine 1971 veröffentlichte Wallenstein-Biographie. Als konservativer Historiker stellte er den Menschen in den Mittelpunkt seiner erzählenden Geschichtswerke und zog damit die Kritik mancher Berufskollegen auf sich, die gesellschaftspolitische Theorien bevorzugten. 1976 nahm Golo Mann zusätzlich zur schweizerischen die deutsche Staatsangehörigkeit an, die ihm unter der nationalsozialistischen Herrschaft aberkannt worden war..

buy now

sold

 
Mann, Golo

Photographie mit eigenh. U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar