Karl Frh. Mack von Leiberich

Mack von Leiberich, Karl Frh.

kaiserl. General (1752-1828). Eigenh. Brief mit U. Dinant. 3 SS. auf Doppelblatt. 4to. In Bleistift. Wasserzeichen: Posthorn im gekrönten Schild, "I Honig".
$ 734 / 650 € (941856/BN941856)

Von der niederländischen Front des Ersten Koalitionskrieges, vermutlich an Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Oberbefehlshaber der österreichischen Armee, mit der Bitte, seinen beifolgenden Bericht (hier nicht beiliegend) dem Kaiser zu überreichen: - "Der Wurm, welchen Eure Excellenz einst aus dem Staube gezogen, und zum Menschen gebildet, erkühnet sich, Sie zu bitten, zu beschwören, den hier anverwahrten Bericht Sr. Mayestät Selbst zu überreichen. Geruhen Eure Excellenz einen Augenblick auf meine Niedrigkeit zu vergessen, und nur die Last der ungeheuren, der schröcklichen Sorgen, die meinen kranken Kopf, mein jammervolles Herz belasten, zu bedenken.

Da ich nun einmal diese Sorgen trage, [...] so kann ich, um nicht das heyligste Interesse meines Herrn in einem Zeitpunkt, der vielleicht in der Welt niemals wichtiger gewesen, zu vernachlässigen, unmöglich schweigen, und ohne Rücksicht auf Alles, was sonst Klugheit, Bescheidenheit, Ehrfurcht, gebieten mögen, muß ich Alles affrontiren, selbst die Besorgnuß Ihrer Ungande [...]". - Der direkt an den Kaiser gerichtete Bericht, in dem Mack die Übermacht der französischen Armee betonte, löste heftigen Unmut bei Franz II. aus. Er forderte Coburg auf, Mack anzuweisen, sich nicht in fremde Angelegenheiten einzumischen und sich auf seine eigenen Funktionen zu beschränken. Letzterer stellte sich jedoch hinter seinen Stabschef (vgl. E. Gramm, "Der unglückliche Mack: Aufstieg und Fall des Karl Mack von Leiberich" [phil. Diss., Wien 2008], S. 165). - Kleiner Einriss entlang des Mittelfalzes. Fehlstellen an 3 Ecken des Gegenblatts von alter Montage; geringer Textverlust..

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