Johann Michael Leupoldt

Leupoldt, Johann Michael

Mediziner (1794–1874). Eigenh. Brief mit U. Erlangen. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 186 / 160 € (11512)

Johann Michael Leupoldt (1794–1874), Mediziner. E. Brief mit U. Erlangen, 18. Januar 1859. 3 Seiten auf Doppelblatt. 8°. – Lt. beiliegender alter Sammlungsbeschreibung an Karl Ewald Hasse (1810–1902) in Göttingen: „Die Veranlassung, diese Zeilen an Sie zu richten, ist zwar in gewisser Hinsicht eine etwas heikle; doch kommen Fälle der Art eben nicht so selten vor und rechne ich daher gütigst auf eine freundliche Aufnahme und Beantwortung derselben. Daß ich’s kurz mache. es handelt sich um möglichst vollständige, zuverlässige und baldige Auskunft über den gegenwärtigen Inhaber der gegenwärtigen Professur der medicinischen Klinik Niemeyer – nicht blos[s] für mich, sondern für die hiesige medicinische Facultät überhaupt.

Der Gesundheitszustand unseres v. Dittrich nöthigt uns leider, auf möglichst baldigen Ersatz für denselben Bedacht zu nehmen [...]“. – Der Pathologe Franz von Dittrich (geb. 1815) sollte kurz darauf am 29. Mai des Jahres versterben. – Johann Michael Leupoldt hielt nach seiner Promotion Vorlesungen über allgemeine Anatomie und Physiologie sowie über Geisteskrankheiten. 1820/21 erhielt er von der bayerischen Regierung ein Reisestipendium an die Charité in Berlin zum Studium der Psychiatrie und des Irrenhauswesens und erhielt 1821 eine außerordentliche, 1826 eine ordentliche Professur; während seines Wirkens an der Universität Erlangen las er über fast alle Bereiche der Medizin. Seit 1843 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, setzte er sich „besonders für die Errichtung einer Irrenanstalt in Erlangen in Verbindung mit einer Psychiatrischen Universitätsklinik ein. Er schrieb u. a. in der Perspektive der Geschichtsphilosophie Hegels ein ‚Lehrbuch der Psychiatrie’ (1837) und ‚Die Geschichte der Medicin nach ihrer objectiven und subjectiven Seite’ (1863)“ (DBE). – Karl Ewald Hasse war 1839 außerordentlicher Professor der pathologischen Anatomie in Leipzig geworden, wurde 1844 nach Zürich als medizinischer Direktor der Kantonalkrankenanstalten und Professor der medizinischen Klinik und Pathologie berufen und lehrte später als ordentlicher Professor für spezielle Pathologie an der Medizinischen Klinik Heidelberg und in gleicher Stellung in Göttingen, wo er als Direktor der Medizinischen Klinik bis 1878 tätig war. – Beiliegend die erwähnte Sammlungsbeschreibung..