Carl Friedrich Lessing

Lessing, Carl Friedrich

Maler (1808-1880). Eigenh. Brief (Fragment) mit U. O. O. u. D. 1½ SS. 4to.
$ 490 / 450 € (939710/BN939710)

Schlussblatt eines Briefes an seinen Sohn Konrad über einen von einem gemeinsamen Bekannten miterlebten verheerenden Sturm in Konstanz, der drei Offiziere auf dem Rhein überrascht hat, und über die schwedische Sängerin Marie Ennequist: "[...] Er scheint sich dort in vielen Familien bekannt gemacht zu haben und findet die Constanzer Mädchen alle schön. Er hat am Sonntag vor 8 Tagen ein schönes Schauspiel gehabt, indem er den Orkan, der dort so furchtbar gewüthet hat, von seinem Fenster aus in aller Sicherheit hat betrachten können.

3 Offiziere von seinem Regiment, die auf dem Rhein von dem Sturm überrascht worden sind, waren in der größten Lebensgefahr, da der Nachen umschlug, z. Glück nahe am Lande. Da sie aber ihre Mäntel und ihre Degen im Stich gelassen, kehrten sie noch einmal um, aber in dem Augenblick wüthete der Orkan am stärksten, so daß der Nachen von einer Woge aus 30 Schritt weit durch die Luft geschleudert wurde, und den einen Offizier so am Kopf und Cörper verletzt hat, daß er für todt in's Lazareth gebracht worden ist. Ob er noch lebt 's weiß ich nicht. Das Gerücht sagt, er sei den andern Tag gestorben. Die Ennequist, die schwedische Sängerin, ist seit ein paar Tagen erst abgereist und zwar nach Cöln. Ich bin eigentlich froh, daß sie fort ist, sie konnte das Rauchen nicht vertragen. Vor dem Nachtessen habe ich deßhalb nie im Hause geraucht nur nachher, wo sie dann bald zu Bette gegangen ist [...]". - K. F. Lessing, einer der bedeutendsten Historien- und Landschaftsmaler der Düsseldorfer Schule, war Großneffe von Gotthold Ephraim Lessing. - Mit biographischen Notizen und Akquisitionsvermerk von alter Sammlerhand verso, datiert 24. IX. 1879. Beiliegend ein eh. Brief mit U. von Ida Lessing an einen Sammler: "Leider ist Lessings Hand noch immer nicht in der Verfassung die Feder führen zu können, da ihn seit 11 Monaten eine Lähmung der rechten Seite Schreib- u. Arbeitsunfähig machte [...] Damit Sie aber nicht länger auf Erfüllung Ihres Wunsches zu warten brauchen - schicke ich ein Stück von einem Briefe an seinen Sohn Conrad [...]" (Karlsruhe, 22. IX. 1879, 4 SS. auf Doppelblatt, 12mo)..

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