Else Lasker-Schüler

Lasker-Schüler, Else

Dichterin (1869-1945). Autograph drawing „Der Häuptling und seine Söhne“ signed. o.O. [wohl Ascona]. 4to. 1 Seite (220 x 135 mm). Montiert.
$ 23,030 / 19.500 € (48430)

Drawn in Swiss exile for her financial supporters, the Directors of the Zurich department store Brann, Hugo May and Kurt Ittmann.

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Lasker-Schüler, Else

Schriftstellerin (1869-1945). Eigenh. Brief mit U. "Else Lasker-Schüler". Dresden-Loschwitz. 8vo. 4 Seiten. Doppelblatt. Mit eigenh. und frankiertem Umschlag.
$ 7,677 / 6.500 € (60571)

Unveröffentlichter Brief an Fräulein Anna Kritzler, Barmen, Unterdörnen 64: „Liebes Fräulein! Bei Kerzenlicht mit unerlaubtem Bonbon im Mund, sitze ich in später Stunde an Sie schreibend. - Ihr Gefolge, die drei jungen Herrn, sagten mir hintereinander, daß ich recht bald Brief erhalten würde aus der dunklen Räuchsstadt Barmen. Aber ich sehe, daß die drei Einigkeit, einem Wesen gethraut, daß da denkt - 'aus den Augen, aus den Sinn'! Jetzt so Sie gen Barmen gezogen, werden Ihre drei Verehrer von den sämmtlichen Schachtelhalmen umringt, zwei von ihnen - die beiden Herrn Benefiz lächeln mit den zierlichen Pflanzen - einer aber geht einsam und traurig umher, das ist der Herr Pastor.

Gestern sah ich ihn einsam im Wald einhergehen - wahrhaftig, es kann einem leid thun. Am Abend hatte ich Gelegenheit mit ihm zu sprechen - ich habe selten einen toleranteren Menschen kennengelernt - zumal ein Vertreter der Kirche. Aus jedem Wort und Blick merkt man, wie er Sie liebt. Natürlich sprachen wir das Wort nicht aus. Sonst ist nichts Neues vorgefallen - ich gehe auch Samstag, so Gott will. Alle sind neugierig auf ein paar Zeilen von Ihnen. Schreiben Sie an mich oder an irgend eine Person Antwort. Wir sind ja hier eine Familie - aber was für eine!? - Ihre Else Lasker-Schüler.“ - In der kritischen Ausgabe nicht gedruckt. Unser Brief wäre dort zwischen den Nummern 4 (9. X. 1895) und 5 (17. II. 1897) einzuordnen. - Else Lasker-Schüler lebte seit August 1894 mit ihrem Mann, dem Arzt Berthold Lasker, in Berlin-Charlottenburg und nahm Zeichenunterricht bei dem Maler Simson Goldberg. Durch ihn lernte sie Peter Hille und Samuel Lublinski kennen. Von einem Kuraufenthalt im Sanatorienvorort Loschwitz ("Weisser Hirsch") war bisher nichts bekannt..

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Lasker-Schüler, Else

deutsche expressionistische Dichterin(1869-1945). Eigenhändiger Brief m. U. „Else Lasker Schüler“. Berlin. 3 Einzelblätter folio, vier Seiten beschrieben.
$ 5,315 / 4.500 € (61393)

Langer Brief an Elisabeth Stückgold in Arlesheim, die sie inständig um Unterstützung für zwei kleine Mädchen und deren Mutter bittet; Lasker-Schüler selber kann nichts mehr geben, da all ihr Geld bereits in den Erhalt der kleinen Familie geflossen sei. Der Brief ist kurz nach der Machtergreifung durch Hitler geschrieben. „Liebe Fee | Ich glaube wenn Sie selbst sehen würden wie wir darben, Sie würden nicht erst diesen Brief zu lesen brauchen. Nie fragten Sie, wie es mir geht und eine tiefe Enttäuschung pflanzten Sie gerade in mein Herz.

Ich habe die letzten zwei Jahre nichts getan wie alles was ich eben erringen konnte, geteilt. Die Not – zum Weinen unter uns Künstlern. Aber für mich will ich nichts – ich bin so gewöhnt der Askese, aber, Fee, denken Sie zwei junge Mädchen, deren Mutter so gut zu mir war und zu unserem Päulchen – verhungern. Sie sind so dünn geworden, ich weiss, sie könnten nichts mehr in dem Zustand aushalten. Stellungen keine zu haben momentan, ich habe nun zwei Jahre ihnen gegeben, leider so wenig, daß ich nichts behielt, wie 15-25 Pfg zu essen behielt täglich. Aber das ist nicht schlimm, es ist gewiss Gottes Wille und man muß sich fügen – nicht aus Schwäche, aus Stärke. Glauben sie mir, mich hat es einsichtig gemacht. Ich habe auch immer meinen früheren Mädchen der Hedwig die kleine Miete gezahlt für ihre Treue. – noch immer mit Mühe. Aber seit einer Woche können sie meine Lyrik nicht mehr, begreiflicherweise – drucken. Mietschulden über 10 Wochen. Die wird ich schon wo vielleicht besorgen. Der Besitzer ein Elbersfelder [Einschub unter der Zeile: meine Heimat]. Ich würde für mich nichts mehr annehmen, aber ich bitte Sie, Fee, für die beiden kleinen armen lieben Mädchen eines Engels. Wenn Sie mal traurig sind – denken Sie dann daran, daß Sie so Inniggutes getan haben, wenn Sie es tun? Die beiden können dann wieder nach ihrer Heimat mit ihrem alten Vater und dort in Süddeutschland ein Kleingeschäft übernehmen. Das würde also die Reisekosten und kleinen Umzug und erste Wochen: Leben. – Mein Schauspiel musste verlegt werden –gewiss für lange. Ich weinte, denn ich dachte, ich hätte dann nach Palästina reisen können, Fee […]“ - Nachtrag auf der Rückseite: „Vielleicht wissen Sie Menschen, die mir Indianerbilder bestellen oder Negerbilder, oder Buch Theben kaufen? Sie werden selber gewiss sehr angegangen. Ich kann nicht mehr denken. Hier würden Sie niemand erkennen von uns Dichtern so abgemagert. Bitte Brief nur für Sie.“ - Elisabeth von Veress (1888-1961) war in erster Ehe mit dem polnischen Maler Stanislas Stückgold (1868-1933) verheiratet, nach Stückgolds Tod heiratete sie den Schriftsteller und Anthroposophen Albert Steffen (1884-1963); seit 1920 lebte sie in Dornach. .

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Lasker-Schüler, Else

Ms. Brief m. U. und Zeichnung eines Indianerkopfes „blauer Jaguar“ im Profil in blau und rot
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Important unpublished letter from her exile in Switzerland to her financial supporter Hugo May: „[…] Das Band der Maschine ist schon sehr verblichen - ich könnte einen Vers daraus machen. Auch weiss ich vor Rührung und Verlegenheit nicht zu schreiben. Vor Rührung was Sie für mich taten und wie Sie es taten. Und das wirkliche Bewusstsein, dass Sie mein[en] Dichtungen verstehe und ehren, tröstet mich in der Annahme. Ich hätte es ja noch lieber beruhigter genommen, wenn Sie […] der mater. Sorge um mich verschont geblieben wären. Ich weiss wahrhaftig was arbeiten heisst und noch eingeschossen in Bureaux. Auch mein höchste […]“


Lasker-Schüler, Else

Eigenh. Brieffragment o. U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

The second page of what was a longer letter. In part (translated): “Well I hope to come without incident to Alexandria, but still the attorney for Dr. Kahn…a letter in my bag that I take with me who knows what I want and where everything is stored with all the books etc . I do hope I find the rest, I must have to continue seeking…His grandfather the Chief Rabbi was my religion teacher at school.” In fine condition.