Berthold Kern

Kern, Berthold

Internist (1911–1995). Ms. Brief mit eigenh. U. Stuttgart. 2 SS. 4to.
$ 72 / 60 € (11507)

Berthold Kern (1911–1995), Internist. Ms. Brief mit e. U. Stuttgart, 23. November 1947. 2 Seiten 4°. – An einen namentlich nicht genannten Professor mit Nachrichten über das Befinden seiner Gattin und seine Arbeit: „[...] Das seelische Gegengewicht gibt mir immer wieder meine wissenschaftliche Arbeit, und ich bin dankbar dafür, dass mir der Alltag mit Praxis, Einrichtungsmühen, Wiederaufbauversuchen, Futtersuche, Handwerkerplagen usw. doch noch fast täglich ein kathartisches Eintauchen in diese reinere Welt erlaubt.

Eben jetzt bekam ich die Fahnen meiner ‚Herzinsuffizienz’, die in den letzten Monaten aus dem Herzinsuffizienzkapitel des ‚kleinen Kern’ hervorwuchs. Sie ist zwar nur eine Art Nebenprodukt, oder ein Seitenweg von der Hauptstrasse, die ich vor mir zu sehen glaube und mit dem kl. K. zu betreten beabsichtigte. Doch reizte es mich, die theoretischen Gedanken, die ich 1945 für das Herzkapitel entwickelt hatte und die sich mir seither über alle Erwartungen als fruchtbar erwiesen, nun aus dieser Synthese von Theorie und Praxis heraus einmal im Zusammenhang darzustellen [...]“. – Der Sohn des Historikers Fritz Kern und Enkel des Philosophen Eduard von Hartmann war Truppenarzt in Rußland und im Standort-Lazarett Ulm und ließ sich 1947 in eigener Praxis in Stuttgart als Internist und Kardiologe nieder. 1947 entwickelte er eine späterhin sehr umstrittene Behandlungsmethode mit oral verabreichtem g-Strophanthin zur Vorbeugung und Behandlung der Angina pectoris und des zunehmend aufkommenden Myokardinfarktes. – Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; mit wohl a. d. Hand des Adressaten stammendem Vermerk am oberen Rand der Recto-Seite: „Geantwortet (Kondolation 5 12 47)“..

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