Hans Kappert

Kappert, Hans

Biologe und Genetiker (1890–1976). 2 ms. Briefe mit eigenh. U. und 3 (davon 1 eh. und 2 ms.) Postkarten mit eh. U. Münster. Zusammen 5½ SS. auf 5 Bll. (Gr.-)qu.-8vo. Eine Karte mit eh. Adresse.
$ 300 / 250 € (17875)

Hans Kappert (1890–1976), Biologe und Genetiker. 2 ms. Briefe mit e. U. und 3 (davon 1 e. und 2 ms.) Postkarten mit e. U. Münster, 1962 bis 1974. Zusammen 5½ SS. auf 5 Bll. (Gr.-)qu.-8°. Eine Karte mit e. Adresse. – An den Genetiker und Molekularbiologen Hans Ferdinand Linskens (1921–2007), u. a. über eine geplante Umbenennung der Zeitschrift „Der Züchter“: „Auf Ihr Schreiben [...] möchte ich Ihnen nur sagen, daß die Umtaufe der alten Induktiven mich, wenn ich noch Institutsdirektor wäre, veranlassen würde, die Zeitschrift abzubestellen.

Eine deutsche Zeitschrift unter englischer Flagge wollte ich in meiner Bibliothek niemals sehen. Die notwendigen Informationen über die Molekulargenetik erhalte ich auch aus der bekannten angelsächsischen Literatur. Was die Umtaufe des Züchter angeht, so würde mich der Titel Genetik und Züchtungsforschung in keiner Weise stören. Wenn Sie aber nach einem kürzeren Titel suchen, wie wäre es dann mit: Angewandte Genetik? Wenn nun aber schon der Name wegfallen soll, könnte dann nicht auch von dem unhandlichen Format abgegangen werden? Soviel ich weiß, wurde es damals der besseren Ausnutzung des Druckpapiers wegen so gewählt. Das spielt aber doch heute keine Rolle mehr [...]“ (a. d. Br. v. 27. Dezember 1966). – Der Name des „Züchters“ wurde schließlich 1968 durch „Theoretical and Applied Genetics“ (TAG) ersetzt. – Hans Kappert war 1931 als Nachfolger von Erwin Baur auf den Lehrstuhl für Vererbungslehre der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin berufen worden. Das in den 1930er Jahren der Friedrich-Wilhelm-Universität (heute Humboldt-Universität) angegliederte Institut war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden und wurde hernach u. a. von Kappert wieder aufgebaut. Vehement und auch öffentlich gegen die Theorien des sowjetischen Biologen und Agronoms Trofim Denissowitsch Lyssenko ankämpfend, die nach 1948 in der sowjetischen Besatzungszone und anschließend in der DDR propagiert wurden, verweigerte Kappert schließlich 1950 die Fortführung seiner Dozententätigkeit und wechselte an die Technische Universität Berlin (West) (1974 wurde das Institut als Institut für Angewandte Genetik in den Fachbereich Biologie der Freie Universität Berlin eingegliedert); nach seiner Emeritierung 1956 ging Kappert nach Münster und hielt dort noch einige Jahre Vorlesungen. Hans Kappert war Mitherausgeber der erwähnten Zeitschrift „Der Züchter“ und auch der „Zeitschrift für Pflanzenzüchtung“, gab zusammen mit Wilhelm Rudorf die 2. Auflage des „Handbuchs für Pflanzenzüchtung“ heraus und „erkannte als erster die Bedeutung der Koppelung für die praktische Züchtungsarbeit und züchtete in konsequenter Anwendung genetischer Erkenntnisee Sorten mit Signalfaktoren für schwer oder spät erkennbare Eigenschaften“ (aus einem Nachruf in TAG, Bd. XLVII, Nr. 6, November 1976). – Zumeist im linken Rand gelocht (keine Textberührung)..

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