Theodor von Heuglin

Heuglin, Theodor von

Afrikaforscher und Ornithologe (1824-1876). Eigenh. Brief mit U. O. O. 1 S. auf Doppelblatt 12mo.
$ 1,001 / 850 € (941322/BN941322)

An einen namentlich nicht genannten Adressaten, wohl der Ornithologe Richard von König-Warthausen: "Soviel ich weiss, geht die Sommersaison demnächst zu Ende. Vor deiner Abreise in's Oberland möchte ich dich noch einmal sprechen, namentlich in Bezug auf Droste's Ausschreiben wegen der d. Orn. Gesellschaft. - Ich gehe wahrscheinlich etwa Ende nächster Woche nach Berlin u. zwar auf Wunsch des Cronprinzen von Preußen. [...]". - Auf seinen zahlreichen Expeditionen nach Afrika, Arabien und in das Nordpolarmeer betrieb Theodor von Heuglin stets ornithologische Studien, die er u.a.

im "Journal für Ornithologie" der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft publizierte. Ferdinand von Droste zu Hülshoff (1841-1874) war von 1868 bis zu seinem Tod Vorsitzender der 1850 gegründeten Gesellschaft..

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Heuglin, Theodor von

Afrikaforscher und Ornithologe (1824-1876). 34 eigenh. Briefe mit U. und 2 eh. Visitenkarten. Alexandria, Cairo, Triest, Khartum, Esslingen, Stuttgart u. a. Zus. (4 Zeilen+2 Zeilen+1+2¾+1¼+4+1½+3+3+2¾+3½+1½+2+3+3+2+3+2½+2+4¼+3½+5+1+3+4+1½+¾+3+2+2+2+3+1½+1+¾+3 =) ca. 83 SS. auf 33 Doppelbll. und 3 Einzelbll. Verschiedene Formate (Visitkartenformat, 8vo, Gr.-4to und Folio). Davon 7 Briefe mit eh. Adresse verso .
$ 5,297 / 4.500 € (79536/BN51595)

Die adr. Briefe jeweils an den Rechtsanwalt Cajetan v. Felder, sonst an einen Freund oder an einen Professor. - An einen Freund (o. O u. D.): "Ferner rechnet man mir die Zeit, welche ich mit meinen Thieren in Cairo sein musste, als Urlaub, obgleich ich auf mündliche Ordre des Generalconsulates dort fast 7 Monate lang blieb u. jeder vernünftige Mensch einsehen muss, dass ein dort Fremder, mit meinem Gehalt absolut nicht leben kann & dazu habe ich obendrein dort noch für über 1000 fl baares Geld Thiere für die Menagerie angekauft, für die keinen Ersatz verlangte, obgleich in Angelegenheit der Reise des Erzherzogs dringend nach Suez zu gehen habe, bleibe ich hier, bis alle diese Affairen in Ordnung sind [...]".

- Über Fieberanfälle und die Missionsstation in Chartum (17. VI. [o. J.]): "Provicar Knoblecher's Tod werden Sie längst kennen: Soeben trifft auch die Nachricht von Chartum ein, dass sein Nachfolger nebst drei andern Geistlichen das Zeitliche gesegnet haben! es wäre bei Gott an der Zeit, die ganze Mission aufzuheben, die schon so viele Opfer gekostet u. so viele wirklich brave Menschen unter die Erde gebracht". - An Cajetan v. Felder, er, Heuglin, müsse nach Atfah "hinausreiten", wo seine Thiersammlung schon sein 10-12 Tagen im ägyptischen Canal-Dreck fest sitzt" (Alexandria, 8. V.). - Über Sammlungen (so im Br. v. 28. V. [o. J.] und 22. IV. 1864), Insekten wie Käfer und Schmetterlinge sowie Waffen für europäische Sammler (Prof. Hyrtl, Graf Grünne, H. v. Koller, Waffenhändler Olighs u. a.), ein Sendungsauflistung, teilweise mit Angabe im Postskriptum um welchen Preis die Funde zu verkaufen sind (28. IV. 1852), Logistisches und Organisatorisches wie Kistensendungen, Transportschwierigkeiten (z. B. im Br. v. 17. VI. [o. J.]), Reisepläne und ausstehende Zahlungen. Auch eine Anfrage, ob Schönbrunn oder die Akademie Heuglins Tiermenagerie übernehmen möchte, befindet sich darunter (Chartum, 4. III. 1854). - Bezüglich Anfeindungen von Seiten eines Herrn Huber und über beständige finanzielle Schwierigkeiten (Esslingen, 17. X. 1855): "Hl. Direktor Kollar sagte mir, es sei meine Pflicht als damaliger österr. Beamter jene Sammlungen dem Natur Cabinet zu überlassen, sonst hätte ich, nachdem ich die Preislisten, die jenes Kabinet angesetzt, gesehen, Alles zurückgenommen [...] kann meine Mutter absolut nicht um mehr angehen, da ich ohne dies ihr Schuldner von früher her bin. Ich hoffe, dass ich so bald als möglich, im Stand bin, die alten f 600 wie das Neue Ihnen zu bezahlen [...]". - Bezüglich des Hofkonditors Sr. K. H. in Cairo (28. IV. 1852): "Sie erinnern sich vielleicht eines mässig verrückten Conditors nome Dattelbaum allhier, der Sie ohne Weiteres bat, ihm in Wien für seine Bibliothek (er kann - beiläufig gesagt - kaum lesen) Bücher einzukaufen. Der Mann beruft sich auf Ihr diesfalls gegebenes Versprechen, u. drangsalirt mich tagtäglich, Ihnen um welche zu schreiben [...]". - Über Löwenbälge: "Ich habe in Abbyssinien einige geschossen, die mich direkt bloss 1 Thlr. Trinkgeld für meine Führer auf die Jagdparthie u. der eine einen Büchsenschaft kostete, da ich im nöthigen Augenblick kein anderes Instrument in der Hand hatte u. die Bestien sich nicht viel auf Spass verstehen [...]" (Doka, 18. V. 1853). - Bezüglich des Vorgehens der Darreichung eines Geschenks an den Kaiser (Cairo, 16. XI. [o. J.]): "Das ich Sie nicht vergessen habe, werden sie durch die für Sie bestimmten Collektionen von Waffen, bunten Vögeln und herrlichen Insekten bestätigt finden [...] Ich bin im Besitz einer ganz ausgezeichnet schönen sudanischen Arbeit in Silber (Filigrain) welche ich wünschte Sr. k. k. Majestät unserm a. g. Kaiser als Produkt aus dem fernen Aethyopien, wo ich die Ehre habe, S. M. zu vertreten, zu Füßen zu legen [...]". - Über eine Reise per Segelbarke nach Aden (El Goseir, 30. VI. 1857), verlorene Sammlungen (Cairo, 30. IV. 1858), "es sind mir sehr viele meiner Sammlungen zu Grund gegangen u. ich selbst bin dieses mal sehr schlecht nach Hause geschickt worden, in dem mir die Somalen bei Cap Gardafui eine sehr kräftige Aderlässe am Hals applizierten [...]". - An das kaiserliche Ministerium bezüglich einer ausstehenden Kanzlei-Pauschale (Cairo, 4. VII. 1858). - In Quarantäne in Triest (16. IX. 1858): "Bis jetzt bin ich derart ärgerlich über dies unnütze Plackerei - u. etwas anderes ist es nicht, nachdem auch nicht ein einziger Pestfall in Egypthen [!] constatirt ist [...] Ich bin bloss auf die Versicherung des Consulats u. Lloydbeamten in Alexandrien, dass nachdem sich der ganze Pestlärm auf einen Schwindel der italienischen Quaksalber am Lazareth [!] in Alexandrien reduziert, wohl alle Maßregeln gegen Provenienz aus Egypthen hier aufgehoben sein würden [...]". - Im 1866 Jahr zunehmend über Heuglins Werke (Reisebeschreibungen) und über den Konservator Ploucquet (27. IX. 1866): "Ich denke seine Sammlungen werden etwas mehr besucht sein, als die scheußlichen Carrikaturen des Kaiserlichen Museums zu denen man die Herrn Conservatoren ebenfalls ausbälgen u. in Glaskasten [!] sperren sollte [...]". - Jeweils mit Stempel der Handschriftensammlung J. K. Riess, beiliegend die vollständige ms. Verlistung und Transkription..

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