Johannes Guttzeit

Guttzeit, Johannes

Naturphilosoph (1853-1935). Ms. Sentenz mit eigenh. U. und eh. Korrekturen. Olching-München. 25.11.1927. 1 S. Folio (223:282 mm). Albumblatt mit gedruckter Bordüre und gedr. Fußzeile "Beitrag zum Selbstschriftenalbum 'Deutschlands Zukunft'", aufgezogen auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm).
$ 369 / 350 € (85432/BN55978)

Bismarck-kritischer Beitrag: "Wir müssen den Mut gewinnen, wahrhaft selbständig zu werden und die ekelhafte Speichelleckerei vor den bis zur Erschlaffung umweihräucherten 'Grossen' uns abgewöhnen. Denn da heisst es doch immer: in der Politik, zwischen den Staaten, da gelten andre Gesetze als zwischen den Einzelmenschen [...]". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928), jedoch nicht darin aufgenommen.

- Gerhart Hauptmann beschrieb die Begegnung mit Guttzeit, dem Prediger einer urchristlichen, naturnahen und vegetarischen Lebensweise, in der Novelle "Der Apostel": "Niemals habe ich eine so augenfällige, gegenwartsstarke Illustration evangelischer Vorgänge vorher und nacher erlebt. Es war eine wahrhaft heilige Szene, die durch kein Oberammergau zu erreichen ist". Nach vielen Jahren mit wechselnden Wohnorten in Deutschland und Italien verbrachte Guttzeit, der frühere Privatsekretär des Malers Karl Wilhelm Diefenbach in der Wiener Kommune im Himmelhof, seine letzten drei Lebensjahrzehnte in Olching mit Schriftstellerei..

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