Wolfgang Gurlitt

Gurlitt, Wolfgang

Kunsthändler und -sammler, Verleger und Galerist (1888-1965). Eigenh. Postkarte m. U. Bad Aussee. 1 S. 8vo.
$ 182 / 150 € (47066)

An Alfred Kubin: „Heute habe ich Dir einen Brief nach Zwickstedt geschreiben - ich ich nicht genau weiss - wie lange Du noch in Niederbayern bist […]“

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Gurlitt, Wolfgang

deutscher Kunsthändler und -sammler, Verleger und Galerist (1888-1965). Ms. Brief mit eigenh. Unterschrift. München. 4to. 1 p. Gedr. Briefkopf. Gelocht. Mit Eingangsstempel.
$ 547 / 450 € (80535)

An P.A. Ade, dem Ausstellungsleiter des Münchner „Haus der Kunst“: „Lieber und sehr geehrter Herr Direktor Ade! Sie waren letzthin so liebenswürdig, mir eine Dauerehrenkarte für meine Galerie zu übersenden, für die ich Ihnen herzlichst danke. Nun hat es aber das Unglück gewollt, dass diese mir so wichtige Karte scheinbar durch die Tücke des Windes in meinen Papierkorb verschwand und ich habe jetzt tagelang erfolglos danach gesucht. Ich hoffe, dass Sie mir nicht böse sind, wenn ich Sie bitte, Ihre Sekretärin zu veranlassen, mir einen Ersatz zuzusenden; da meine Familie aus vier Personen besteht und wir nach Möglichkeit alles gemeinsam machen, wäre es besonders nett, wenn Sie den Vermerk „Galerie Wolfgang Gurlitt, gültig für 4 Personen“ angeben würden.

[...]“ Des weiteren lädt Gurlitt zu einer neuen Ausstellung mit Werken von Herbert Jochems, Heinz Ott, Peter Stephan und Sigward Sprotte ein und legt entsprechende Prospekte bei. Wolfgang Gurlitt war als Kunsthändler, Verleger und Sammler eine zwiespältige Persönlichkeit. Er hatte einen Riecher für Trends auf dem Kunstmarkt, förderte viele Künstler, vor allem die später diskreditierten Expressionisten. Er eignete sich aber auch durch häufig undurchsichtige Machenschaften Werke bekannter Künstler an, profitierte von nationalsozialistischen Enteignungen jüdischen Kunstbesitzes und dem Entzug „entarteter Kunst“ aus Museen und Sammlungen. Mit dem Maler Oskar Kokoschka war der Sammler Gurlitt seit den 1920er Jahren bekannt. Kokoschka fertigte von ihm 1923 die Lithografie „Der Zauberprinz“. Der Adressat ist Peter A. Ade (1913-2005), der als Direktor Das Haus der Kunst zum Gegenentwurf der Diffamierung der Avantgarde im Dritten Reich machte. Unter seiner Leitung wurden Ausstellungen in Zusammenarbeit mit internationalen Kunsthistorikern und Kuratoren organisiert. In großen Einzelausstellungen widmete man sich Künstlern wie Frank Lloyd Wright, Ernst Ludwig Kirchner, Le Corbusier, Oskar Kokoschka, Vincent van Gogh oder Wassily Kandinsky und Paul Klee..

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Gurlitt, Wolfgang

Kunsthändler und -sammler, Verleger und Galerist (1888-1965). Ms. Brief mit eigenh. Unterschrift. München. 4to. 1 p. Gelocht. Mit Eingangsstempel. Gedr. Briefkopf.
$ 304 / 250 € (80625)

Gurlitt richtet sich an das Haus der Kunst mit der Frage, ob es ein seiner Kollektionen ausstellen will: „[…] es handelt sich um die Meister des Manierismus, und die ich eigentlich in meiner Galerie schon in den ersten Januar-Tagen eröffnen wollte. Nun hat es sich aber gezeigt, dass das Material so gross und umfangreich ist, dass meine Räume einfach zu klein sind. […] Ich möchte darauf hinweisen, dass sowohl Herr Prof. Emil Preetorius sich für diese Kollektion interessiert und sie gerne im Prinz Karl Palais bringen würde, dass aber dort für die nächsten Monate schon alles durch Vereinbarungen besetzt ist.

Bei den vielen Räumen, die Ihnen zur Verfügung stehen, könnte ich mir vorstellen, dass vielleicht noch etwas frei ist. […]“ Beigelegt sind zwei Karten zur Ausstellungseröffnung von Grete Hagenkamp-Hartmann. Wolfgang Gurlitt war ein deutscher Kunsthändler und -sammler, Verleger und Galerist. Er ist der als Sohn des Gründers der Galerie Fritz Gurlitt auf. Sein Halbbruder war der Komponist Manfred Gurlitt. Der Kunsthistoriker und -händler Hildebrand Gurlitt war sein Cousin. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb 2019 über Wolfgang Gurlitt: „Gurlitts notorisch unsaubere Geschäftspraktiken galten plötzlich als anstößig, zumal sich die Herkunft vieler eingekaufter Werke nicht klären ließ und ihr früherer Besitzer dafür bekannt war, die Provenienz mutwillig zu verschleiern oder falsche Werkzuschreibungen auszustellen – seit 1999 wurden dreizehn von ihnen an jüdische Erben restituiert, darunter auch Gustav Klimts unvollendetes „Damenbildnis (Ria Munk III)“.Dass Gurlitt neben seinem Leitungsposten auch weiterhin mit Kunst handelte und in München parallel eine neue Galerie aufbaute, lässt vermuten, dass er es im Verlauf seines turbulenten Berufslebens gelernt hatte, keiner Institution, möge sie ihn zeitweilig noch so hofieren, zu trauen.“.

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Gurlitt, Wolfgang

deutscher Kunsthändler und -sammler, Verleger und Galerist (1888-1965). Sammlung von 5 ms. Briefen mit eigenh. Unterschriften u. 1 Inventarliste. München. 13 1/2 pp. Gr.-4to. Ms. Brief mit eigenh. U. mit gedr. Briefkopf. + 2 SS Inventarliste und eigenh. Notiz über den Bildbestand. Mit Lochspuren.
$ 4,255 / 3.500 € (80218)

Umfangreiche Korrespondenz von 18.11.1957 bis 24.2.1958 zwischen der Galerie Wolfgang Gurlitt München 22 und dem Haus der Kunst in München, die Oskar Kokoschka Ausstellung vom 14. März bis 11. Mai 1958 betreffend. Am 18.11.1957 schrieb Gurlitt an den Direktor des Haus der Kunst: „[...] Wir hatten in der Angelegenheit des Kokoschka-Doppelbildnisses im Zusammenhang mit dem Künstler und Prof. Horstmann, Hamburg, alle so schön gesprochen und auch einen Weg gefunden, der nach unserer Ansicht unbedingt richtig und für den Besitzer des Bildes gänzlich gefahrlos sein müsste.

[...] versucht Herr Horstmann wiederum, die Angelegenheit so darzustellen, also ob ich durch mein Verhalten den Künstler schädige und als ob ich nicht so viel freundschaftliche Gefühle aufbringen könne, um die verlangte Erklärung, dass ich keine Besitzansprüche an das Bild hätte, zu geben. [...] Ich habe übrigens O.K. auch noch geschrieben, dass ich u.U. bereit wäre, auf die Ansprüche auf das Bild, das heute ja wohl einen Wert von mindestens DM 40.000.-- darstellt, zu verzichten, wenn er mir klipp und klar und schriftlich auf das deutlichste die Bestätigung gibt, dass ich in allen Dingen immer Rücksicht auf ihn genommen habe und dass alle Vorwürfe von Seiten des Herrn Horstmann, des Herrn Welz oder vielleicht auch noch des Herrn Wingler ungerechtfertigt sind. Eine Antwort auf all’ meine Briefe habe ich bisher noch nicht erhalten. [...]“ - Dabei: 2 ms. Briefe mit eigenh. Unterschrift und ein faksimiliertes Schreiben von Edgar Horstmann. Das Doppelbildnis von Oskar Kokoschka und Alma Mahler entstand 1912/13. Es wurde 1937 beschlagnahmt und in der Folge von Bernhard A. Böhmer gekauft. Von 1950 bis 1976 war es im Besitz von Edgar Horstmann. Der Briefwechsel beleuchtet die Weiterung Horstmanns, das Bild für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig will Gurlitt die Rechte für eine Katalogveröffentlichung zurückhalten. Der Adressat ist Peter A. Ade (1913-2005), der als Direktor Das Haus der Kunst zum Gegenentwurf der Diffamierung der Avantgarde im Dritten Reich machte. Unter seiner Leitung wurden Ausstellungen in Zusammenarbeit mit internationalen Kunsthistorikern und Kuratoren organisiert. In großen Einzelausstellungen widmete man sich Künstlern wie Frank Lloyd Wright, Ernst Ludwig Kirchner, Le Corbusier, Oskar Kokoschka, Vincent van Gogh oder Wassily Kandinsky und Paul Klee. Wolfgang Gurlitt war als Kunsthändler, Verleger und Sammler eine zwiespältige Persönlichkeit. Er hatte einen Riecher für Trends auf dem Kunstmarkt, förderte viele Künstler, vor allem die später diskreditierten Expressionisten. Er eignete sich aber auch durch häufig undurchsichtige Machenschaften Werke bekannter Künstler an, profitierte von nationalsozialistischen Enteignungen jüdischen Kunstbesitzes und dem Entzug „entarteter Kunst“ aus Museen und Sammlungen. Mit dem Maler Oskar Kokoschka war der Sammler Gurlitt seit den 1920er Jahren bekannt. Kokoschka fertigte von ihm 1923 die Lithografie „Der Zauberprinz“..

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