Eugen Gura

Gura, Eugen

deutsch-böhmischer Opernsänger. Er galt als einer der bedeutendsten Wagnersänger seiner Zeit (1842-1906). Eigenh. Brief mit Unterschrift. München. 8vo. 3 pp. Doppelblatt. Monogramm am Briefkopf.
$ 260 / 240 € (90517)

An den Komponisten Philipp Wolfrum (1854-1919): „Tausend Dank für Ihre Liebevollen Bemühungen! - Die Karte des Herrn Heckel aus Mannheim lautet wenig ermuthigend. Also: Fort mit dem Leisesten Gedanken an ein Konzert in Mannheim! - Lieber, verehrter Freund! wenn Sie nicht grosse Hoffnungen bezüglich Heidelberg hegen können: dann bitte ich Sie, lassen wir all dergleichen Pläne fallen! Zudem wird die zeit auch kaum mehr für ein o. zwei Konzerte ausreichen. Die Separat-Parsifal-Aufführungen haben sich zusammengedrängt und weiter hinausgeschoben.

Am 3. Mai soll ich in Leipzig singen; und nach jüngster Mittheilung des Generalintendanten soll, während die Separat-Vostellugnen im grossen Hause stattfinden, die Oper gehörig im Residenztheater arbeiten. […]“ Nach einem Engagement in London kehrte der Bariton in den 1880er Jahren wieder nach München zurück und war seit August 1883 Mitglied des Hoftheaters zu München. Richard Strauss widmete ihm seine Drei Lieder op. 29 (1894/95) nach Gedichten von Otto Julius Bierbaum (Traum durch die Dämmerung; Schlagende Herzen; Nachtgang)..

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Gura, Eugen

Sänger (1842-1906). Eigenh. Brief mit U. München. 14.12.1890. 3 ½ SS. auf gefalt. Doppelblatt. 4to.
$ 163 / 150 € (938783/BN938783)

An einen Wiener Theaterdirektor: "Das muß ein merkwürdiger Herr sein, der ‚Käufer' meines Konzerts in Budapest! Was muß der wohl für Begriffe von einem Künstler haben? Als ob man sich so zu reinem Vergnügen einen Bronchialcatarrh zulegte und Konzerte absagte um sich dafür wochenlang in's Bett zu legen?! Gut, er soll das verlangte ärztl. Zeugniß haben! Er möge sich noch an Dr. Eysell in Kassel wenden, der mich schon am 24. Nov. behandelte. Dort habe ich wohl auch zu meinem Privatvergnügen eine Einnahme von nahezu 2000 Mark zurückzahlen lassen?! Was für Aufregungen ich seit dem 24.

Nov. durchgemacht, das lässt sich gar nicht beschreiben. Seit 11. Dez. ist mein Urlaub zu Ende u heute ist mein Zustand derart, dass ich mich noch auf unbestimmte Zeit bei der Generalintendanz krank melden musste. Beifolgendes Zeugniß war eigentlich für meinen Chef bestimmt, da derselbe bei mir dergleichen für überflüssig erachtet, sende ich es für den ‚Käufer'. Pfui - ekelt mich die ganze Sache doch so an, dass ich nur ein Gefühl übrig habe, das des tiefsten Bedauerns: meiner ahnungsvollen Scheu nicht nachgegeben zu haben! […]". Gura beschwert sich beim Adressaten, dem Direktor eines Wiener Theaters, über dessen niedriges Honorar: "Hauptsächlich empört mich der trocken- rücksichtslose Geschäftsstil, in dem Sie mir schreiben, als ob Sie es mit einem umherziehenden Durchgänger zu thun hätten […] Wenn Sie auf Ihrer Auffassung (entgegen Ihrer früheren Ansicht) beharren, daß ich in Wien auf meine Rechnung u. Gefahr zu konzertieren habe, mithin jetzt schon alle in Folge meiner nothgedrungenen Absage erwachsenen Unkosten zu tragen habe, dann erkläre ich alle unsere Unterhandlungen (mit Einsendung dieser Unkosten) für abgebrochen, und wir haben auf dieser Erde nichts mehr mit einander zu schaffen […]". - Eugen Gura debütierte 1865 in Albert Lortzings ‚Waffenschmied' und galt "als einer der bedeutendsten Wagner-Interpreten seiner Zeit im Baß-Bariton-Fach" (DBE), sang u. a. 1876 den Gunther in der Uraufführung der ‚Götterdämmerung' bei den Bayreuther Festspielen und trat dort bis 1896 auch als König Marke im ‚Tristan' und als Hans Sachs in den ‚Meistersingern' auf. Neben seiner Bühnentätigkeit war Gura auch als Konzert- und Liedersänger erfolgreich..

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