Justus Karl von Gruner

Gruner, Justus Karl von

Staatsmann (1777–1820). Eigenh. Brief mit U. („JustusvGruner“). Bern. 3 SS. auf Doppelblatt. 4to.
$ 834 / 800 € (18332)

Justus Karl von Gruner (1777–1820), Staatsmann. E. Brief mit U. („JustusvGruner“). Bern, 24. Januar 1817. 3 SS. auf Doppelblatt. 4°. – An einen namentlich nicht genannten Adressaten über einen Besuch des Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827): „[...] Er hat mich besucht der ehrwürdige Greis. Ich habe ihm unverändert gefallen; dieselbe Fülle des Geistes, dieselbe Lebhaftigkeit der Phantasie, Wärme des Herzens und rastlose Thätigkeit. Auch sein Körper hat in den vierzehn Jahren, seit ich ihn gesehen, wenig der Last des Alters nachgegeben.

Noch kann, noch wird er lange Gutes wirken. Ausschließlich scheint ihn jetzt der Gedanke der Herausgabe seiner sämmtlichen Werke zu beschäftigen. Sehr ist ihm an Förderung der Subskripzion [!] gelegen, in deren Ertrage er die ihm mangelnden Hülfsmittel zu finden hofft für die Erhaltung seiner Bildungsmethode eine bleibende Anstalt pp. zu finden [...] Mit Pestalozzi war ein Hr. Lantz aus Berlin bei mir, der nebst mehreren Freunden in Jferton [recte: Yverdon] sich befindet, um sich dort zu eigner Anlegung einer Pestalozzischen Anstalt [...] auszubilden [...]“. – J. K. von Gruner war seit 1809 erster kgl. Polizeipräsident Berlins und wurde 1811 Staatsrat und Leiter der politischen Polizei von ganz Preußen. „In diesem Amt baute Gruner gegen die französische Überwachung ein wirksames Gegenspionagesystem auf. Nach dem deutsch-französischen Bündnis 1812 ging er ins Exil nach Prag. Dort mit der propagandistischen Vorbereitung der deutschen Volkserhebung gegen Napoleon befaßt, wurde er inhaftiert und 1813 nach der Entlassung auf Verwendung des Freiherrn vom Stein Gouverneur des Großherzogtums Berg. 1814/15 war Gruner Gouverneur des Mittelrheins, bemühte sich 1815 als Leiter der politischen Polizei in Paris um die Rückführung der von den napoleonischen Heeren geraubten Kunstgüter und wirkte 1816–19 als preußischer Gesandter in Bern“ (DBE). – Mit einer alt montierten zeitgenössischen Notiz und einem kleinen Antwortvermerk des Adressaten..

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