Carl Ferdinand von Graefe

Graefe, Carl Ferdinand von

Chirurg und Augenarzt (1787-1840). Eigenh. Brief mit U. "Graefe". Berlin. 8vo. 1 p.
$ 2,285 / 2.000 € (61415)

An den Kollegen und Hofarzt Johann Heinrich Leberecht Kuntzmann (1775-1858), den Leibarzt der Prinzen Carl und Wilhelm von Preußen, in Berlin: „[…] Mein Kopfreißen hat dermaßen überhandgenommen daß ich das Bett nicht verlassen kann. Entschuldigen Sie mich, ich bitte deshalb bei Ihren Königl. Hoheiten. das Auflegen des Lapis infern. auf die bewußte Stelle der Volarfläche halte ich für nöthig wenn der Entzündungsreiz es zuläßig macht. In einigen Tagen hoffe ich meine Besuche wieder machen zu können […]“ - Selten.

- Mit Papis infernalis (Höllenstein; Silbernitrat) entfernte man Hautwucherungen; hier an der Handfläche. - Graefe war königlich preußischer Geheimer Medizinalrat und Generalstabsarzt der Armee, ordentlicher Professor der Chirurgie und Direktor der chirurgischen Klinik der Universität Berlin (Charité). 1817 erfand er einen Trokar. 1827 operierte Gräfe Ernst August von Hannover erfolgreich an den Augen. 1840 wurde er nach Hannover gerufen, um den erblindeten Kronprinzen zu operieren. Noch bevor er sich bei Hofe melden konnte, erkrankte er an "hitzigem Gehirn- und Nervenfieber" und verstarb in einem Hotel in Hannover. Graefe war der Besitzer der von Karl Friedrich Schinkel erbauten Villa Finkenherd, die sich inmitten eines 40.000 m² großen, von Lenné gestalteten Parks am nordwestlichen Rand des Berliner Tiergartens, dem sogenannten Hansaviertel befand. Bis 1854 war das Graefesche Haus ein beliebter Treffpunkt der Berliner Gesellschaft. Er wurde 1808 in die Freimaurerloge Zu den drei Degen in Halle aufgenommen. Die rechts abgebildete Ehrengrabstätte mit einer von Friedrich Drake geschaffenen Büste (Kopie) befindet sich in der Abt. 1, G3 des Friedhofs II der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde. Im Jahr 1823 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt..

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