Johannes Daniel Falk

Falk, Johannes Daniel

Schriftsteller und Philanthrop, Legationsrat in Weimar (1768–1826). 3 eigenh. Briefe mit U. („Dein F.“). Oßmannstedt. Zusammen (4+4+4=) 12 SS. auf 6 (= 3 Doppel)Blatt. 8vo.
$ 4,311 / 3.800 € (20760)

Johannes Daniel Falk (1768–1826), Schriftsteller und Philanthrop, Legationsrat in Weimar. 3 e. Briefe mit U. („Dein F.“). Oßmannstedt, o. D. („am 3 Tage der Heuerndte“, „Freytag“ und o. D.). [1801?]. Zusammen (4+4+4=) 12 SS. auf 6 (= 3 Doppel)Blatt. 8°. – Von einem Besuch bei seinem Freund Wieland auf dessen Gut Oßmannstedt an seine Frau Caroline geb. Rosenfeld: „[...] mir geht es hier ausserordentlich wohl [...] Seit zwey Tagen ist hier Heuerndte. Vier bis fünf Mäher in weißen Hemden stehen auf einer mächtig großen Wiese vor dem Dorfe, und mähen, daß es eine Lust ist.

Gestern waren ich und der Hofrath dort. Bey’m Nachhause gehen verirrten wir uns im Dorf, und da wir uns schämten zu fragen: so brachten wir beinah eine Stunde zu, uns zurecht zu finden. Meine Stimmung im Ganzen ist frö[h]lich und heiter, und diese Heiterkeit theilt sich bey Tisch der ganzen Gesellschaft mit, was um so nöthiger ist, da der guten Hofräthin Leben wirklich nur an zwey Fäden, wie es mich wenigstens bedünkt[,] zu hängen scheint, die sich leicht auf den künftigen Herbst oder Frühling lösen kön[n]ten [...]“ (a. d. Br. v. „3 Tage der Heuerndte“). Wielands Frau Anna Dorothea geb. von Hillenbrand sollte am 8. November 1801 versterben. – „[...] Sie dauert mich recht sehr. Das Husten nimmt kein Ende, es ist die sichtliche Abzehrung. So oft sie anfängt zu husten, wird ihm Angst und bange: er läuft und hohlt seine Schnupftabaksdose [...]“ (a. d. mit „Freytag bezeichneten Brief mit stärkeren Läsuren am oberen Rand). – Erwähnt seinen Sohn Eduard – Wielands Patenkind –, der Ende Dezember 1799 geboren worden war: „[...] Es ist spät Abend 12 Uhr vorbey ich und der Hofrath haben so lange geschwatzt und die Augen wollen mir zufallen [...] Ob die Kirmeß Montag oder Dienstag ist wirst Du am besten von C. Müller erfahren [...] Daß Eduard mich noch nicht vergessen hat, freut mich [...] Je[t]zt wandre ich nun allein hier im Dorf herum, in die Bauernhöfe, Bauerngärten, und sehe mir ihre kleinen Hauswirtschaften an [...]“ (ebd.). – „[...] Komm Du in Gottes Namen Dienstag – denn die Kirmeß ist diesen Tag, heraus, auch laß Dich nicht abhalten, wenn es ein wenig regnet. Regnet es aber zu sehr: so komm Mittwoch [...] bringe erstlich für Hrn Hofrath einen kleinen Vorrath von Wein mit, nemlich alles, was wir im Keller haben. Bey Tische kannst Du ihm das selber vorsetzen. Zweytens für die Hofräthin, wenn es Dir möglich ist, welche aufzutreiben, große Erdbeeren [...] Könntest Du irgend ein Stückchen Wildbret oder so etwas Seltnes auftreiben [...] so würde es mir lieb seyn; denn Du weißt der Hofrath liebt die guten Bissen [...]“ (a. d. unbezeichneten Brief). – Papierbedingt etwas gebräunt und tls. gering fleckig; zwei Briefe mit wohl a. d. Hand der Adressatin stammenden Notizen..

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