Erich Engel

Engel, Erich

Dirigent (geb. 1888). 2 Briefe mit eigenh. U. Dresden und Buenos Aires. Zusammen 2½ SS. 4to.
$ 211 / 200 € (8049)

Erich Engel (geb. 1888), Dirigent. 2 ms. Briefe mit eigenh. U. Dresden und Buenos Aires, 1937 und 1940. Zusammen 2½ Seiten 4°. – An Erwin Kerber (von 1936 bis 1940 Direktor der Wiener Staatsoper, 1891–1943). I: „Ich muß nochmals auf unsere letzte Unterredung zurückkommen: ich war auf Ihre Frage betr. die finanzielle Seite der Angelegenheit durchaus nicht vorbereitet, – Sie haben das gewiss auch bemerkt. Ich habe Ihnen infolge dessen eine Minimal-Ziffer angegeben, die ich – absolut genommen – doch nicht aufrechterhalten kann.

Ich muss mit ganz ungewöhnlichen Abzügen rechnen, da allein die Bezahlung meiner reichsdeutschen Pensionskassen (Fachschaft Bühne u. Staatsoper Dresden) monatlich etwa 300 Schilling ausmachen würden, wozu die Nachzahlung für die Wiener Pensionskasse käme, Steuern etz. [!] Ich möchte Sie also [...] recht sehr bitten [...] möglichst 1500 Schillinge monatlich anzustreben [...] Als Vergleichspunkt meine letzten festen Einnahmen: Staatsoper Dresden – 900 RM monatlich, – ganzjährig, Teatro Colon – 24.500 öst. Schillinge – für eine Arbeit von 7–8 Monaten [√Reisen und alle Extraausgaben werden ersetzt!] [...] Zum Schluss bitte ich Sie noch um eine Auskunft. Ich möchte eventuell die Garda als Ersatzsopran (neben Caniglia [d. i. Maria Caniglia, 1906–1981) und Ursuleac [d. i. Viorica Ursuleac, 1894–1985, Sopranistin und Gattin von Clemens Krauss) nach Baires mitnehmen. Halten Sie sie dafür geeignet, bes. was Verlässlichkeit anlangt? [...]“ (Br. v. 28. März 1937; mit Adreßstempel). – II: „Der letzten Nummer der Bühne entnehme ich, was ich früher bereits gerüchteweise gehört hatte, dass in der Leitung der Staatsoper Änderungen bevorstünden. Sie können sich denken, dass – angesichts unserer langjährigen, uns noch von unseren beiden Vätern überkommenen freundschaftlichen Beziehungen – diese Mitteilungen mich stark berührt haben. Es interessiert mich wirklich aufrichtig zu wissen, wie sich Ihre fernere Tätigkeit gestalten wird. Zwar wären Sie heuer vor meinen Belästigungen sicher! Denn Niemand kommt heuer nach Europa, der Ihnen Sänger entführen würde! Zwar werden wir wie immer eine große deutsche Spielzeit (unter Kleiber und Gielen, die beide hier geblieben sind) haben, aber die Sänger müssen wir uns aus Nordamerika holen [...]“ (Br. v. 28. Februar 1940; mit Adreßstempel). – Erich Engel war nahezu 15 Jahre lang unter Erich Kleiber und Fritz Busch am Teatro Colon in Buenos Aires tätig; seine Gattin war die Sopranistin Editha Fleischer (geb. 1895). – Der Br. v. 28. Februar 1940 stärker lappig und mit kl. Randläsuren..

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