Ludwig Eichrodt

Eichrodt, Ludwig

Schriftsteller (1827–1892). Eigenh. Brief mit U. Lahr. 1 S. 8vo.
$ 134 / 120 € (8371)

Ludwig Eichrodt (1827–1892), Schriftsteller. Eigenh. Brief mit U. Lahr, 5. XI. 1871 od. 77. 1 S. 8vo. – An den namentlich nicht genannten Museumsdirektor, Regierungsrat und Schriftsteller August Schricker (1838–1912): „Bei der Germanistenkneiperei wollte ich stets über Ihre Oper mit Ihne[n] reden, da ich auch schon 2 Operntexte angefertigt habe. Es war aber stets kein neutraler Augenblick zu erhaschen u. schließlich kam mir die Sache aus dem Gedächtnis, auf einmal auch erblickte ich Sie nicht mehr.

Nun nur das. Sie haben ein Trinklied in der Oper, das sich recht für [das] Commer[s]buch eignet. Vielleicht interessi[e]rt es auch Hrn. Weissheimer, im C[ommers]buch vertreten zu sein. Popularität bringt eine Aufnahme ja mit sich. Die Melodie müsste freilich den Talenten der Akademiker angemessen werden / 1 oder 2 stimmig / [...]“. – Der Sohn des badischen Innenministers Ludwig Friedrich Eichrodt (1789-1844) war im Justizdienst tätig und trat seit 1849 auch als Schriftsteller hervor. Gemeinsam mit Adolf Kußmaul (1822–1902) veröffentlichte er 1853 die in den „Fliegenden Blättern“ vorabgedruckten „Gedichte in allerlei Humoren“, worin „die mißglückte Aneignung bürgerlicher Welt- und Kultursicht durch die unteren Schichten“ parodiert und „mit der Gestalt Gottlieb Biedermaiers einer ganzen Epoche“ ein Name gegeben wurde (DBE). Neben Satirischem schrieb Eichrodt auch Dramen, Libretti und Gedichte ernsten Inhalts. – August Schricker war als Geistlicher in Bayern und hernach als Redakteur der „Schwäbischen Volkszeitung“ tätig, gründete die „Sonntagsblätter der deutschen Partei“ und gab die illustrierte Wochenschrift „Kriegszeitung“ heraus; zudem war Schricker Senatssekretär der Universität Straßburg. –Mit alten, unbed. Montagespuren..

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Eichrodt, Ludwig

Ps. Rudolf Rodt, Schriftsteller (1827-1892). Eigenh. Brief mit U. Lahr. 2 SS. Gr.-4to.
$ 726 / 650 € (936669/BN936669)

An einen namentlich nicht genannten Adressaten zur Übersendung eines Gedichtes und mit einer längeren Auslassung über das Handwerk des Dichters: "[...] Lyrik kann ein Jurist aufbringen, besser als die Journalisten, die oft wähnen, Ihr Handwerk sei Dichterprofession. Ich glaube aber, es ist noch lähmender als der scharfe Umgang mit dem ganzen kunstsuchenden u. fliehenden Volke. Nur sollte doch Einer, der Schwingen an seinen Achseln fühlt, die besten Jahre der Kraft nicht in Aktenluft u. im Dintenhaus [!] verlieren.

Man rechnet auf später, um Größeres zu vollführen; es geht aber nicht, wenn man den Beruf in Ehren halten will. Sehen Sie wohl zu! Reiche haben es darin gut, sie dichten aber nichts - oder selten genug. Eine anständige Stellung im Leben einzunehmen, hält einen wackeren Poesie-Menschen vom zeitraubenden und zweifelhaften Journalismus ab, er geht in den Staatsdienst. Ob er wieder loskommt? Es muß Einer wohl - ich rede nicht von ihnen, der Sie vielleicht glücklichst situirt sind - bei Zeiten einen Roman schreiben oder ein Lustspiel (Letzteres erstrebe ich schon lange) - um sich die Freiheit zu schaffen, dann kann er der Poesie leben. Aber auch das ist vielleicht Täuschung. Die fruchtbaren Schriftsteller schreiben doch am Ende bloß zwei bis drei gute Werke. Ob sie davon leben können? Sie geben darum Fabrikwaare. Nomina sunt odiosa [...]". - Der Sohn des badischen Innenministers Ludwig Friedrich Eichrodt (1789-1844) war im Justizdienst tätig und trat seit 1849 auch als Schriftsteller hervor. Gemeinsam mit Adolf Kußmaul (1822-1902) veröffentlichte er 1853 die in den "Fliegenden Blättern" vorabgedruckten "Gedichte in allerlei Humoren", worin "die mißglückte Aneignung bürgerlicher Welt- und Kultursicht durch die unteren Schichten" parodiert und "mit der Gestalt Gottlieb Biedermaiers einer ganzen Epoche" ein Name gegeben wurde (DBE). Neben Satirischem schrieb Eichrodt auch Dramen, Libretti und Gedichte ernsten Inhalts. Vgl. auch Kosch I, 423. - Die Ränder mit Resten von Verschlußmarken..

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Eichrodt, Ludwig

Ps. Rudolf Rodt, Schriftsteller (1827-1892). Eigenh. Brief mit U. Lahr. 1 S. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 503 / 450 € (936670/BN936670)

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "[...] Vor Manuskripten weiß ich mir nicht zu helfen [...]". - Der Sohn des badischen Innenministers Ludwig Friedrich Eichrodt (1789-1844) war im Justizdienst tätig und trat seit 1849 auch als Schriftsteller hervor. Gemeinsam mit Adolf Kußmaul (1822-1902) veröffentlichte er 1853 die in den "Fliegenden Blättern" vorabgedruckten "Gedichte in allerlei Humoren", worin "die mißglückte Aneignung bürgerlicher Welt- und Kultursicht durch die unteren Schichten" parodiert und "mit der Gestalt Gottlieb Biedermaiers einer ganzen Epoche" ein Name gegeben wurde (DBE).

Neben Satirischem schrieb Eichrodt auch Dramen, Libretti und Gedichte ernsten Inhalts. Vgl. auch Kosch I, 423..

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Eichrodt, Ludwig

Eigenh. Albumblatt mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar