Ludwig Frh. von Doczi

Doczi, Ludwig Frh. von

Journalist und Schriftsteller (1845–1919). Eigenh. Manuskript ohne U. O. O. u. D. 6½ SS. auf 7 Bll. Gr.-4to.
$ 508 / 480 € (23828)

Ludwig Frh. von Doczi (1845–1919), Journalist und Schriftsteller. E. Manuskript ohne U. O. O. u. D. 6½ SS. auf 7 Bll. Gr.-4°. – „Handlung zu ‚Donauweibchen’, Ballet[t] in einem Prolog und vier Tableaux von B[ar]on Bourgoing“: „Prolog. Die Dämmerung | I. Scene | Prater an der Donau. Dem Strome entsteigen die Donauweibchen. Sie drücken Sehnsucht aus nach Menschen, deren sie so selten ansichtig werden und die sie gerne zu sich in die Tiefe ziehen. Die Erste unter ihnen, reich mit Perlen geschmückt, gibt am Schlusse des Reigens den andern ein Zeichen, zu verschwinden: Sie sieht aus dem Dickicht einen Jüngling kommen, den sie umgarnen will [...]“.

– Beiliegend ein von zeitgen. Hand beschriebenes Deckblatt in etwas kleinerem Format: „Ungedrucktes Manuskript des bekannten ungarischen Übersetzers und Dichters Ludwig B[ar]on Doczi | ‚Donauweibchen’ [Ballet[t]-Handlung] f. B[ar]on Othon Bourgoing geschrieben – im Jänner 1903 erhalten von Viktor v. Ephrussi, meinem Vetter | 7 Blätter | geschrieben 1892“. – Othon Baron de Bourgoing (1839–1908) war für die französische Botschaft in Wien tätig und zählte „gemeinsam mit Fürstin Pauline Metternich zu den großen Veranstaltern der Feste der vornehmen Gesellschaft der Hauptstadt“ (Jean-Paul Bled: Kronprinz Rudolf. Wien, Köln und Weimar, Böhlau, 2006, S. 154). Später schied Bourgoing, der auch eng mit Helene Vetsera befreundet war, aus dem diplomatischen Dienst aus und ließ sich bleibend in Wien nieder. Neben einer Tätigkeit als Verwaltungsrat der Österreichischen Länderbank dilettierte er auch als Autor zahlreicher Revuen, Ballette und Theaterstücke. – Ludwig Frh. von Doczi war Redakteur der „Kleinen Kriegschronik“ und ging dann als Korrespondent der Wiener „Neuen Freien Presse“ nach Budapest. „Nach der Einrichtung des ungarischen Ministeriums unter Gyula Andrassy wurde er dessen Stenograph und Sekretär; als Andrassy die Leitung des Außenministeriums übernahm, folgte ihm Doczi nach Wien und wurde dort Leiter des Pressebüros, 1871 Sektionschef. 1901 in den Freiherrnstand erhoben, schied Doczi aus dem Staatsdienst aus und widmete sich seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Durch Übersetzungen klassischer Texte in die ungarische und in die deutsche Sprache vermittelte er zwischen beiden Literaturen; er selbst verfaßte Schauspiele sowie das Libretto zur Strauß-Operette ‚Ritter Pázman’ (1892)“ (DBE). – Etwas fleckig und mit kleinen hinterlegten Einrissen in den Faltungen und an den Rändern..

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