Christian] - Firmenbriefkopf [Dior

[Dior, Christian] - Firmenbriefkopf

Ms. Brief mit Unterschrift. Paris. 4to. 1 p. Firmenbriefkopf. Gelocht.
$ 169 / 150 € (80400)

Briefwechsel zwischen dem Modehaus Christian Dior und Peter Ade, dem Ausstellungsleiter des Münchner „Haus der Kunst“ im März 1950. Beiliegend auch der Durchschlag des Gegenbriefes von Ade. Darin geht es um die Bitte, „Modelle Ihres geschätzten Hauses zu zeigen und wären Ihnen sehr verbunden, wenn sie uns baldmöglichst wissen ließen, ob Sie zur Teilnahme bereit sind und welche Termine Ihnen [...] für Ihre Vorführung genehm sind. [...]“ Christian Dior (1905-1957) lässt durch einen Mitarbeiter mitteilen „Il ne nous est malheuresment pas possible de répondre à votre invitation, car les présentations que nous faisons actuellment dans nos salons ne nous permettent pas de disposer de nos mannequins et de nos modèles pir un déplacement de cette importance.

[...]“ Sowohl die Kleider als auch die Mannequins sind während der Zeit der Ausstellung unabkömmlich. Die Ausstellung „Kultur und Mode“ war eine der kulturhistorischen Projekte unter Ades Leitung, die parallel zu den Oberammergauer Passionsfestspielen stattfand, die wiederum einer der gesellschaftlichen Höhepunkte des Jahres 1950 war. In der Wochenzeitung Die Zeit beschreibt der Autor die Szenerie: „Da fließen von Hitlers hohen Wänden rosa, gelbe, schwarze Stoffe. Riesenhafte klassische Säulen stehen umher. Vor kardinalroter Seide flattern weiße Tauben. Aus weißem Gitter schwebt eine nackte Homunculus-Dame, die in Anbetracht ihrer Geschlechtslosigkeit ihre diskreten Teile mit je einer winzigen Samtschleife anzeigt. Darüber fallen schwarze Pleureusen, Tüll rieselt. Auf dem Boden liegen geknüllt, wie gefallene Blüten, weiße Batiste, französische Seide, gehauchte Pastelle. [...] Französische und italienische Modehäuser führen ihre Modelle vor. Die Oberammergauer Gäste sollen zu den täglichen Fünf-Uhr-Tanztees kommen und sich die Pariser Badeschau "Von 1900 bis Bikini" ansehen. Dabei zeigen sich Europas Schönheitsköniginnen. Der Ballsaal, in dem dies alles stattfindet, ist allerdings bezaubernd: weiße ornamentreiche Gartenstühle und Straßenkandelaber mit milchigen Kugeln, kardinalrote Polster, grau-weiß gestreifte Markisen, schwarze Glashintergründe mit Kupfer, Fransen und Sektgläser. Aber stilvoll kann man hier nur sitzen als Toulouse-Lautrecsche Halbweltdame. [...] Die als Zeitdokument sehenswerte Ausstellung heißt "Kultur und Mode". Mode ist hier schlechthin alles, was Luxus ist. Und Kultur? Kultur ist, auf das alles zu verzichten.“ Christian Dior hatte erst wenige Jahre zuvor den sogenannten New Look kreiert, mit schmaler Taille, figurbetontem Oberteil und weiten, schwingende Röcken sowie Wagenradhüte und lange Handschuhe. Peter Ade (1913-2005) war seit 1950 Geschäftsführer der Ausstellungsleitung und Direktor des Hauses der Kunst. Er organisierte Ausstellungen mit einem Schwerpunkt auf die Klassische Moderne, aber auch kulturhistorische Themen. Ade organisierte ab 1955 nach amerikanischem Vorbild einen Mäzenatenkreis des Hauses der Kunst aus Industrievertretern..

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