Lujo Brentano

Brentano, Lujo

Nationalökonom (1844–1931). Eigenh. Mitteilung mit U. („Dr.Brentano“). [München]. ½ S. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert.
$ 171 / 150 € (13875)

Lujo Brentano (1844–1931), Nationalökonom. E. Mitteilung mit U. („Dr.Brentano“). [München], o. D. ½ S. 8°. Mit e. adr. Kuvert. – An den Maler, Graphiker und Kunstgewerbler Eduard Lammert (1867–1957): „Mit der Bitte um Rückgabe [...]“. – Lujo Brentano zählt zu den führenden sozialpolitisch orientierten, von ihren Gegnern als „Kathedersozialisten“ apostrophierten deutschen Nationalökonomen „und trat in seinen Publikationen u. a. für die Gewerkschaftsbewegung und den Freihandel (‚Das Freihandelsargument’, 1901) ein.

Seine Bemühungen, auch auf politische Entscheidungen Einfluß zu nehmen, schilderte er in seiner Autobiographie ‚Mein Leben im Kampf um die soziale Entwicklung Deutschlands’ (1931). Sein wirtschaftsgeschichtliches Hauptwerk ist eine dreibändige ‚Geschichte der wirtschaftlichen Entwicklung Englands’ (1927–29)“ (DBE). – Eduard Lammert studierte bei Wilhelm Ritter von Lindenschmidt an der Münchner Akademie und in Paris an der Académie Julian. Seit 1900 war er Professor an der Städtischen Gewerbe- und Malschule in München und malte bevorzugt Landschaften und Portraits. Vgl. Thieme-Becker XXII, 267. – Mit minimalem Ausriß am linken Rand..

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Brentano, Lujo

Nationalökonom (1844–1931). 4 eigenh. Briefe mit U. Berlin und Leipzig. Zusammen (3¼+6½+5¼+1½=) 16½ SS. auf 11 Bll. 4to und 8vo. Mit zwei Beilagen (s. u.).
$ 2,274 / 2.000 € (19887)

Lujo Brentano (1844–1931), Nationalökonom. 4 e. Briefe mit U. Wien, Berlin und Leipzig, 1888 bis 1890. Zusammen (3¼+6½+5¼+1½=) 16½ SS. auf 11 Bll. 4° und 8°. Mit zwei Beilagen (s. u.). – Inhaltsreiche Korrespondenz mit dem Politiker und Volkswirtschaftler Gerhard von Schulze-Gaevernitz (1864–1943), u. a. über dessen geplante Habilitation, die zeitgen. Wirkung von Carlyles Arbeiten, divergierende Interessen von Unternehmern und Arbeitern, Schieds- & Einigungskammern, die geschichtliche Entwicklung der englischen Arbeiterfrage, Arbeitsbörsen u.

v. m. – „[...] Wie viele Mühe habe ich mir nicht gegeben, den Deutschen die geschichtliche Entwicklung der englischen Arbeiterfrage klar zu machen. Alles vergebens! Von den Hochmögenden hat keiner etwas davon gelesen. Wie oft mußte ich von Freunden hören, es sei nun genug der Wiederholung des schon so oft von uns Gehörten! Und doch zeigt sich, daß Alles noch nicht oft genug gesagt worden ist [...] Wenn z. B. Herr Beumer die Frage aufwirft, wie es denn möglich sei, daß in England die Arbeitgeber mit den Arbeitern auf dem Fuße der Gleichberechtigung verhandeln[,] u. antwortet: weil die englischen Arbeiter das Zusammenwirken von Arbeit & Kapital als unumstößl. Nothwendigkeit anerkannten, so enthält dies einen ganz gefährlichen Irrthum: 1. die irrige Vorstellung, als beruhten die Einigungsämter auf der Identität der Interessen von Arbeit & Kapital, während sie die Organisation des Gegensatzes dieser Interessen sind. Sie sind nichts anderes als die Organisation der Arbeitsbörsen, auf der die entgegenstehenden Interessen von Käufer & Verkäufer ihren Ausdruck finden – in zivilisierter Weise. Von einer Identität der Interessen ist nicht in höherem Maße die Rede als von einer Identität der Interessen von Grubenbesitzern u. Eisenbahnverwaltungen. Die Identität beginnt erst da, wo die einseitige Übertreibung in der Geltendmachung der Interessen der Grubenbesitzer die Eisenbahnverwaltungen ruinieren würde. Eben diese Identität der Interessen u. keine weitere wird auch von den englischen Arbeitern & ihren Führern anerkannt. Nach Herrn Beumer aber sollte man meinen, die englischen Arbeitersekretäre erblickten in der Ansammlung von Kapital & in einem luxuriösen Leben der Fabrikanten ein Arbeiterinteresse. Da guckt der Fuchsschwanz denn doch allzu deutlich heraus; aber doch bin ich nicht sicher, daß die Predigt nicht gläubige Gänse findet [...]“ (a. d. Br. v. 25. Dezember 1889). – Mit einigen Stecknadeldurchstichen im linken oberen Rand; stellenweise mit kleinen interlinear glossierten Transkriptionen von fremder Hand und zahlr. Unterstreichungen in Blei- und Farbstift. – Der Br. v. 9. Januar 1890 auf einem an ihn gerichteten ganzseitigen eigenhändigen Brief des Politikers und Nationalökonomen Otto Arendt (1854–1936) und mit einem e. Antwortentwurf an denselben (¾ S.). – Beiliegend zwei Blatt mit Lektüreexzerpten von nicht identifizierter Hand (je 1 S. 8°)..

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Brentano, Lujo

Nationalökonom (1844–1931). 5 eigenh. Briefe mit U. Leipzig, Sandown (Isle of Wight) und München. Zusammen (3+3+2¼+4+4=) 16¼ SS. auf 10 (= 5 Doppel)Blatt. 8vo.
$ 2,843 / 2.500 € (19888)

Lujo Brentano (1844–1931), Nationalökonom. 5 e. Briefe mit U. Leipzig, Sandown (Isle of Wight) und München, 1890 und 1891. Zusammen (3+3+2¼+4+4=) 16¼ SS. auf 10 (= 5 Doppel)Blatt. 8°. – Inhaltsreiche Korrespondenz mit dem Politiker und Volkswirtschaftler Gerhard von Schulze-Gaevernitz (1864–1943), u. a. über Fragen von Sozialdemokratie und Arbeiterorganisationen, Streiks, Sozialrevolutionäre, eine neu zu schaffende Kolumne im „Deutschen Wochenblatt“ u. a. – „[...] Die Vorgänge der letzten Wochen in London werden vielleicht vorübergehend die Wahrheit Ihrer Lehren nochmals verdunkeln.

Die Folgezeit wird sie aber um so mehr erhärten. Die Frage ist ja nicht so, wie sie heute von der Kölnischen Zeitung, dem erklärten Organ des Centralverbands deutscher Industrieller, gestellt wird: Haben wir bei unserem autoritären System in Deutschland etwas Ähnliches wie den Streik der Briefträger zu erwarten? Die Frage ist vielmehr die: Wie äußert sich unter beiden Systemen, die in Deutschland wie in England gleichmäßig vorhandene Unzufriedenheit des Subalternbeamten? In England wendet sie sich gegen den Staat als Arbeitgeber unter Anerkennung der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung; die Leute streiken, aber sind keine Socialrevolutionäre. Bei uns äußert sich die Unzufriedenheit darin, daß Schutzmänner (wie hier in Leipzig) und Briefträger, Eisenbahnbeamten (allerwärts) socialdemokratisch wählen u. zuvor nicht in Friedenszeiten streiken, aber im entscheidenden Augenblicke gegen den Staat als solchen als Socialrevolutionäre auftreten. Den Großindustriellen erscheint freilich das Letztere als das Vorzüglichere. Sagte mir doch ein englischer Arbeitgeber im Frühjahr, die deutsche Sozialdemokratie sei doch viel angenehmer als die englischen Arbeiter; sie wendeten sich gegen Staat & Gesellschaft im Allgemeinen, machten aber dem Arbeitgeber keinen Strike; in England sei es umgekehrt [...]“ (a. d. Br. v. 20. Juli 1890). – „[...]Ich halte die von Ihnen angedeutete Möglichkeit einer Scission zwischen Alten & Jungen, Gelernten & Ungelernten, für wahrscheinlich eintretend, wenn Burns weiter Einfluß behält & Engels nicht bald stirbt, der via Aveling & Graham dort wie hier unheilvollen Einfluß übt. Doch scheint mir diese Scission nicht als ein Unglück, da sie nur vorübergehend sein wird. Die Menschen lernen eben nur durch Erfahrung am eigenen Leib; glücklich, wenn sie das selbst dann thun; die Engländer gehören dazu; es wird nach einiger Trennung & Kampf ein desto besserer Zustand hervorgehen. Was Ihre Bemerkungen angeht, daß wir vor Allem unter zurückgebliebener technischer Entwicklung leiden, so sind sie gewiß richtig. Doch bezweifle ich, daß mit dem Fortschreiten derselben Coalitionsfreiheit von selbst komme & erst dann ihren vollen Werth habe. Vielmehr ist die Coalitionsfreiheit gerade besonders werthvoll in den Zeiten des Übergangs von der niedrigeren auf die höhere technische Stufe; sie dient den unter dem Übergang leidenden als Schutz; die Coalitionen – wie die englische Entwicklung zeigt (und die Buchdrucker bei uns), – gedeihen besonders unter den von alten Organisationsreminiscenzen beherrschten früheren kleinen Meistern & Arbeitern u. andererseits sind sie für die Unternehmer ein mächtiger Sporn zur verbesserten Technik überzugehen, welche Arbeiter überflüssig macht. Kommt die Coalitionsfreiheit erst nach vollendeter technischer Umwälzung, so kommt es gar leicht gar nicht mehr zu gesunden Arbeiterorganisationen; die hülflose Masse ist bleibend erdrückt [...]“ (a. d. Br. v. 21. Oktober 1891). – Mit einigen Stecknadeldurchstichen im linken oberen Rand; stellenweise mit kleinen interlinear glossierten Transkriptionen von fremder Hand und zahlr. Unterstreichungen in Blei- und Farbstift..

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Brentano, Lujo

Nationalökonom (1844–1931). 4 eigenh. Briefe mit U. und 3 eh. Postkarten mit U. München, London, Prien am Chiemsee und Baden-Baden. Zusammen (4+1½+1¾+¾+1+2+1=) 12 SS. auf 11 Bll. Verschiedene Formate. Mit einer Beilage (s. u.).
$ 3,411 / 3.000 € (19890)

Lujo Brentano (1844–1931), Nationalökonom. 4 e. Briefe mit U. und 3 e. Postkarten mit U. München, London, Prien am Chiemsee und Baden-Baden, [1906] bis 1925. Zusammen (4+1½+1¾+¾+1+2+1=) 12 SS. auf 11 Bll. Verschiedene Formate. Mit einer Beilage (s. u.). – Inhaltsreiche Korrespondenz mit dem Politiker und Volkswirtschaftler Gerhard von Schulze-Gaevernitz (1864–1943), u. a. über Postenbesetzungen, eine Reise nach London zur „Wiedererneuerung freundschaftlicher Beziehungen“ (27. November 1919), eine neu zu gründende Freihandelsliga, die Gefahr der Wiedereinführung des Zollgesetztes und das „Rüsten der Arbeitgeber gegen die Arbeiter“ (11.

August 1925) sowie mit einer ausführlichen Besprechung von Schulze-Gaevernitz’ eben erschienenem Buch „Britischer Imperialismus und englischer Freihandel zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts“: „[...] Als das ökonomische Fazit Ihrer Darstellung ergibt sich mir Folgendes: England ist ein Rentnerstaat u. Deutschland wird ein Rentnerstaat werden, wie denn auch Frankreich heute wesentlich Rentnerstaat ist. Es ist dies die notwendige Folge des Kapitalismus. Das Kapital sucht die Anlage, die am meisten Gewinn bringt. Der Rentnerstaat ist nicht im Widerspruch mit dem Freihandel, sondern sein Ausfluß. Nicht daß das Schutzzollsystem die Verwandlung des Industriestaats in den Rentnerstaat aufhalten könnte; sie tritt auch bei ihm ein. Allein sie tritt ein im Widerspruch mit dem Schutzzollsystem, während sie dem Geist des Freihandels entspricht. Denn der Freihandel verlangt, daß jedes Kapital die ihm vorteilhafteste Anlage suche. Daher denn das Kapital ins Ausland und in Colonien abströmt, sobald dort die Gewinnste höher werden als zu Haus. Die Folge ist: Dem Inland bleiben nur die Industrien, in denen es die größten Vorteile hat, und außerdem die Gewerbe, die für den heimischen Bedarf unentbehrlich sind. Je mehr der Staat Rentnerstaat wird, desto mehr nehmen die letzteren zu. Das zeigt sich schon deutlich an England. Die Renten aus dem Ausland werden im Inland verzehrt; die Nachfrage nach Arbeitern für Bauten, Wohnungen, Luxus aller Art im Inland nimmt zu; die Lage der darin beschäftigten Arbeiter hebt sich. [|] Die Verwandlung Englands (und ganz Europas) in einen Rentnerstaat heißt aber nichts anderes als fortschreitende Urbarmachung der Welt. Die vom ausgewanderten Kapital urbar gemachten fernen Länder und Weltteile blühen auf. Sie werden mehr und mehr die Sitze der großen Erwerbszweige. Dem Mutterland bleibt nur die alte Kultur. Es gedeiht, so lange es um ihretwillen aufgesucht wird, solange die Rentner um ihretwillen in ihm ihre Renten verzehren. Es wird gefährdet, so bald dieses aufhört. Fragt sich: Was ist die Bedeutung von Imperialismus u. Freihandel für diese Frage? Imperialismus bedeutet gewaltsame Übertragung des Schwerpunktes in die Colonien bei Unmöglichkeit, diese bei ausbrechenden Differenzen zusammenzuhalten; die Differenzen werden um so früher ausbrechen, je mehr der Imperialismus diese Entwicklung forci[e]rt; dann folgt eine Auflösung des Bandes in Feindschaft. Freihandel verzichtet auf staatliche Bindung der wirtschaftl. Verhältnisse, die bei dem einen wie dem anderen Systeme sich gleichmäßig entwickeln werden, verläßt sich auf die tatsächlichen Vorzüge, die das Mutterland bietet, u. gewährt daher größere Aussicht auf Dauer. Im einen wie im anderen Fall wird das Ende das gleiche sein. Die Zukunft gehört nicht den heutigen Kulturländern, sondern den neuen Weltteilen u. Asien u. Afrika. Europa sinkt in das Verhältnis Griechenlands zum römischen Reiche. Die Führung ist nie bei einem Volke geblieben; in Zukunft wird sie auch nicht bei einem Erdteil, bei Europa, bleiben. Das sind hier nur angedeutete ökon. Consequenzen. Sie ergeben sich m. E. mit Notwendigkeit aus der Natur des Rentnerstaats. Weder Militarismus noch Imperialismus, weder Schutzzoll noch Freihandel werden daran etwas ändern. Es heißt nur sich darauf einrichten. Sie scheinen dagegen an die wunderwirkende Kraft einer Weltanschauung zu glauben. Hier kann ich Ihnen nicht folgen [...]“ (aus einem undatierten, wohl 1906 geschriebenen Brief). – Teils mit einigen Stecknadeldurchstichen im linken oberen Rand, kleinen interlinear glossierten Transkriptionen von fremder Hand und zahlr. Unterstreichungen in Blei- und Farbstift, tls. auch mit kleinen Rostspuren und Randläsuren. – Beiliegend ein Blatt mit Lektüreexzerpten von nicht identifizierter Hand (1¾ SS. Gr.-8°), der Br. v. 4. April 1917 mit einer halbseitigen Antwortnotiz des Adressaten..

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Brentano, Lujo

Nationalökonom (1844–1931). Portrait photograph signed (“LBrentano“). O. O. 143:100 mm auf etwas größerem Trägerkarton.
$ 682 / 600 € (19892)

Head-and-shoulders portrait in profile by Atelier Elvira, Munich and Augsburg. – Some defects to edges, otherwise well preserved.

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Brentano, Lujo

Nationalökonom (1844-1931). Ms. vorgeschriebene Antwortpostkarte an den Verlag Max Rascher, Zürich, mit drei eh. Zeilen und U. [Berlin. 1 S. Qu.-8vo.
$ 102 / 90 € (8337)

Lujo Brentano (1844-1931), Nationalökonom. Ms. vorgeschriebene Antwortpostkarte an den Verlag Max Rascher, Zürich, mit drei e. Zeilen und U. O. O., [Berlin, 2. April 1919]. 1 Seite qu.-8°. – Mittelst Durchstreichung des nicht infrage kommenden Absatzes konnte sich der Unterzeichnende entscheiden, „an dem europäischen Sammelbuch ‚Der Aufbau’, das der Max Rascher Verlag, A. G., Zürich, herauszugeben gedenkt, mitzuarbeiten“ oder eine Mitarbeit abzulehnen. Brentano entschied sich für eine Mitarbeit, „wenn er nähere Mitteilung über das Unternehmen erhält“. – Am oberen Blattrand gelocht; auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Verlags.

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