Ludwig Bechstein

Bechstein, Ludwig

Schriftsteller und Bibliothekar (1801–1860). „Pfarrer prügeln einander“. Eigenhändiges Manuskript ohne U. O. O. u. D. 1 ¼ SS. Kl.-4to. Mit einer eh. Nachschrift mit U. von Bechsteins Sohn Reinhold.
$ 2,269 / 2.000 € (22686)

Ludwig Bechstein (1801–1860), Schriftsteller und Bibliothekar. „Pfarrer prügeln einander“. Eigenhändiges Manuskript ohne U. O. O. u. D. 1 ¼ SS. Kl.-4°. Mit einer e. Nachschrift mit U. von Bechsteins Sohn Reinhold. – Anekdotische Geschichte über zwei rivalisierende Pfarrer, die beide „am Feste der Aussendung des Heiligen Geistes“ predigen wollten und sich unter der Kanzeltreppe eine Schlägerei lieferten, die erst durch den Teufel in Gestalt eines Jagdhundes mit „pestilenzialischem Gestank“ beendet wurde: „Es geschah im Jahre 1576, am Feste der Aussendung des Heiligen Geistes, des Geistes der Liebe u.

Allversöhnung, daß der Kapellan in der Hauptkirche zu Weimar die zweite Festtagpredigt halten wollte, aber der erste Geistliche an derselben wollte das nicht leiden. Aus welchen Gründen er nicht wollte, weiß man nicht bestimmt, doch war jedenfalls der erste dieser Gründe der, daß der erste Geistliche, Dr. Mirus, selbst predigen wollte. Beide Pfarrer begegneten sich unten an der Kanzeltreppe und begannen mit einander zu hadern und zu zanken, ebenso sehr zur Ergötzlichkeit, als vielleicht und noch mehr zum größten Aergerniß der versammelten andächtigen Gemeinde. Da keiner der beiden Pfarrer dem anderen den Vortritt auf die Kanzeltreppe lassen wollte, so geriethen beide einander in die Haare, erwischten einander beim Kragen, zerrten sich hin u. her u. schlugen weidlich auf einander los, wobei die Weiber laut kreischten, u. die Männer herbei eilten, die Streitenden auseinander zu bringen. Aber ehe dies noch gelang, fuhr der Teufel in Gestalt eines großen Jagdhundes zwischen beide u. schlug dem Doctor Mirus mit den Krallen an seiner Pfote in die Brust, wodurch der Kapellan frei wurde u. dann verschwand Beelzebub mit einem pestilenzialischen Gestank [...]“. – Reinhold Bechsteins Nachschrift vermerkt hierzu: „Manuscript von Ludwig Bechstein. Ich verwerthete diese Aufzeichnung aus dem Nachlasse meines Vaters in meinem Deutschen Museum, Seite 347. | Dr. Reinhard Bechstein“. – Am Kopf als Nr. 6 bezeichnet; papierbedingt schwach gebräunt und mit kleinen Montagespuren am unteren Rand..

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Bechstein, Ludwig

Schriftsteller und Bibliothekar (1801–1860). Eigenh. Brief mit U. („Ludw. Bechstein“). Salzungen. 3¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.
$ 1,702 / 1.500 € (22687)

Ludwig Bechstein (1801–1860), Schriftsteller und Bibliothekar. E. Brief mit U. („Ludw. Bechstein“). Salzungen, 6. April 1827. 3¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8°. – An einen nicht genannten Autorenkollegen zur Übersendung der (hier nicht beiliegenden) Erzählung „Der Luftballon“ und einer „Reliquie von Schiller“ – ein Gedicht, das er „vom hiesigen H. Diac. Walch“ erhalten hatte – sowie in Honorarfragen: „[...] Vor längerer Zeit machte mir H. Dr. Rothe einmal Hoffnung, daß das Honorar vielleicht später erhöht werden würde.

Läßt sich, Verehrtester, dieses vielleicht nicht verwirklichen? [...] Sie nehmen es doch nicht ungütig, geehrtester Freund, daß ich Sie mit diesen merkantilischen prosaischen Querelen behellige. Ein armer Teufel, der ein Dichter ist, braucht Geld, weil er das erste, und Geld[,] weil er das 2te ist [...]“. – Etwas gebräunt und knittrig und mit einer kleinen Notiz a. d. H. d. Adressaten auf Bl. 2 verso..

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Bechstein, Ludwig

Schriftsteller und Bibliothekar (1801–1860). Eigenh. Brief mit U. („Bechstein“). Meiningen. 1¾ SS. Gr.-8vo.
$ 681 / 600 € (23874)

Ludwig Bechstein (1801–1860), Schriftsteller und Bibliothekar. E. Brief mit U. („Bechstein“). Meiningen, 26. Februar 1860. 1¾ SS. Gr.-8°. – An einen namentlich nicht genannten Adressaten: „Es ist zwar nicht sehr aufmunternd, für ein ganz neues Werk nur die Hälfte des Ladenpreises zu erhalten, indeß was will ich machen? Lange herum zu fragen u. zu warten habe ich nicht Lust [...] Seit mehreren Wochen muß ich, durch einen an sich leichten Gichtanfall genöthigt, Haus u. Stube hüthen, u. sehe den schönen länglichen [?] Winter nur durch die Fenster [...]“.

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Bechstein, Ludwig

Schriftsteller (1801-1860). Autograph letter signed ("Bechstein"). Meiningen. 1 S. auf Doppelblatt. 8vo.
$ 964 / 850 € (936190/BN936190)

To an unnamed addressee, thanking for sending him some drawings and autographs. - Bechstein published many works and was a successful author of his time. His German Fairy Tale Book was even more popular than the Brothers Grimm's collection when it was first published in 1845.

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Bechstein, Ludwig

E. Brief mit U.
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Ludwig Bechstein (1801–1860), Schriftsteller und Bibliothekar. E. Brief mit U. („L. Bechstein“). Meiningen, 29. Oktober 1839. 3¾ SS. auf Doppelblatt. 32°. – An den namentlich nicht genannten Dichter und Historiker Karl Ferdinand Haltaus (1811–1848): „Die alte Handschrift ist wohlbehalten retournirt. Es freut mich, daß Sie noch einigen Gebrauch davon haben machen können [...] Sie wundern sich nicht mit Unrecht über meine große Schreibseligkeit, die lieber Schreibunseligkeit heißen sollte. Die Buchhändler haben dieselbe, zum Theil wenigstens, auf ihrem Gewissen. Von den angezeigten Büchern sind manche noch ungedruckt, ja ungeschrieben [...] Wie wäre es denn, wenn wir [uns] das alte Manuscript: der Ringk [!] zusammen vornähmen? Etwa so, daß der Titel mich als Herausgeber namhaft machte, Sie aber eine kritische Einleitung und wenn nöthig, ein kleines Glossar dazu ausarbeiteten, und der Collation der Abschrift, die bereits gemacht ist, sich unterzögen? Ihre Sache wäre dann, mit Basse über ein möglichst anständiges Honorar einig zu werden, davon er die Hälfte an Sie, die andre Hälfte an mich [...] auszahlte, nebst nöthigem Freiexemplar. Sie könnten das ohnegfähr nach dem Verhältniß Ihrer dermal[igen] Herausgabe der Hätzlerin ordnen. Der Ringk ist ein interessantes Gedicht, und wenn unsre Handschrift, wie ich vermuthe, ein Unicum, so ist die Herausgabe der Mühe werth, und der Absatz wird nicht fehlen, da an komischen mittelhochdeutschen Epopöen ohnehin kein Ueberfluß vorhanden [...]“. – Die von Haltaus besorgte Ausgabe des „Liederbuchs der Clara Hätzlerin“ sollte im darauffolgenden Jahr im Verlag Gottfried Basse in Quedlinburg erscheinen und Heinrich Wittenweilers „Der Ring“, von Bechstein herausgegeben, im Jahre 1851, die hier angesprochene Gemeinschaftsarbeit dürfte demnach nicht zustande gekommen sein. Zu beider Beschäftigung mit mittelalterlichen Handschriften vgl. Susanne Homeyer, Inta Knor und Hans-Joachim Solms: Überlegungen zur Neuedition des sogenannten Liederbuches der Clara Hätzlerin nach den Handschriften Prag, X A 12, der Bechsteinschen Handschrift (Halle, 14 A 39) und Berlin, MGF 488. In: Deutsche Liebeslyrik im 15. und 16. Jahrhundert: 18. Mediävistisches Kolloquium des Zentrums für Mittelalterstudien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg am 28. und 29. November 2003 (=Chloe. Beihefte zum Daphnis, Bd. XXXVII), SS. 65–82. – Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleineren Einrissen im Mittelfalz, sonst wohlerhalten.