Willi Baumeister

Baumeister, Willi

Maler und Bühnenbildner (1889–1955). Eigenh. Brief mit Initialen. O. O. u. D. 1 S. 4to.
$ 286 / 250 € (21015)

Willi Baumeister (1889–1955), Maler und Bühnenbildner. E. Brief mit Initialen. O. O. u. D. 1 S. 4°. – An die Gattin des Kunsthistorikers und ehemaligen Direktors der Städtischen Kunstsammlung in Dresden Paul Ferdinand Schmidt (1878–1955): „An u. bei die Kissenentwürfe, die Sie nun noch im Schweiße Ihres pp. Angesichtes auf dem Quadratchenpapier umarbeiten müssen, wozu ich Ihnen herzl. Glückwünsche u. Beileid ausspreche [...]“. – Willi Baumeister hatte die Akademie in Stuttgart besucht, war in Paris und in der Schweiz künstlerisch tätig gewesen und bekleidete seit 1928 eine Dozentur für u.

a. Gebrauchsgraphik an der Kunstgewerbeschule in Frankfurt a. M.; 1933 wurde er als „entarteter Maler“ entlassen und 1941 mit Ausstellungsverbot belegt. „1946 wurde er an die Akademie Stuttgart, 1951 zu deren Vizedirektor berufen. Baumeister, der 1950 in den ‚Darmstädter Gesprächen’ die moderne Kunst verteidigte, gilt als einer der führenden deutschen abstrakten Maler und gehörte seit 1930 der Pariser Künstlergruppe Cercle de Carré an. Ausgehend von konstruktivistischen Mauerbildern (1919), ging Baumeister seit 1930 zu ‚Ideogrammen’ organischer Urformen, nach 1942 zu archaischen und exotischen Motiven, 1944 zu ‚metaphysischen Landschaften’ über und schuf zuletzt von schwarzen Flächen dominierte Serien“ (DBE). Zudem arbeitete Baumann an verschiedenen Theatern als Bühnenbildner und Intendant und schrieb u. a. „Das Unbekannte in der Kunst“ (1947). – Etwas knittrig und mit kleinen Randschäden sowie mit einem kleinen Papierdurchbruch am oberen Blattrand..

buy now

Baumeister, Willi

Maler, Graphiker und Bühnenbildner (1889-1955). Ms. Brief mit Zeichnung und eigen. Brief, beide mit U. [Stuttgart]. Zusammen 4 SS.
$ 5,141 / 4.500 € (49337/BN33672)

An Dieter Keller, den Stuttgarter "Kosmos"-Verleger (1909-1985), der zu einer Reihe von Künstlern der Moderne, darunter auch Baumeister, enge Freundschaft pflegte. - 1941 (Typoskript): An seinen Freund an der Ostfront. Er berichtet von einem Missverständnis hinsichtlich der Kosmos-Bücher "o schmach, o wehmut, was habe ich aus purer dummheit, aus einfalt, getan, gemacht, gelüftet den schleier der preiswerten bücher [...]". Das gelbe Briefpapier verwendet er wieder, "dass sie einen tropfen laune bekommen mögen".

- Berichtet von seinem Besuch bei den Axenbrüdern und seiner "eiszeitmalereitechnikforschung ›forschung‹ ist dabei etwas überheblich". Baumeister hatte sich in diesen Jahren mit prähistorischer und primitiver Kunst befasst. - Erwähnt auch einen Besuch der "kerko", wohl Ida Kerkovius, die wieder ein paar Schüler habe. - Einige eigenhändige Korrekturen und Zusätze, am Ende das "Selbstporträt an der Schreibmaschine sitzend" (Tusche, ca. 6:13 cm). - Dieter Keller wurde kurz vor der Schlacht von Stalingrad nach Italien versetzt. - 1944 (eigenhändig): "Die mod. Kunst lehrt Freiheit, deshalb animiert sie auch in diesem Sinn am einzelnen Stück weiter zu machen. Der Nordpol ist nicht allein oben, sonder überall ist oben u.s.w. Alle Möglichkeiten liegen oen. [...] Der Stehkragen war früher ein Ausdrucksmittel für männliche Tugend, irrationaler Art, da er unpraktisch u. quälte und gehörte damit in die primitive Vorstufe zur Tätowierung, die zwar Schmuckbedürfnis aber damit noch nicht genug erklärt ist. Bei ›schönen‹ Dingen frage man nicht nach dem Zweck u.s.w. sondern nach dem Wert der Anregung zum Irrationalen. O ich alter Schulmeister! Alles Beste für Rückzüge und Vorzüge." - Dazu: Porträtfotografie Willi Baumeister. 1954/1959. Mit Anschreiben von Baumeisters Witwe Margaret Baumeister..

buy now