Peter Altenberg

Austrian poet, 1859-1919

"At the fin de siècle, when Vienna was a major crucible and center for modern arts and culture, Altenberg was a very influential part of a literary and artistic movement known as Jung Wien or ""Young Vienna"". Altenberg was a contemporary of Karl Kraus, Gustav Mahler, Arthur Schnitzler, Gustav Klimt, and Adolf Loos, with whom he had a very close relationship. He was somewhat older, in his early 30s, than the others. In addition to being a poet and prolific letter writer, he was an accomplished short story writer, prose writer, and essayist."

Source: Wikipedia

Altenberg, Peter

Schriftsteller und Literat (1859-1919). ALS. O. O. u. D. [Wien. ½ S. 4to. Mit eh. adr. Kuvert.
$ 735 / 650 € (31353/BN12544)

To Ella Saliger, regarding one of her husband's essays.

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Altenberg, Peter

Schriftsteller und Literat (1859-1919). Eigenh. Manuskript mit Namenszug am Kopf. Wohl Wien. 1 S. Gr.-4to.
$ 2,034 / 1.800 € (48322/BN30754)

"Wenn der Patient doch wenigstens ganz aufrichtig, ganz wahrheitsgetreu dem Arzte sein Leiden schildern möchte! Dann würde der Arzt noch weniger verstehen als bei einer für seine Auffassungskraft adaptirten Schilderung seitens des Kranken! Dieser erzählt nur gerade so viel als er glaubt noch verstanden zu werden! Also gar nichts Wahres über seine eigenen Mysterien und Räthselhaftigkeiten! Ich bin nicht gegen Das, was die Ärzte wissen! Ich bin nur gegen Das, was sie nicht wissen! [...]". - Mit mehreren eigenh.

Korrekturen, Unterstreichungen und Einfügungen. - Auf Briefpapier des Graben-Hotels, Wien, mit faksimiliertem Namen Altenbergs und Adresse in Rot. - Veröffentlicht in: Peter Altenberg. Fechsung, Berlin 1915..

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Altenberg, Peter

Schriftsteller und Literat (1859-1919). Autograph letter signed (initials). O. O. u. D. 2 SS. auf Doppelblatt. Gr.-4to.
$ 2,034 / 1.800 € (48355/BN30788)

"My dear, dear friend - much light will always cast much shadow! Thus in my case. It is impossible to write four books as I have done and remain a well-mannered human being! One simply cannot! I love you all much, much more than you can imagine, but my depravation in every respect severs me from your order! But why do you not respect the poet in me, who has paid dearly for this noble title with his happiness, his peace, his health, and with his failed existence?!? Wherever I am, un-rest reigns, for my soul itself is tortured and disquieted throughout every hour! I sense that you all have dropped me mentally and are only waiting for the opportune moment to do it outwardly as well! How did I so disappoint you?!? How could the author of 'Wie ich es sehe', 'Was der Tag mir zuträgt', 'Prodromos', 'Märchen des Lebens' ever disappoint, save by a worthless book?!? I have emancipated myself from woman and her shameful thralldom, and thus have become the first 'Farouche'! Why hold this against me, rather than learn from me, profit from me?!? Last time, Klimt did not invite me to his table anymore, where his girlfriend sat, whom I revere [...] Alas! I have borne much, much - solitude and despondency are my destiny on all sides! Only the courage to place the revolver properly...! [...]"..

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Altenberg, Peter

Schriftsteller und Literat (1859-1919). "Drama". Eigenh. Manuskript. Wien. 1 S. 4to.
$ 3,165 / 2.800 € (49332/BN33667)

Veröffentlicht in Altenbergs "Nachfechsung", erschienen 1916 bei S. Fischer in Berlin. - "Ich habe ihn also ›betrogen‹ mit seinem ›besten‹ Freunde. | Eines Sonntag Vormittags, mein Töchterchen und ich ›rüsteten‹ gerade zu einer Landpartie, da erschaute ich ihn, in seinem Büro nebenan sitzend, für uns arbeitend. Plötzlich legte er den Kopf in die Hände und weinte. | Ich sagte zu meinem 9-jährigen heiß geliebten Töchterchen: | Es wird ein Gewitter kommen, wir bleiben heute zu Hause, die neuen Frühlingshüte, die uns der liebe Papa gekauft hat, sollen nicht ruiniert werden wegen nichts und wieder nichts!" - In der gedruckten Fassung erschaut die Erzählerin nicht "ihn" sondern "meinen Gatten".

- Das Motiv bzw. die Figur des "Töchterchens" spielte im Werk von Peter Altenberg eine zentrale Rolle. - Auf Briefpapier des Wiener Graben-Hotels. - Horizontale Faltspur. - Ehemals gerahmt und im Passepartoutausschnitt etwas gebräunt..

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Altenberg, Peter

Schriftsteller und Literat (1859-1919). Portraitpostkarte mit eigenh. U. (verso). [Wien. 1 S. Qu.-8vo. Mit hs. Adresse.
$ 452 / 400 € (935985/BN935985)

An Richard Stern in Wien Leopoldstadt.

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Altenberg, Peter

Schriftsteller und Literat (1859-1919). Autograph letter signed. Wohl Wien. 1 S. Gr.-4to.
$ 1,695 / 1.500 € (62332/BN45548)

To the Viennese Children's Relief Organisation, making a proposal in view of the growing number of child abuse. - On headed paper "Graben Hotel" where Altenberg resided from 1913 until his death.

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Altenberg, Peter

Schriftsteller und Literat (1859-1919). Eigenh. Brief mit U. Wohl Wien. ½ S. Gr.-4to.
$ 1,921 / 1.700 € (62333/BN45549)

Wohl an die Kinder-Schutz- und Rettungsgesellschaft: "Ersuche dringendst, diese so ungerechte stupide feige grausame, angeblich christliche Welt zu korrigieren, indem sie das gefolterte Kind seiner Megäre, seinem Vieh von Mutter entreissen! [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Graben-Hotels, in dem Altenberg von 1913 an bis zu seinem Tod lebte, und mit Altenbergs rotem Absenderstempel; rechts oben mit blauem Farbstift numeriert "3"; verso ein ganzseitiger eh. Briefentwurf des Adressaten; Faltspuren.

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Altenberg, Peter

Schriftsteller und Literat (1859-1919). Eigenh. Brief. Wohl Wien. ½ S. Gr.-4to.
$ 1,695 / 1.500 € (62334/BN45550)

Wohl an die Kinder-Schutz- und Rettungsgesellschaft. Unter einem montierten Zeitungsausschnitt über den Fluchtversuch einer Achtjährigen aus der elterlichen Wohnung notiert Altenberg: "Auch Das [!] scheint nur oder ist vielmehr für mich ganz sicherlich nur Todesangst vor barbarischer Züchtigung und Mishandlung [!] Bitte dringendst um Hilfe!" - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Graben-Hotels, in dem Altenberg von 1913 an bis zu seinem Tod lebte, und mit Altenbergs rotem Absenderstempel; mit Eingangsstempel.

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Altenberg, Peter

Schriftsteller und Literat (1859-1919). Eigenh. Bildpostkarte mit U. ("PA"). O. O. u. D. 1 S. 8vo.
$ 1,074 / 950 € (62335/BN45551)

Die Bildseite mit einem Portrait der etwa vier- oder fünfjährigen Prinzessin Alexandra von Hohenlohe-Langenburg, zu der Altenberg festhält: "Mein ästhetisches Ideal!" - Beiliegend zwei Bildpostkarten mit Peter Altenberg als Motiv.

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Altenberg, Peter

Schriftsteller und Literat (1859-1919). Eigenh. Brief mit U. [Wien]. 2 SS. auf 2 Bll. 4to.
$ 2,034 / 1.800 € (72778/BN46832)

Begeisterter Brief an den Schauspieler Edgar Klitsch: "Ich habe Sie zum erstenmale im Leben in dem Stücke 'Gabriel Schilling's Flucht' erlebt! Ja, ich wußte bis dahin nicht einmal, daß Sie überhaupt existiren, also gänzlichst unbeeinflusst, weder pro noch contra, ich weiß bis heute [...] nicht, wie Sie im realen Dasein aussehen, habe niemals ein Bild von Ihnen gesehen. Ich halte Sie für einen der allerwertvollsten, innerlichst männlichen, nüchtern-gediegensten, selbstverständlichsten, aus natürlichen, überschüssigen, geistig-unbewußten Kräften heraus funktionirenden Künstler, der mehr, viel mehr kann als er will; also das 'Genialische' im Manne [...] 'Egmont' ist Ihre Rolle; aber auch 'Wallenstein'.

Ich spüre in Ihnen den ewig in der Erinnerung fortlebenden Eichen-starken 'Ludwig Gabillon'! Überlassen Sie doch die sogenannten 'Liebhaber' den 'Lieb-habern'!!! [...]". - Einige Falteinrisse mit (durchfettendem) Klebefilm repariert; Bl. 1 mit einem kleinen (etwas in einen Buchstaben hineinreichenden) Ausriß..

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Altenberg, Peter

E. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Peter Altenberg (1859-1919), österr. Schriftsteller. E. Brief m. U., Semmering, o. D. [nach 1910], 1 ½ Seiten Folio. Doppelblatt. Bedruckter Briefkopf. Mit e. Briefumschlag. An den Schauspieler Albert Heine (1867-1949) in Wien: „[…] eine reizende 17-jährige Freundin von mir, Lióschka Maliniéwitsch, eine junge Polin aus einer verarmten Offizierfamilie, hat schon die 1. Prüfung für den Eintritt in’s Konservatorium abgelegt, und kommt nun, 5. Oktober, zur 2. Prüfung. (Schauspielschule). Da bitte ich dann recht sehr, ihr Deine Aufmerksamkeit zu schenken. Sie ist ein Original, stumm, in sich gekehrt, fast krankhaft bescheiden. Mir selbst geht es wieder sehr sehr schlecht, trotzdem Semmering-Paradiese! ‚Wir sind halt schon ältere Leute’, sagte unlängst Hermann Bahr zu mir, zu mir, der ich soeben eine unglückliche Liebe zu einer Zwölfjährigen absolvire! Na, das heißt man doch dann eben ‚ältere Leute’, die nur mehr - - - weinen können wegen Kindern! […] Wenn Du mir für meine kleine 12-jährige Heilige, Klara Panhans, ein besonders gutes Bildnis mit Unterschrift darauf, senden wolltest, wäre das sehr schön […]“ – Heine spielte bis 1900 und erneut von 1905/06 hauptsächlich Charakterrollen, wurde 1906-08 am Hoftheater in München engagiert und arbeitete seit 1910 am Burgtheater in Wien. Von 1918-21 Direktor des Burgtheaters und seit 1914 Prof. an der Akademie für darstellende Kunst in Wien. Heine ist die erste deutsche Inszenierung von Peer Gynt zu verdanken. Er leitete 1905 als Regisseur die Uraufführung der Büchse der Pandora in Wien und führte Regie bei der Erarbeitung des Tasso in Weimar 1932.


Altenberg, Peter

E. Bildpostkarte mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Peter Altenberg (1859-1919), österr. Schriftsteller. E. Bildpostkarte m. U. „P.A.“, o. O. u. D., ½ Seite 8°. „Ein Engel mit seiner Violine - - - ein wirkliches Liebespaar! Was der eine fühlt, tönt der andere!!“ – Unter der gedruckten Postkarte mit einem Gemälde von Melozzo da Forli („Un Angelo che suona il Violino“ in der Basilica Vaticana).


Altenberg, Peter

2 e. Briefe mit U.
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Peter Altenberg (1859–1919), Schriftsteller und Literat. 2 e. Briefe mit U. O. O. u. D. Zusammen (2+1=) 3 SS. Gr.-4° und 8°. – An den Münchener Kunsthändler Walter Zimmermann, wohl in Betreff eines Kalenderprojekts: „Es thut mir sehr sehr leid, daß ich infolge meines schweren Nervenleidens und meiner nunmehr trostlos gewordenen ökonomischen Verhältnisse (mein geliebter Bruder, der mich bisher ganz allein erhalten hat, ist in seinem Geschäfte völlig zu Grunde gegangen) nicht in der Lage war, mit Herrn Grillparzer auf den Semmering zu fahren. Ich bin ein Fanatiker für die künstlerische Entwicklung der Ansichtskarte, und zwar nur auf dem Wege von détaillirten Natur-Aufnahmen in vollendetster Ausführung! Mein den Japanern abgelauschtes Prinzip ist: Es kann die Natur nicht genug im Detail so aufgenommen werden, daß die künstlerische Phantasie des Betrachters viel mehr darin sähe als in einem ungleich größeren Stücke der Naturaufnahme!!! Die photographirten Strohdächer eines Gebirgsdörfchens können mehr Eindruck verschaffen von weltentrückter friedevoller Verlassenheit als die Photographie des Dorfes selbst!!! Eine Brombeer-Staude kann den Herbst verzaubern; ein Detail, das das Ganze verzaubert, das ist das Wesentliche der modernen Ansichts-Karten-Photographie! [...] Ich werde Ihnen solche Ansichtskarten vorlegen! Mit Herrn Grillparzer wäre eine leichte angenehme Verständigung! Denn wir verstanden uns seinerzeit vollkommen! Dann Texte eventuell!?!? Z. B. Schneeberg-Alm: ‚Hier werden keine kleinen Kinder malträtirt, hier wünscht Niemand Hofrath zu werden! Hier fällt Regen, weht Wind, hier fällt Schnee, braust Sturm!’ [...]“ (mit einigen kleinen Randläsuren bzw. einrissen). – Der zweite Brief an Zimmermann betr. einer Verabredung mit diesem und einem Mr. Head im Café Central.


Altenberg, Peter

E. Albumblatt mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Peter Altenberg (1859–1919), Schriftsteller. E. Albumblatt mit U. O. O. u. D. 1 S. Qu.-kl.-8°. – „Ihr Bürger kommender Entwicklungen, ich schreie es Euch zu: Verlernen! Umlernen! Zulernen!“ – Papierbedingt leicht gebräunt und alt auf Trägerpapier montiert; etwas unregelmäßig beschnitten.


Altenberg, Peter

Eigenh. Manuskript mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Peter Altenberg (1859–1919), Schriftsteller und Literat. „Mein jüngstes Buch“. E. Manuskript mit Namenszug im Titel. O. O. u. D. [Wohl Wien, 1907]. 3 SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. Gr.-4°. Beiliegend eine e. Postkarte mit U. ([Wien, 29. Juni 1907], 1 S. qu.-8°; mit ms. Adresse) sowie ein e. Werkverzeichnis (wohl nach 1907, ¾ S. auf Doppelblatt, gr.-4°). – Schönes und umfangreiches Manuskript über „Märchen des Lebens“: „Ich gebe zu Weihnachten ein kleines Skizzenbuch heraus unter dem Titel ‚Märchen des Lebens’. Die Romantik, die Poesie des Tages und der Stunde näherrücken den Allzubeschäftigten, daß auch sie einfach aufhorchen, sobald etwas Merkwürdiges Feines Besonderes in ihrem Dasein sich begäbe [...] Ein Jeder erlebt die ‚Märchen seines Lebens’, aber er hält sie für nichts, obzwar sie Alles in sich bergen, was es an Romantik, Poesie, Humor, Tragik und Lächerlichkeit hienieden gibt! Er kann nicht sein eigenes Erleben, Erleiden, von oben herab betrachten, genießen sozusagen; er erschöpft sich daran, macht sich matt und krank, findet an mancher Blüthe weder ihren Duft noch ihren Honig, sondern hält sie für schädliches unbrauchbares Gewächse! Mit diesem Büchlein ‚Märchen des Lebens’ bitte ich eigentlich nur die cultivirten Menschen, dieser Sekunde ‚Leben’ ein bischen mehr abzugewinnen als bisher [...]“. – Die Postkarte geht an den Literaturwissenschaftler und Vorsitzenden der Literarhistorischen Gesellschaft Bonn, Berthold Litzmann (1857–1926): „Ich werde bis zum 15. Juli über mein im Herbste 1907 erscheinendes Buch[,] ‚Märchen des Lebens’, an die Literarhistorische Gesellschaft Bonn schreiben [...]“. – In seinem Werkverzeichnis notiert Altenberg das Jahr der Erstveröffentlichung seiner Bücher „Wie ich es sehe“, „Was der Tag mir zuträgt“, „Prodromos“ und „Märchen des Lebens“ (mit meist abweichenden Angaben gegenüber Wilpert-Gühring) sowie Verlag und Erscheinungsort ihrer jeweils aktuellen Auflage. – Alle Bll. unbedeutend gebräunt, das Manuskript mit e. Numerierung am rechten oberen Blattrand und mit einigen wenigen kleinen Ausrissen am rechten Rand.


Altenberg, Peter

„Erste Lektion“. Eigenh. Manuskript „von Peter Altenberg“.
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Peter Altenberg (1859–1919), Schriftsteller. „Erste Lektion“. E. Manuskript „von Peter Altenberg“. O. O. u. D. 4 SS. auf 4 Bll. Gr.-4°. – Satzvorlage des in der Sammlung „Mein Lebensabend“ (1919) erschienenen Prosastücks. „Ich habe in meinem kleinen Hotel sogleich Bissel’s ‚Teppich-Kehr-Maschine’ vor 4 Jahren eingeführt. Der ‚Vacuum-Cleaner’ ist, wie Alles in der Welt, wenn auch ganz unverständlich, nur funktionirend in ‚Palast-Hotels’. In kleineren Hotels genirt er sich, verliert seine organische Arbeits-Freudigkeit. Zuerst tut er nur so gerade noch ziemlich lieblos seine Pflicht, und allmählig, völlig absichtslos, stellt er auch Diese ein. Bissel’s Teppich-Kehr-Maschine aber ist ‚sozialdemokratisch-modern’. Für die 50 Kronen, die sie ein für allemal kostet, reinigt sie jeden noch so engen, noch so düsteren, noch so minderen Hotelgang. Sie überhebt sich nicht, denn es ist auch kein Grund dazu vorhanden, da sie einfach ‚Bissel’s Teppich- Kehrmaschine’ ist und vorstellen will und keinerlei andere Ambitionen hat [...] Alle unsere ‚heiligen’, ‚Arbeits-rastlosen’ Stubenmädchen seit den 4 Jahren, da ich das Glück habe, hier zu logiren, waren momentan ganz vertraut mit Bissel’s Kunstwerkchen der Teppich-Reinigung. Jetzt aber, seit 1./9. 1917, haben wir eine bildhübsche Bauern-Tochter aus Ober-Österreich, die von ‚Bissel’ keine Ahnung hat. Heute Nachmittag ½2 überraschte ich sie zufällig bei ihrer Arbeit. Sie benahm sich äußerst anmutig-ungeschickt. Zwischen ‚Bissel’ und ihr lag ein Ozean von ‚Mis[s]verständnissen’ [...]“. – Auf Briefbogen des „Graben-Hotel“ und mit kleinen redaktionellen Korrekturen in Bleistift. – Etwas fingerfleckig und mit kleinen Randläsuren sowie mit Spuren einer alten Büroklammer.


Altenberg, Peter

E. Brief mit U. („Peter“).
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Peter Altenberg (1859–1919), Schriftsteller. E. Brief mit U. („Peter“). Wohl Wien, o. D. 1 S. Gr.-4°. – An eine Angebetete: „¾8 Uhr morgens. Verzweifelt!!! Kannst Du es mir wenigstens schwören, daß Herr Geyer niemals wieder im Leben Deine von mir vergötterte Hand, mit seiner Berührung entheiligen, besudeln, schänden wird?!? Das, Das, Das schwöre mir! Ich liege vor Dir auf den Knieen, bete und weine, daß Du mir helfest in meiner Qual, die ich um Dich, Geliebtestes, wirklich nicht verdient habe – – – [...]“. – Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und mit kleinen Randläsuren; mit einer kleinen Numerierung in rotem Farbstift.


Altenberg, Peter

E. Brief mit U.
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Peter Altenberg (1859–1919), Schriftsteller. E. Brief mit U. O. O. u. D. 3 SS. auf Doppelblatt. 8°. – An seinen Verleger Samuel Fischer: „Danke sehr für Bilder! Leider gingen meine Frei-Exemplare rasend schnell ab, man riß sie mir direkt aus den Händen. Bitte, senden Sie mir noch einige! Natürlich nur vom neuen Buche! Poppenberg‘s Kritik insoferne un-christlich, daß das menschliche geistige Wo[h]lwollen herausgefunden hätte, manches mal ströme wie ein allzu grelles Licht aus dem künstlerischen Clair-Obscür in meinen Sachen der philosophische Mensch, der End-Gereifte, hervor. Statt dessen findet er das Gedankliche als Schwächendes! Gerade bei mir ist eine organische Amalgami[e]rung von lyrischen, dramatischen, philosophischen Elementen und eines geht unmerklich in das andere über, erhöht sich selbst oder tönt sich ab! Der Werth u. das Neue meiner Sachen liegt allein in der natürlichen Verbindung eines Lyrikers, Dramatikers, Romanciers und Philosphen im Extracte! Dies ist kein Größenwahn, sondern muß dem vorurtheilsfreien Leser von selbst u. willig als geistiges Endresultat erscheinen! [...]“.


Altenberg, Peter

Portraitpostkarte m. e. U.
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Peter Altenberg (1859-1919), Schriftsteller. Porträtpostkarte m. e. U. auf der Bildseite, o. O. u. D., 9 x 14 cm. Eine fehlende Ecke. Verblasst. Postgelaufen. Brustbild des ca. 55-Jährigen im Halbprofil nach links. Namenszug am unteren weißen Rand. Die Karte an Hans Georg Richter vom „Leipziger Tagblatt“ gerichtet mit dem Zusatz auf der Adressseite: „Meinen allerherzlichsten Dank! Peter Altenberg | 18.4.1915“.


Altenberg, Peter

e. Manuskript m. Namenszug am Kopf.
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Peter Altenberg (1859-1919), Schriftsteller u. Literat. E. Manuskript m. Namenszug am Kopf,o. O. [Hotel Panhans am Semmering] u. D., vier Seiten kl.-4°. Das erste Blatt mit gedrucktem Briefkopf „Hotel Panhans am Semmering“. Violetter Kopierstift. Satzanweisungen mit Blei- und Buntstift. Das Manuskript betitelt mit „Anregung. von Peter Altenberg“. „Mich reizen nicht die ‚unsterblichen Verdienste’ des genialen Menschenfreundes ‚Wienerwald-Schöffel’, mich reizt nur die naturgemäße Voraussicht eines verhältnismäßig normalen Intellektes. Ich verlange dringend und sofort einen ‚Natur-Schutz-Park: Payerbach – Steinhaus’! Alles was hier Wald und Wiese schädigt, hat von nun an verboten zu werden! Dieses Reservoir von Lebensenergieenhat erhalten zu bleiben für die sich sonst aufreibenden Menschen! Nur diejenigen Anlagen sind von nun an in diesem Gebiete erlaubt, die der Erholung der Menschen dienen. Industrielle Anlagen, wie Steinbruch, Gypswerk, Fabrik etc. etc. sind verboten; sogar kleinste Parzellen sind zu schützen! Es ist ein Naturpark zu proklamieren: Payerbach – Steinhaus, in dem sogar das Abpflücken von Bergblumen streng verboten ist. Bergtiere sind anzusiedeln. Als Wächter haben die bisherigen Blumenbrocker angestellt zu werden, die nur mit Widerwillen bisher ihren geliebten Bergschmuck verschachern mussten! Keine langen öden Verhandlungen; ein Federstrich von kompetenter Seite genügt!“


Altenberg, Peter

E. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Peter Altenberg, Pseudonym für Richard Engländer (1859-1919), Schriftsteller. E. Brief m. U., o. O. u. D. [Wien, 1904], 2 Seiten 8°. Kleine Einrisse. An den Literarhistoriker Richard Rosenbaum (1867–1942), damals Dramaturg am Wiener Burgtheater. „[…] es war in dieser Sache ein Misverständnis. Arthur Vollmöller’s Drama ,Gräfin von Armagnac und ihre beiden Liebhaber‘ ist kein Manuskript, sondern etwa vor einem Jahre gedruckt bei S. Fischer, Berlin, erschienen. Ich schrieb nun sogleich um ein Exemplar und werde es Direktor Schlenther zur Verfügung stellen. Ich liege seit 14 Tagen schwer leidend zu Bett, konnte nicht gleich antworten […]“ „Catherina Graefin von Armagnac und ihre beiden Liebhaber“ von Karl Gustav Vollmöller war 1903 erschienen. – Paul Schlenther war seit 1898 Direktor des Burgtheaters. – Am Unterrand der Empfangsvermerk „4/5 04“.


Altenberg, Peter

E. Brief mit U.
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Peter Altenberg (d. i. R. ENGLÄNDER), Schriftsteller (1859-1919). E. Brief mit U., Wien, 12. März 1909 [Poststempel], 2 Seiten gr.-4°. Gedruckte Adresse. Doppelblatt. Leicht knittrig. Mit e. Kuvert. An Martin Flaum in Berlin: „[…] Nicht im ‚Nehmen’ liegt das Glück unserer Herzen, nur im Geben und im Spenden! Wie alte zerstörte Organisationen müsst Ihr erst werden, frisch-froh-freudige Jünglinge, um auf diese einfache, ganz selbstverständliche Erkenntnis zu gerathen?!? Das ‚Nehmen’ ist ein Mord der Herzen Kraft, das ‚Geben ist eine unermessliche Bereicherung!’ Alle Menschen wollen ‚nehmen’, infolgedessen gehen sie auf irgend eine Art elend zugrunde. Jeanne d'Arcqu wollte geben, geben, geben, eine ganze Nation erretten, auf ihr eigenes Lebensglück, in jeglicher Beziehung, verzichten!!! Und dafür wird sie heutzutage, 1909, heilig gesprochen! Es geht nichts verloren, von Seelen-Bethätigungen! Das merke dir, Mensch, der du irrtümlich der Stunde und dem unwichtigen Tage nachjagst - --! Wichtig ist das allein was du für das Leben übrig hast, an Menschenfreundlichkeiten! Geben ist seliger denn Nehmen! Das ist ein physiologisches, nicht nur ein psychologisches Gesetz unserer Herzen!!! […]“


Altenberg, Peter

E. Nachschrift mit U. auf Ansichtskarte
Autograph ist nicht mehr verfügbar

Peter Altenberg, d. i. Richard Engländer (1859-1919), Schriftsteller. E. Nachschrift m. U. auf einer e. Ansichtskarte m. e. U. von Felix Hollaender (1867–1931), München, 13. Januar 1900. Bleistift. Hollaender schreibt an seine (erste) Frau Johanna in Berlin: „[…] Ich sitze mit Peter Altenberg, der wie sein Name besagt auf seiner alten Höhe haust – beim schwarzen Bier […]“ – Darunter der Zusatz „Ergebenst | Peter Altenberg“.